London (Godmode-Trader.de) - Die London Metal Exchange LME hat eine Handelsplattform für „grünes“ Aluminium (low-carbon aluminium) angekündigt, bei dessen Produktion wenig CO2 anfällt, vor allem durch den Einsatz von Strom aus Erneuerbaren Energie. Die Spot-Handelsplattform wird nächstes Jahr in Betrieb gehen, kündigte Matt Chamberlain, Chef der Metallbörse, gegenüber der Financial Times an. Es gebe dafür eine gewisse Nachfrage von Kunden. Die Handelsplattform werde zeigen, ob die Käufer bereit seien, einen Aufpreis zu zahlen für „grün“ hergestelltes Aluminium. Die LME plant zudem eine Handelsplattform für recyceltes Aluminium, das mehr Emissionen einsparen hilft.

Der Schritt spiegelt den wachsenden Appetit von Unternehmen und Investoren auf die Offenlegung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Daten (ESG) wider. En+, Eigentümer des russischen Produzenten Rusal, übte entsprechenden Druck auf die LME aus, die Lieferanten des Leichtmetalls zur Offenlegung ihres Kohlenstoff-Fußabdrucks an der Börse zu zwingen. „Wir sind jetzt zur nächsten großen, sich abzeichnenden Herausforderung der ESG bei Metallen übergegangen, nämlich dem Umweltschutz", sagte Chamberlain. Die neue Handelsplattform trage dazu bei, festzustellen, ob die Verbraucher bereit sind, einen Aufschlag für kohlenstoffarmes Aluminium zu zahlen.

Weltweit wurden im vergangenen Jahr laut dem Internationalen Aluminium Institut (IAI) 63,7 Mio. Tonnen Aluminium hergestellt; die Londoner Börse ist neben der Metallbörse in Shanghai einer der wichtigsten Handelsplätze. Die größten Abnehmer sind die Automobilindustrie, die Bauindustrie, die Verpackungsbranche sowie die Elektroindustrie. Die Aluminiumindustrie verursacht etwa ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.