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    Wer die jüngsten Marktbewegungen rund um den Globus verstehen will, der sollte womöglich einmal einen Perspektivwechsel vornehmen und die Weltmärkte aus den Augen eines US-Investors betrachten. Aus den Augen eines US-Investors ist die Welt derzeit vor allem ein Hort der Unsicherheit. Denn während die US-Wirtschaft so stark wächst wie seit vielen Jahren nicht mehr, gibt es rund um den Globus keinen Mangel an neuen Krisen.

    Schwellenländer wie die Türkei, Argentinien und Südafrika stecken in selbstverschuldeten Krisen, während in Europa, ausgelöst durch die Unsicherheiten um Italien, eine Neuauflage der Euro-Krise droht. Zu alledem kommen noch die von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikte, unter denen voraussichtlich ebenfalls die Schwellenländer und Europa stärker leiden werden als die USA selbst.

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    Die globale Unsicherheit auf der einen Seite und das starke Wachstum der US-Wirtschaft hat zusammen mit den steigenden Zinsen in den USA eine große Flucht in den Dollar ausgelöst. Das große Kapital flüchtet in den Greenback, der zumindest vorübergehend Gold als wichtigster "sicherer Hafen" abgelöst zu haben scheint. Dies zeigt auch der Chart des Dollar Index, der den Wert des US-Dollars gegenüber sechs anderen wichtigen Währungen von Industrieländern abbildet.

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    US Dollar Index Futures (JFD-Indikation)

    US-Anleger müssen bei Kapitalanlagen in Europa und den Schwellenländern derzeit doppelt Verluste verbuchen: Zum einen sinken die Aktienmärkte in lokalen Währungen gerechnet und zum anderen werten die lokalen Währungen auch noch gegenüber dem US-Dollar ab. Kein Wunder also, dass immer mehr US-Anleger die Reißleine ziehen und ihre Engagements in Übersee abstoßen.

    Wie schwach sich zum Beispiel der deutsche Aktienmarkt aktuell entwickelt, wird erst so richtig klar, wenn man ihn nicht in Euro, sondern in US-Dollar betrachtet. Der DAX bildete im April ein markantes Tief aus, das seither nicht mehr unterschritten wurde. In US-Dollar betrachtet notiert der DAX allerdings inzwischen bereits weit unter dem Niveau aus dem April, wie der folgende Chart zeigt.

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    Der DAX in US-Dollar

    Da sich ein Großteil der deutschen Aktien tatsächlich in US-amerikanischen Händen befindet, ist der DAX-Chart in Dollar womöglich aussagekräftiger, als so mancher Anleger meint.

    Die Flucht in den US-Dollar wird für die Welt immer mehr zum großen Problem. Denn nach der Finanzkrise haben die auf Rekordtief gesunkenen Zinsen im Dollarraum weltweit die Verschuldung in US-Dollar in die Höhe getrieben. Nun setzt die Gegenbewegung ein: Wegen des stärkeren Dollars und steigender Zinsen geraten immer mehr Dollar-Kreditnehmer in Schieflage. Die Flucht in den Dollarraum wird zu einer sich selbst verstärkenden Entwicklung, die fast nur Verlierer kennt, jedenfalls außerhalb von Nordamerika.


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