• US-Regierung erwägt Einreiseverbot für Chinas KP-Mitglieder
    • Fast 70.000 neue Corona-Infektionen in den USA
    • Brüssel: Tage der Entscheidung für Europa
    • Biden nutzt Hack auf seinen Twitter-Account für Wahlkampf
    • IWF: „Sind noch nicht aus dem Schneider“
    • Daimler: Überraschend robuste Geschäftsentwicklung
    • Netflix enttäuscht mit Ausblick
    • VW bleibt für China zuversichtlich
    • Erster Wirecard-Manager will auspacken
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    DAX

    • An diesem Freitag findet in Brüssel das EU-Gipfeltreffen statt. Erstmals seit Ausbruch des Coronavirus treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs wieder auf persönlicher Ebene. Arbeit gibt es genug, und auch Konfliktpotenzial. Der neue EU-Haushalt muss verabschiedet werden, der erstmals eine Schuldenaufnahme und EU-Steuern vorsieht. Darüber hinaus könnte mit dem Corona Recovery Funds der Schritt hin zu einer gemeinschaftlichen Haftung unternommen werden. Die Fronten zwischen den Sparsamen Vier (u. a. Niederlande und Österreich) und den von dem Wiederaufbaufonds am meisten profitierenden Südländer Italien und Spanien haben sich zuletzt aufgeweicht. Aktuell wehrt sich nur noch die Niederlande gegen die Vorschläge, ein Kompromiss ist durchaus möglich. Aus Sicht von Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners wäre ein Scheitern des Gipfels für die Börsen ein verheerendes Signal. Denn das Hilfspaket sei längst eingepreist, jede Verzögerung könne Kursverluste nach sich ziehen. Die zentrale Frage an den Märkten kreist weiter um die Bewältigung der ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie. Fachleute rechnen wegen der Corona-Krise mit einem noch tieferen Absturz der Wirtschaftsleistung im Euroraum. Wie die EZB unter Berufung auf ihren Survey of Professional Forecasters mitteilte, erwarten die von der Notenbank befragten Experten für dieses Jahr eine wirtschaftliche Schrumpfung im Währungsraum um 8,3 Prozent. In der vorherigen Befragung im Mai war nur ein Rückgang um 5,5 Prozent prognostiziert worden. Eine überraschend robuste Geschäftsentwicklung von Daimler hat heute auch den Gesamtmarkt gepusht. Der DAX verabschiedete sich mit einem Plus von 0,35 Prozent auf 12.919,61 Punkte ins Wochenende. Auf Wochensicht beträgt das Plus 2,26 Prozent.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmensnachrichten

    • Daimler will seine Belegschaft von weltweit rund 300.000 Beschäftigten nach dpa-Informationen um bis zu 20.000 Arbeitsplätze reduzieren. Zudem soll die Produktion weiter gestrafft werden. Personalvorstand Wilfried Porth wurde am letzten Wochenende relativ deutlich: Die bisher in der Öffentlichkeit diskutierten 10.000 oder gar 15.000 abzubauenden Stellen seien nicht genug, sagte er der dpa. „Die neue Zahl ist auf jeden Fall größer als die beiden - und die bräuchten wir, um betriebsbedingte Beendigungskündigungen zu verhindern. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" sollen beim Personal nun zwei Mrd. Euro eingespart werden. Ursprünglich hatte der Vorstand Einsparungen in Höhe von 1,4 Mrd. Euro angekündigt.
    • Beim Online-Videodienst Netflix lässt der pandemiedingte Kundenansturm nach. Im zweiten Quartal kamen netto 10,1 Mio. Bezahlabos neu dazu. Damit übertraf Netflix zwar seine eigene Prognose, dennoch kommen die Zahlen an der Wall Street schlecht an.
