Die Fakten sprechen für sich

Nur einer von hundert Fondsmanagern war in der Lage durch Aktienauswahl den S&P 500 zu schlagen. (1) Auch andere Märkte wurden in den vergangenen zehn Jahren nicht überboten. 98 % der globalen Aktienfonds und 97 % der Schwellenländerfonds lagen seit 2006 unter den von S&P Dow Jones herangezogenen Vergleichsindizes.

Survivorship Bias

Die neue Studie fällt so dramatisch schlecht aus, weil die Analysten von S&P Dow Jones einen statistischen Fehlschluss, den Survivorship Bias beachteten. Dieser Effekt, der auch bei Fondsrankings und anderen Bestenlisten der Finanzbranche immer wieder auszumachen ist, verzerrt Auswertungen zugunsten der „Überlebenden“.


Viele schlecht rentierende oder gering kapitalisierte Fonds werden von den Fondsgesellschaften wieder geschlossen. Das Fondsanalysehaus Morningstar hat ermittelt, dass von 62 Strategiefonds, die zwischen 1996 und 2006 aufgelegten worden waren, am Ende nur noch 32 Fonds am Markt erhältlich waren.

Fast die Hälfte der Fonds wurde wegen Misserfolgs geschlossen. (2)

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Daher vergleichen die meisten Studien nur die „überlebenden“ Fonds mit der Benchmark. Die Statistik wird positiv verzerrt. Die aktuelle S&P Dow Jones Analyse umfasst jedoch alle, auch die bereits geschlossenen oder verschmolzenen Fonds.

Der Grund ist nachvollziehbar.

Ein Anleger kann nicht im Vorhinein wissen ob der von ihm gewählte Fonds zu den „Überlebenden“ gehören wird. Das Verfahren ist fair für den Anleger. Das Ergebnis umso erschreckender.

Die Tatsache, dass aktive Fondsmanager keine höheren Renditen erwirtschaften, ist den Lesern meines Guidants-Desktopsbekannt. Schon in anderen Artikeln, z.B. „Investieren Sie wie die Millionäre von Google“, konnte ich feststellen, dass es professionellen Portfoliomanagern kaum gelingt einen Vergleichsindex zu schlagen, auch wenn die Werbung anderes verspricht.

Hohe und versteckte Gebühren in der Kritik

Deutlich höhere Gebühren von aktiven Fonds gegenüber Indexfonds („ETFs“) werden daher von Akademikern und Verbraucherschützern kritisiert.

Eugene Fama, Nobelpreisträger und Vater der Markteffizienztheorie erklärt:

"If active managers win, it has to be at the expense of other active managers. And when you add them all up, the returns of active managers have to be literally zero, before costs. Then after costs, it's a big negative sign.“ (3)

Wenn einer gewinnt, muss ein anderer verlieren. Am Ende ein Nullsummenspiel der aktiven Fondsmanager.

Nach Kosten aber ein Verlust für den Anleger.

Auch die Politik hat hohe und intransparente Fondsgebühren als Thema entdeckt. Passiert ist bisher nichts. Der Grünen-Finanzexperte Sven Giegold wies bereits 2013 darauf hin, dass die Deutschen etwa 20 % Vermögenseinbuße durch zu hohe Gebühren hinnehmen müssen. (4)
Clevere Privatanleger brauchen jedoch nicht auf die Politik warten. Sie können ihre Vermögensbildung selbst in die Hand nehmen und mit Hilfe von passiven Indexfonds hohe und intransparente Gebühren vermeiden.

Zusätzlich erhalten sie die Gewissheit, dass sie zu 99 % bessere Ergebnisse als mit aktiven Fonds generieren werden.

Viele Grüße
Jakob Penndorf

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(1) Passive Investing. 99 % of actively managed US equity funds underperform. Financial Times Online-Artikel vom 24.10.2016, abgerufen am 27.10.2016.
(2) When It Comes to Fund Performance, History Is Often Written by the Winners. Wall Street Journal Online-Artikel vom 06.08.2012, abgerufen am 27.10.2016.
(3) Nobel winner Fama: Active management 'never' good. CNBC-Onlinebeitrag vom 19.09.2014, abgerufen am 27.10.2016.
(4) Vermögensschaden für Privatanleger: Der EU-Parlametarier Sven Giegold über intransparente Performance Fees und den Versuch einer europaweiten Regelung. Euro am Sonntag Interview vom 25.07.2013, abgerufen am 27.10.2016 

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