Peking/ Berlin (BoerseGo.de) - Deutschland will sich an einer von China angestrebten neuen internationalen Entwicklungsbank beteiligen. Das erklärten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und der chinesische Vize-Premierminister Ma Kai am Dienstag nach einem Treffen in Berlin. Die chinesische Führung hat die Pläne für eine Beteiligung umgehend gelobt. Sobald die formelle Bestätigung vorliege, werde China mit den gegenwärtigen Partnern beim Aufbau der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) darüber beraten, teilte das Finanzministerium am Mittwoch in Peking mit.

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Die sogenannte "Asiatische Investmentbank für Infrastruktur" (AIIB) soll Projekte in Zentral- und Südostasien finanzieren und noch in diesem Jahr mit 50 Milliarden Dollar Startkapital ihre Geschäfte aufnehmen. Zu den Gründungsmitgliedern werden unter anderen Großbritannien, Frankreich und Italien gehören. Laut der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua erwägen auch Südkorea, die Schweiz und Luxemburg, bei der AIIB einzusteigen. Bisher hätten fast 30 Länder eine Beteiligung bestätigt.

Für China ist die Beteiligung der wichtigen europäischen Staaten an der Entwicklungsbank ein diplomatischer Erfolg. Das Vorhaben sorgt allerdings für Verstimmungen mit den USA. Denn die AIIB mit Sitz in Peking gilt als direkter Konkurrent zur von den USA dominierten Weltbank. Auch gibt es ungeklärte Fragen, ob die neue Bank ihre Kredite nach international üblichen Standards vergeben wird.