• Biden will US-Treibhausgasemissionen bis 2030 halbieren
    • Coinbase ab Freitag nicht mehr in EU handelbar
    • Bundesregierung beschließt Homeoffice-Pflicht
    • Uber will Essenslieferdienst in Deutschland anbieten
    • Hypoport wächst weiter kräftig
    • Übernahmespekulationen beflügeln Hugo Boss
    • BVerfG macht Weg für EU-Wiederaufbaufonds frei
    • Sartorius übertrifft Erwartungen
    • Zalando wächst kräftig
    • Netflix enttäuscht bei Userwachstum
    • Inflation in Großbritannien zieht an
    • Englische Clubs ziehen sich aus Super League zurück

    Märkte

    • Nach deutlichen Kursverlusten am Vortag konnte sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch etwas erholen. Der DAX legte per Xetra-Schlusskurs um 0,44 Prozent auf 15.195,97 Punkte zu. Am Montag hatte der Leitindex noch ein neues Rekordhoch bei knapp über 15.500 Punkten markiert, war anschließend aber angesichts weltweit wieder stark steigender Infektionszahlen und der Angst vor neuen Lockdows unter Druck geraten. Vor allem die stark steigenden Fallzahlen in Ländern wie Indien und Brasilien hatten zuletzt weltweit für Verunsicherung gesorgt. Ein schnelles Pandemie-Ende werde unwahrscheinlicher, hieß es am Markt. Unterdessen bleibt die Berichtsaison im Fokus. Ein schwacher Kundenzuwachs beim Streaminganbieter Netflix sorgte bei den Papieren zu deutlichen Kursverlusten. Die wichtigsten US-Indizes konnten sich gleichwohl am Mittwoch im frühen Handel deutlich erholen.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Adva Optical Networking hat den Umsatz im ersten Quartal um 8,9 Prozent auf 144,5 Millionen Euro gesteigert und beim Proforma-Betriebsergebnis eine Marge von 8,9 Prozent erzielt, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Für das Gesamtjahr 2021 erwartet der Vorstand weiter Umsatzerlöse von 580 bis 610 Millionen Euro sowie nunmehr ein Proforma-Betriebsergebnis zwischen sechs und zehn Prozent vom Umsatz.
    • Kreise: Die EU will ihre Option auf 300 Millionen Impfstoff-Dosen von Johnson & Johnson sowie AstraZeneca offenbar nicht wahrnehmen und baut stattdessen auf den mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer.
    • Die Aktien der US-Kryptobörse Coinbase werden voraussichtlich nach Handelsende am Freitag den 23.04.2021 nicht mehr an Börsen in Europa handelbar sein. Wie die Deutsche Börse mitteilte, soll der Handel ab Freitag wegen einer Panne bei den Stammdaten ausgesetzt werden. Die Deutsche-Börse-Clearingtochter Clearstream hat ihre Abwicklungserklärung für den Handel mit den Aktien aufgehoben. Deshalb sind voraussichtlich alle deutschen und auch europäischen Handelsplätze betroffen. Beim sogenannten "Legal Entity Identifier" (LEI), der jeden Emittenten eines Wertpapiers eindeutig identifizieren soll, sei irrtümlicherweise ein LEI-Code verwendet worden, der nicht eindeutig Coinbase Global Inc. zuzuordnen sei, hieß es von der Deutschen Börse. Nur durch einen Antrag von Coinbase könne das Problem behoben werden.
    • Der Autozulieferer Continental hat seine Prognose für das laufende Jahr bekräftigt und rechnet weiter mit einem Gewinnanstieg. Der Umsatz soll von 37,7 Milliarden Euro im Vorjahr auf 40,5 bis 42,5 Milliarden Euro zulegen, die bereinigte operative Marge soll sich von 3,5 Prozent auf fünf bis sechs Prozent verbessern. Mittelfristig will Continental den Umsatz um fünf bis acht Prozent steigern, während die bereinigte operative Marge zwischen acht und elf Prozent liegen soll.
    • Der Online-Neuwagenhändler MeinAuto Group plant einen Börsengang. Angestrebt werde ein Bruttoerlös von mindestens 150 Millionen Euro, sagte Unternehmenschef Rudolf Rizzolli der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.