    • Die Anzeigen-Sparte der Online-Handelsplattform eBay könnte Bloomberg zufolge an die Beteiligungsgesellschaft Prosus gehen. Die Tochter des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers habe das höchste Kaufgebot für den Geschäftsbereich abgegeben, berichtete die Nachrichtenagentur. Der Verkauf könnte eBay mehr als 8 Mrd. Dollar einbringen.
    • Die Fluggesellschaft British Airways lässt wegen der Coronavirus-Pandemie sämtliche ihrer Jumbojets Boeing 747 am Boden. Die Stilllegung erfolge mit sofortiger Wirkung, teilte die Airline mit.
    • US-Justizminister William Barr hat Unternehmensgrößen wie Walt Disney und Apple zu große Bereitwilligkeit zur Zusammenarbeit mit China vorgeworfen. „Amerikas große Technologieunternehmen haben es zugelassen, zum Spielfeld chinesischer Einflussnahme zu werden." Um sich den Zugang zum riesigen chinesischen Markt zu sichern, machten sie immer wieder Zugeständnisse.
    • Fiat Chrysler und PSA wollen nach ihrer Fusion als „Stellantis" firmieren. „Die lateinischen Ursprünge des Namens sind eine Hommage an die reiche Geschichte der Gründungsunternehmen", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Der neue Name werde ausschließlich auf Konzernebene als Unternehmensmarke verwendet. Der nächste Schritt in diesem Prozess sei die Enthüllung eines Logos.
    • Der Deutschen Bank droht aufgrund ihrer Geschäfte mit dem wegen Sexualverbrechen verurteilten und mittlerweile gestorbenen US-Unternehmer Jeffrey Epstein juristischer Ärger in den USA. Die Anwaltsfirma Pomerantz hat eine Sammelklage im Namen angeblich geschädigter Anleger bei einem Gericht in New Jersey eingereicht. Ziel sei es, Wiedergutmachung für Kursverluste zu erreichen, die angeblich wegen Verstößen gegen US-Wertpapiergesetze entstanden seien.
    • Volkswagen blickt zuversichtlich auf seinen wichtigsten Absatzmarkt China. „Alle unsere Marken schlagen sich ziemlich gut", sagte VW-China-Chef Stephan Wöllenstein. Er gehe davon aus, dass die VW-Gruppe in der zweiten Jahreshälfte wieder ähnlich abschneiden werde wie im zweiten Halbjahr 2019. Der Markt war in den ersten drei Monaten des Jahres infolge der Coronavirus-Beschränkungen stark eingebrochen. Inzwischen befinde man sich in einer "V-förmigen" Erholung, sagte Wöllenstein. Nachdem die Verkäufe im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Prozent abgesackt waren, lag das Minus Ende des ersten Halbjahres noch bei 17 Prozent. Das zeige, dass viel Geschäft aufgeholt werden konnte, so Wöllenstein. Die weltweiten Auslieferungen des Konzerns gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,5 Prozent auf etwa 0,8 Mio. Fahrzeuge zurück. Das entspricht einer Stabilisierung gegenüber dem Mai, als das Minus noch 33,7 Prozent betragen hatte. Im gesamten ersten Halbjahr sanken die Verkäufe um 27,4 Prozent auf 3,9 Mio. Einheiten. Im zweiten Quartal 2020 liegt der Rückgang bei 31,6 Prozent.
    • Im Bilanzskandal beim Zahlungsdienstleister Wirecard hat offenbar einer der Hauptbeschuldigten ein Geständnis abgelegt. Der wegen Betrugsverdachts inhaftierte Ex-Chef der Wirecard-Tochter Cardsystems Middle East habe gegenüber der Staatsanwaltschaft München eine Tatbeteiligung eingeräumt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Anwalt des Verdächtigen. "Mein Mandant hat sich freiwillig dem Verfahren gestellt und steht - im Gegensatz zu anderen - zu seiner individuellen Verantwortung", sagte der Strafverteidiger Nicolas Frühsorger der Nachrichtenagentur.
