Im Vorfeld des Earth Day am 22. April und der am gleichen Tag auf Einladung von US-Präsident Joe Biden stattfindenden virtuellen internationalen Klimakonferenz erwarten die Experten der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments, dass es 2021 weitere Finanzierungszusagen geben wird, um den Übergang zu Netto-Null-Emissionen – auch bekannt unter dem englischen Stichwort „net zero“ – voranzutreiben. „2021 wird das bisher bei weitem bedeutungsvollste Jahr für den Übergang zu Netto-Null-Emissionen“, schreibt Andrea Carzana, Portfoliomanager bei Columbia Threadneedle, in einem aktuellen Kommentar. „Die Kampagne zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen wird sich in den kommenden Jahrzehnten auf sämtliche Unternehmen und Anleger auswirken.“

Die ehrgeizigen, 2020 angekündigten staatlichen Investitionsprogramme, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen, sind Columbia Threadneedle zufolge unverzichtbar. Doch Carzana gibt zu bedenken: „Es ist bereits offensichtlich, dass wesentlich mehr Geld als von den Regierungen bislang angekündigt benötigt wird, um die Art und Weise der Energieerzeugung weltweit zu verändern.“ Denn in den kommenden Jahrzehnten müssten beispiellose Summen in die weltweite Energiewende gelenkt werden. Die reine Größenordnung der erforderlichen Investitionen bedeute unweigerlich, dass es sich um einen Anlagetrend über mehrere Jahrzehnte handele. Daraus ergibt sich eine „Chance beispiellosen Ausmaßes“ für Investoren, so der Experte.

Hinter den Rekordzuflüssen in nachhaltige Anlagen im vergangenen Jahr verbirgt sich nach Ansicht der Fondsgesellschaft ein größerer Trend, der noch in den Kinderschuhen stecke: eine Welle von Investitionen in Unternehmen und Technologien, die den Übergang der Welt zur CO2-Neutralität bis 2050 ermögliche. Dies betrifft Carzana zufolge insbesondere die Bereiche Energieerzeugung und
-transport.

Die Chancen von Investments, die auf konkrete nachhaltige Ergebnisse (auf Englisch: sustainable outcome) abzielen, stehen nach Meinung von Columbia Threadneedle noch am Anfang. Denn viele der dazu notwendigen Technologien müssten erst noch kommerzialisiert werden. Doch Carzana ist überzeugt: „Unserer Auffassung nach haben entsprechende Unternehmen das Potenzial, von einem besseren Wachstum und höheren Renditen zu profitieren.“ Grund dafür seien langfristig größere Wettbewerbsvorteile gegenüber Unternehmen, die sich nicht an diesen Themen orientieren.

Letztlich würden öffentliche und private Investitionen in jene Unternehmen fließen, die konzertierte Schritte zur Erreichung der CO2-Neutralität unternehmen. „Sie werden nachhaltiger, widerstandsfähiger und daher auf lange Sicht wertvoller werden“, schreibt Carzana. „Infolgedessen werden sie von im Vergleich zu ihren Mitbewerbern geringeren Kapitalkosten profitieren. Der globale Übergang zur Netto-Null beginnt gerade erst, und er wird die Investment-Agenda in den kommenden Jahrzehnten prägen.“