    • Der erkrankte Aareal-Bank-Chef Hermann Merkens wird entgegen einer urspünglichen Ankündigung nicht auf seinen Posten zurückkehren, wie die Bank mitteilte. Die Suche des Aufsichtsrats nach einem Nachfolger sei in einem fortgeschrittenen Stadium, hieß es.
    • Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat im ersten Quartal einen Umsatzrückgang um rund ein Prozent auf rund 14,93 Milliarden Franken verbucht. Gewinnzahlen wurden nicht mitgeteilt. Die Ziele für das Gesamtjahr wurden bestätigt.
    • Der Finanzdienstleister Hypoport ist im ersten Quartal weiter deutlich gewachsen. Das Transaktionsvolumen auf der Plattform Europace, auf der u.a. Immobilienfinanzierungen vermittelt werden, stieg um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 27 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte.
    • Die Aktien des Modeunternehmens Hugo Boss können am Mittwoch zeitweise deutlich zulegen. Ein entsprechender Medienbericht hat Spekulationen über ein mögliches Kaufinteresse der Luxusgüterkonzerne LVMH und Kering sowie seitens Finanzinvestoren ausgelöst.
    • Der Fahrdienstvermittler Uber will sein Geschäft mit Essenslieferungen nach Deutschland bringen. Der Dienst Uber Eats soll in einigen Wochen zunächst in Berlin starten, wie die "Financial Times" berichtet. Bisher wird der Markt in Deutschland von Lieferando, das zu Just Eat Takeaway gehört, beherrscht.
    • Intuitive Surgical hat im ersten Quartal einen Umsatz- und Gewinnanstieg verbucht und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahresquartal um 18 % auf 1,29 Milliarden US-Dollar zu, während der Nettogewinn (non-GAAP) von 323 auf 427 Millionen Dollar stieg. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 2,69 auf 3,52 Dollar. Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis lagen die Zahlen über den Markterwartungen.
    • Der Laborausrüster Sartorius hat im ersten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahresquartal von 510 Millionen Euro auf 791,1 Millionen Euro zu, womit die Prognose von 744,6 Millionen Euro übertroffen wurde. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 91 Prozent auf fast 264 Millionen Euro, die EBITDA-Marge verbesserte sich entsprechend von 27,0 auf 33,3 Prozent. Unter dem Strich stieg der Nettogewinn um 112 Prozent auf 122 Millionen Euro. Der Gewinn je Stammaktie stieg von 0,83 Euro auf 1,77 Euro und je Vorzugsaktie von 0,84 Euro auf 1,78 Euro. Sowohl die Prognose für das laufende Geschäftsjahr als auch die Mittelfristziele wurden bestätigt. Für 2021 werden ein Umsatzwachstum von rund 35 Prozent und eine operative EBITDA-Marge von etwa 32 Prozent angestrebt, bis 2025 soll der Konzernumsatz auf etwa 5 Milliarden Euro gesteigert werden und die operative EBITDA-Marge soll bei rund 32 Prozent liegen.
    • Zalando konnte im ersten Quartal basierend auf vorläufigen Zahlen das Bruttowarenvolumen zum Vorjahr um 54,4-56,5 Prozent (Markterwartung 50 %) auf 3,13-3,17 Milliarden Euro steigern. Der Umsatz wuchs um 46-48 Prozent (Markterwartung 45,5 %) auf 2,22-2,26 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT sollte im Bereich 80 bis 100 Millionen Euro (Markterwartung 41 Mio) liegen.
    • Der Streaminganbieter Netflix hat im ersten Quartal deutlich weniger neue Kunden gewonnen als erwartet. Im Vergleich zum Vorquartalstieg die Kundenzahl nur um knapp vier Millionen auf 208 Millionen, während Analysten mit einem Plus von 6,25 Millionen gerechnet hatten. Für das zweite Quartal stellte Netflix zudem nur rund eine Million neue Kunden in Aussicht, was deutlich unter den Markterwartungen lag. Der Umsatz stieg derweil um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 7,16 Milliarden Dollar, während die Analysten mit 7,13 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der Nettogewinn legte von 709 Millionen Dollar auf 1,7 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn je Aktie lag mit 3,75 Dollar über den Schätzungen von 2,97 Dollar. Wegen des schwachen Nutzerwachstums stürzten die Aktien nachbörslich allerdings um rund 10 Prozent ab.