    • Die Deutsche Börse will die Regeln für die Zugehörigkeit zum Leitindex DAX ändern. Künftig sollen Unternehmen nach einem Insolvenzantrag kurzfristig aus den Auswahlindizes ausscheiden, so der Börsenbetreiber. Sollten die Marktteilnehmer dem Vorschlag zustimmen, könnte Wirecard bereits im August statt im September aus dem DAX fallen.
    • Für das Lufthansa-Rettungspaket hat der Bund die Entsendung von zwei Aufsichtsratsmitgliedern zur Bedingung gemacht. Laut „Handelsblatt“ soll mindestens eine der beiden Posten mit einer Frau besetzt werden. Das Führungspositionengesetz schreibt vor, dass 30 % der Posten in Kontrollgremien einer börsennotierten Gesellschaft mit Frauen besetzt werden müssen. Die Quote soll nach den Ernennungen erfüllt sein.
    • Die Zahl der von der Schließung bedrohten Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen sinkt weiter. Nach Zugeständnissen der Vermieter sei die Schließung der Häuser in Berlin-Lichtenberg (Ringcenter), Bielefeld, Alstertal-Einkaufszentrum Hamburg, Leonberg, Nürnberg-Langwasser und Singen gestoppt, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ettl der dpa. Gut 500 Arbeitsplätze werden gerettet.
    • Der Schienenfahrzeug-Hersteller Bombardier Transportation kann einem FAZ-Bericht zufolge mit staatlichen Bürgschaften über 750 Mio. Euro rechnen. Für die Hälfte des Geldes bürge der Bund, berichtete die Zeitung. Für den Rest stehen demnach jene Bundesländer ein, in denen sich Standorte des Unternehmens befinden.
    • Der Autobauer Daimler hat im zweiten Quartal zwar milliardenschwere Verluste eingefahren, Marktanalysten hatten aber noch schwächere Zahlen erwartet. Der Verlust vor Zinsen und Steuern belief sich coronabedingt auf 1,68 Mrd. Euro, wie Daimler am Donnerstagabend auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Analysten hatten beim Betriebsergebnis zwischen April und Ende Juni mit einem noch höheren Minus gerechnet, Daimler selbst hatte auf die roten Zahlen bereits zuvor hingewiesen. Auch im gleichen Vorjahreszeitraum hatte der Konzern wegen milliardenschwerer Rückstellungen einen hohen Fehlbetrag von 1,56 Mrd. Euro ausgewiesen. Überraschen konnte Daimler auch beim Mittelzufluss aus dem laufenden Industriegeschäft. Hier erzielte der Konzern ein Plus von 685 Mio. Euro.
    • Beim US-Onlinevideodienst Netflix ebbt der Boom mangels neuer Blockbuster langsam ab. Zwar konnte der Streamingdienst im zweiten Quartal gut 10,1 Mio. neue Kunden gewinnen und damit die eigenen Erwartungen übertroffen (im ersten Quartal waren 16 Mio. neue Abonnenten), doch der Konzern räumte im Ausblick ein, dass sich das Neukundengeschäft spürbar verlangsamen wird. Weltweit erwartet der Konzern für das laufende dritte Quartal 2,5 Mio. neue Abonnenten und rechnet insgesamt in der zweiten Jahreshälfte mit weniger Wachstum als im Vorjahr.
    • Der Sportwagenbauer Porsche hat im ersten Halbjahr 117.000 Fahrzeuge weltweit an Kunden ausgeliefert. Das waren zwölf Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres, wie Porsche am Freitag mitteilte. Verglichen mit anderen Herstellern ist der Rückgang damit allerdings noch recht moderat. Vor allem in Deutschland, Europa und den USA verzeichnete Porsche Einbußen. „Ausschlaggebend war der Monat April, in dem nahezu alle Porsche-Zentren in diesen Märkten noch geschlossen hatten", sagte Vertriebsvorstand Detlev von Platen. „Hinzu kam ein sehr starkes zweites Quartal in 2019 als Vergleichszeitraum."
