• EUR/USD - Kürzel: EUR/USD - ISIN: EU0009652759
    Börse: FOREX / Kursstand: 1,18507 $

In Brüssel wurde lange verhandelt. Am Ende stand das gefeierte Rettungspaket, bei dem insgesamt 750 Mrd. Euro ausgegeben werden. Jeder Regierung war im Vorfeld klar, dass auf die Pandemie reagiert werden muss. Italien, Spanien und Griechenland brauchen Hilfe, um eine jahrelange Depression zu vermeiden. Da die Schulden in diesen Ländern bereits sehr hoch sind, sind noch mehr Schulden nur ein schlechter Ausweg. Ursprünglich waren Zuschüsse in der Höhe von 500 Mrd. geplant. Am Ende wurde dieser Betrag auf 390 Mrd. reduziert. Der Rest der 750 Mrd. wird als Kredit vergeben. Da das Geld nicht vom Himmel fällt, muss es von irgendwoher kommen. In diesem Fall kommt es von der EU, einer Institution, die bisher schuldenfrei war. Das ändert sich nun schlagartig. Die EU muss 750 Mrd. auf dem Anleihemarkt aufnehmen und wird damit zu einem der größten Schuldner der Welt. Schließt man die ganz großen Schuldner der Welt (USA, China, Japan) mit ein, erreicht die EU trotzdem Rang 12 und das nicht etwa über Jahrzehnte, sondern sofort.


750 Mrd. an Schulden sind viel. Die Kosten für diese Schulden dürften sehr niedrig ausfallen, da ja die Gemeinschaft am Ende haftet. Die EU erhält von ihren Mitgliedsstaaten Geld überwiesen und da jedes Land dazugehört, auch die der besten Bonität wie Deutschland und die Niederlande, dürften die Anleihen als sehr sicher gelten.

Gemeinsame Schulden erschweren es die EU zu verlassen. Je höher die gemeinsamen Schulden sind, desto schwieriger wird es. Nur wenige Länder können es sich leisten, diese Rechnung zu begleichen. Damit wird die EU fast so unumkehrbar wie die Eurozone. Die Eurozone wurde durch die Target2 Salden unumkehrbar.

Kapital floss aus Krisenländern ab. Das entspricht einem negativen Saldo und erscheint als Forderung gegenüber diesen Ländern als positiver Saldo in Ländern wie Deutschland oder Luxembourg (Grafik 2). Bricht die Eurozone auseinander, sind diese Forderungen wohl verloren. Das will niemand.


Die Target2 Salden dürften in den nächsten Wochen ein neues Rekordungleichgewicht erreichen. Verantwortlich dafür sind die Anleihenkäufe der EZB. Als QE kurzfristig pausiert wurde und die EZB ein Tiering für Überschussreserven einführte, reduzierte sich das Ungleichgewicht etwas.

Durch neues QE und das Pandemiekaufprogramm ist absehbar, dass die Ungleichgewichte größer werden. Damit wird der Euro noch unumkehrbarer. Nun gilt das gleiche auch für die EU. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich beurteilen. Durch die gemeinsamen Schulden werden jedenfalls Fakten geschaffen. Investoren scheint es zu gefallen. Der Euro ist so stark wie lange nicht.

Clemens Schmale


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