    Konjunktur & Politik

    • Der Bundestag hat am Mittwoch die umstrittene Corona-Notbremse mit bundesweit einheitlichen Corona-Maßnahmen ab einem Inzidenzwert von 100 inklusive nächtlicher Ausgangssperren beschlossen. Mit den Maßnahmen soll die "dritte Welle" an steigenden Corona-Zahlen gebrochen werden. Mehrere Verfassungsrechtler und auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestages halten die Ausgangssperren allerdings für verfassungswidrig. Mehrere FDP-Politiker und weitere Personen haben eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht angekündigt.
    • Die Rohöllagerbestände in den USA sind in der Woche bis zum 16. April überraschend um 0,6 Millionen Barrel auf 493,0 Millionen Barrel gestiegen. Erwartet wurde hingegen ein Rückgang um 3,6 Millionen Barrel. Die inoffiziellen Daten des privaten American Petroleum Institute (API) vom Vorabend hatten bereits eine Zunahme um 0,4 Millionen Barrel gezeigt. Die Ölproduktion in den USA belief sich in der vergangenen Woche auf 11,0 Millionen Barrel pro Tag, was auf dem Niveau der Vorwoche lag.
    • US-Präsident Joe Biden wird in dieser Woche voraussichtlich ein neues US-Klimaziel vorschlagen, das eine ungefähre Halbierung der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 vorsieht, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Die Ziele sollen bei einem virtuellen Gipfeltreffen im Weißen Haus am Donnerstag und Freitag verkündet werden.
    • Die Bundesregierung hat strengere Corona-Testvorgaben und eine Homeoffice-Pflicht beschlossen. Beschäftigten, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, müssen zweimal wöchentlich Selbst- oder Schnelltests von ihren Arbeitgebern angeboten werden. Außerdem müssen Unternehmen ihren Angestellten Homeoffice anbieten und Arbeitnehmer müssen das Angebot auch annehmen, es sei denn das wichtige Gründe entgegenstehen.
    • Das Bundesverfassungsgericht hat einen Eilantrag gegen den 750 Milliarden Euro schweren EU-Wiederaufbaufonds abgewiesen. Damit kann Deutschland den EU-Finanzrahmen bis 2027 und den Wiederaufbaufonds mit auf den Weg bringen. Über die eigentliche Verfassungsbeschwerde ist damit allerdings noch nicht entschieden.
    • In Berlin werden Massenproteste gegen die geplante Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes mit bundeseinheitlichen Vorschriften erwartet. Insgesamt sind 2.200 Polizisten im Einsatz, wie die Berliner Polizei mitteilte. Der Bundestag will die Verschärfung heute in zweiter und dritter Lesung beschließen, morgen soll der Bundesrat zustimmen. Enthalten sind unter anderem umstrittene Ausgangssperren zur Eindämmung der "dritten Welle" der Corona-Pandemie.
    • Die Inflation in Großbritannien hat sich zuletzt deutlich beschleunigt. Die Jahresinflationsrate stieg im März auf 0,7 Prozent, von 0,4 Prozent im Februar. Volkswirte hatten allerdings einen noch stärkeren Anstieg auf 0,8 Prozent erwartet. Die Erzeugerpreise, die meist ein vorlaufender Indikator für die Entwicklung der Inflation sind, legten im März ebenfalls deutlich stärker als erwartet zu. Auf der Input-Ebene wurde ein Anstieg gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent (Prognose: 0,5 Prozent) und auf Output-Ebene um 0,5 Prozent (Prognose: 0,3 Prozent) verzeichnet.
    • Nur kurz nach der Ankündigung ist die Super League im europäischen Fußball bereits wieder gescheitert. In der Nacht auf Mittwoch zogen sich alle beteiligten sechs englischen Top-Clubs aus dem Projekt zurück. Fans hatten die geplante neue Liga scharf kritisiert und die Verbände hatten mit Sanktionen gedroht. Medienberichten zufolge sollen die spanischen Clubs FC Barcelona und Atlético Madrid ebenfalls vor dem Rückzug stehen.