    • Der Telekomausrüster Adva Optical Networking hat ein starkes zweites Quartal verzeichnet: Der Umsatz erhöhte sich um fast neun Prozent auf 145,0 Mio. Euro, gab Adva bekannt. Das Proforma-Betriebsergebnis legte um 133 Prozent auf 10,1 Mio. Euro zu. Die Analysten-Erwartungen wurden klar übertroffen.
    • Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo hat im zweiten Quartal einen Umsatzeinbruch um 39 Prozent auf 73,2 Mrd. Kronen (7,1 Mrd. Euro) erlitten, wie das Unternehmen mitteilte. Volvo hat zwischen April und Ende Juni 57 Prozent weniger Lkw ausgeliefert, sagte Vorstandschef Martin Lundstedt sagte. Netto fiel ein Verlust von 282 Mio. Kronen (27 Mio. Euro), nach einem Gewinn von 11,1 Mrd. Kronen ein Jahr zuvor, an. Bereinigt um Sonderposten erzielte Volvo noch einen bereinigten operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 3,27 Mrd. Kronen.
    • Die asiatische Fluggesellschaft Cathay Pacific hat im ersten Halbjahr infolge der Coronakrise einen Milliardenverlust eingeflogen. Unter dem Strich rechnet die Airline mit einem Verlust von 9,9 Mrd. Hongkong-Dollar (1,1 Mrd. Euro) nach 1,3 Mrd. Gewinn ein Jahr zuvor. Das Geschäft läuft nur sehr langsam wieder an. Im Juni lag das Passagieraufkommen mit 27.106 Fluggästen nur bei rund einem Prozent des Vorjahreswerts.

    Konjunktur & Politik

    • Der erneute Rückgang des Konsumklimaindikators der Universität von Michigan von 78,1 auf 73,2 Punkten im Juli signalisiert, dass der Anstieg der Corona-Neuinfektionen in weiten Teilen der USA die Stimmung erheblich belastet. Analysten hatten einen leichten Anstieg auf im Schnitt 79,0 Punkte erwartet. Sowohl der Erwartungsindex, der von 72,3 auf 66,2 Punkte sank, als auch der Index der aktuellen Lage (von 87,1 auf 84,2), trugen zur Eintrübung des Gesamtindikators bei. Weitere Verschlechterungen in den kommenden Monaten seien wahrscheinlich und zusätzliche staatliche Finanzhilfen für die Verbraucher dringend erforderlich, kommentierte die Uni.
    • Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr, hat die Pläne der EU-Kommission zum neuen Haushalt bis 2027 kritisiert. Das Geld zur Krisenbewältigung fließe zu spät und wirke nicht stabilisierend, Projekte mit europäischem Mehrwert seien unterfinanziert und die Finanzierung der Schuldentilgung sei unklar und dürfte „Unfrieden" stiften, monierte Felbermayr. Würden diese Pläne Realität, werde es für Deutschland teurer, um netto bis zu 130 Mrd. Euro in den nächsten fünf Jahren. "Bei diesem EU-Gipfel werden Weichen gestellt, die die EU über viele Jahre prägen werden. Erstmals soll sich die EU selbst verschulden, und zwar im Ausmaß von fast 6 Prozent ihres BIP." Erstmals solle Europa in der Krise eine Stabilisierungsfunktion ausüben und nicht nur langfristige Strukturpolitik finanzieren. „Die bisherigen Pläne stimmen aber skeptisch, dass dieses Ziel erreicht wird“.
    • Die Zahl der Baubeginne in den USA erhöhte sich im Juni im Vergleich zum Vormonat um 17,3 Prozent auf einen hochgerechneten Jahreswert von 1,186 Mio. Volkswirte hatten eine Zunahme um 18,1 Prozent prognostiziert. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen ist um 2,1 Prozent auf annualisiert 1,241 Mio. geklettert. Prognostiziert worden war ein Plus von 4,9 Prozent.
    • Die Johns-Hopkins-Universität hat am Freitagmorgen mit rund 77.300 neuen Fällen einen neuen Höchststand an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden bekannt gegeben. Angesichts der immer dramatischeren Zahlen an Corona-Infizierten in den USA hält der bekannte US-Immunologe Anthony Fauci das Tragen einer Maske für unumgänglich. Die Lage sei ernst und müsse sehr überzeugend angegangen werden, sagte er in einem Videochat mit Facebook-CEO Zuckerberg.
    • US-Strafzölle auf deutsche Autos sind nach Einschätzung des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters der US-Regierung, John Bolton, noch immer möglich. „Trump mag Zölle, und es ist etwas, das er ohne Zustimmung des Kongresses entscheiden kann. Er liebt diesen Ansatz bei internationalen Verhandlungen", sagte Bolton dem "Spiegel". Bisher hat Donald Trump mit solchen Zöllen lediglich gedroht.
    • In China stoßen Pläne der US-Regierung zu einem Einreiseverbot für alle Mitglieder der Kommunistischen Partei auf Widerstand. Mit einem solchen Schritt würden die USA den Widerspruch der gesamten chinesischen Bevölkerung auslösen, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking.
    • Bundeskanzlerin Angela Merkel glaubt nicht an rasche Entscheidungen beim heutigen EU-Gipfel. Auf dem Treffen geht es nicht nur um den Billionen-schweren EU-Haushalt für die nächsten sieben Jahre, sondern auch um den umstrittenen Wiederaufbaufonds, der vor allem den südeuropäischen Ländern zugutekommen soll. Merkel sagte am Freitag vor Beginn des Treffens in Brüssel: Alle würden mit sehr viel Elan in die Beratungen gehen,„Aber ich muss sagen, dass die Unterschiede doch noch sehr, sehr groß sind und ich deshalb noch nicht voraussagen kann, ob wir bei diesem Mal schon zu einem Ergebnis kommen.“ Zwischen den Südstaaten und den sparsamen Vier (u. a. Niederlande und Österreich) gehen die Meinungen weiterhin stark auseinander. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz zeigte sich zuversichtlich: Die Differenzen der 27 EU-Staaten vor dem EU-Sondergipfel zum gemeinsamen Haushalt und dem Corona-Aufbauplan seien überbrückbar. „Wenn man möchte, ist das möglich, eine Lösung zu finden“. Jeder wisse genau, wo die roten Linien der jeweils anderen sind.
    • Die Inflation in der Eurozone zog im Juni leicht an. Eurostat zufolge lag die Jahresrate bei 0,3 Prozent. Eine vorherige Schätzung wurde damit bestätigt. Im Vormonat waren die Verbraucherpreise um lediglich 0,1 Prozent gestiegen. Im Monatsvergleich erhöhte sich das Preisniveau im Juni wie im Jahresvergleich um 0,3 Prozent.
    • Wie aus dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) erhobenen Survey of Professional Forecasters hervorgeht, erwarten die von der Notenbank befragten Experten für dieses Jahr eine wirtschaftliche Schrumpfung im Währungsraum um durchschnittlich 8,3 Prozent. In der vorherigen Befragung im Mai war nur ein Rückgang um 5,5 Prozent erwartet worden. Für kommendes Jahr wird dafür eine etwas stärkere Erholung erwartet. Statt eines Zuwachses der Wirtschaftsleistung von 4,3 Prozent wird jetzt mit einem Anstieg um 5,7 Prozent gerechnet.
    • Der Vertreter Taiwans in Hongkong hat die chinesische Sonderverwaltungsregion wegen „unnötiger politischer Probleme" verlassen müssen. Wie taiwanische Medien berichteten, kehrte der amtierende Direktor des Wirtschafts- und Kulturbüros (Teco), Kao Ming-tsun, nach Taipeh zurück. Hongkongs Behörden hätten ihn aufgefordert, eine Erklärung zur Unterstützung der Pekinger Position zu unterzeichnen, dass Taiwan zur kommunistischen Volksrepublik China gehöre. Da er sich geweigert habe, sei ihm das Visum verweigert worden, wurde berichtet.
    • Das sonnige Frühjahr hat für eine hohe Stromerzeugung aus Photovoltaik gesorgt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag der Anteil der Netzeinspeisung von Solarstrom im April bei 17,2 Prozent. Grund für den vergleichsweise hohen Wert sei das gute Wetter mit einem Sonnenstunden-Rekord in den Monaten März, April und Mai gewesen: Allein im April habe die Sonne rund 294 Stunden geschienen.
    • Am heutigen Freitag treffen sich in Brüssel erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie die Staats- und Regierungschefs zum Europäischen Rat. Sie verhandeln mit dem „Recovery Fund“ über das größte Hilfspaket, das je in Brüssel zur Debatte stand. Es geht um 750 Mrd. Euro (500 Mrd. als Zuschüsse, 250 Mrd. als Kredite). Die Europäische Notenbank hofft auf eine Einigung. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte am Donnerstag, es sei wichtig, dass sich die Verantwortlichen in Europa schnell auf ein ehrgeiziges Paket einigen.“ Eine große Anzahl der politisch Verantwortlichen sei sich „durchaus bewusst, wie wichtig es ist, keine Zeit zu verschwenden“. „Es ist notwendig, den Europäern, den Investoren und der Welt signalisieren zu können, dass es die Entschlossenheit gibt, gemeinsam zu investieren und sich gegenseitig zu unterstützen.“
    • Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in den USA hat erneut einen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität von Donnerstagabend mehr als 68.000 neue Ansteckungsfälle registriert. Die Zahl der an oder mit dem Virus Gestorbenen stieg um 974 auf über 138.000.
    • Die israelische Regierung setzt nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen erneut auf Lockdown-Maßnahmen. Künftig sollen an Wochenenden im gesamten Land Geschäfte, Einkaufszentren, Freiluftmärkte, Friseure, Büchereien, Museen und Touristenattraktionen geschlossen bleiben. Ausgenommen bleiben Lebensmittelläden und Apotheken. Ab kommendem Wochenende sollen dann auch die Strände schließen. Ausgangsbeschränkungen soll es nicht geben. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus war am Mittwoch in Israel auf ein Rekordhoch gestiegen.
    • Der preisbereinigte Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai saison- und kalenderbereinigt 0,8 Prozent niedriger als im Vormonat. Dabei gingen die offenen Aufträge aus dem Inland im Vergleich zum April um 0,1 Prozent zurück. Der Bestand an Auslandsaufträgen verringerte sich um 1,2 Prozent. Im Vergleich zu Februar, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Auftragsbestand im Mai 2,7 Prozent niedriger.
    • In Deutschland gibt es per Freitagmorgen 583 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Damit waren seit Ausbruch mindestens 200.843 Menschen hierzulande nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. 9.082 Menschen starben an oder mit dem Virus. Die Zahl der Genesenen liegt nach Schätzungen des RKI bei 186.900.
    • Der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat die Attacke auf seinen Twitter-Accounts dazu genutzt, neue Wahlkampfspenden einzuwerben. Er werde seine Anhänger nie um Bitcoins bitten, schrieb er in Anspielung auf den von den Hackern in seinem Namen veröffentlichten Aufruf zu Spenden in der Kryptowährung. Der Twitter-Account Bidens war eines von zahlreichen Konten Prominenter, die zeitweise gehackt worden waren.
    • Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt nach dem historischen Einbruch infolge der Coronakrise eine weltweit anziehende Wirtschaftstätigkeit fest. Eine zweite Infektionswelle könne aber zu weiteren Rückschlägen führen, warnte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa in einem Blog. „Wir sind noch nicht aus dem Schneider“.

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