Inflation ist wahrscheinlich

Jaco Rouw, Senior Portfolio Manager, Global Fixed Income, NN Investment Partners, kommentiert:

„Es herrscht eine große Unsicherheit an den Märkten. In den USA gibt es enorme fiskalische Anreize, eine Wirtschaft, die bald wieder geöffnet wird, um den Nachfragestau zu lösen, Einmaleffekte wie die starken Energiepreise, umfangreiche und koordinierte fiskal- und geldpolitische Lockerungen der Zentralbanken und die De-Globalisierung. Darüber hinaus preist der US-Markt für 2022 eine viel höhere Inflation ein als von den meisten Ökonomen erwartet. Dies könnte teilweise eine hohe Inflationsunsicherheitsprämie widerspiegeln. All dies wird erhebliche Auswirkungen haben, sodass Anleger die Wahrscheinlichkeit einer höheren – sogar spektakulären – Inflation zumindest in der nahen Zukunft in Betracht ziehen müssen. Was Deutschland angeht, betrug die Inflation im November letzten Jahres -0,7 Prozent und könnte auf 3,5 Prozent bis November dieses Jahres steigen. Der höchste Stand seit 1993.”

Inflation ist eher unwahrscheinlich

Willem Verhagen, Senior Economist, NN Investment Partners, sagt:

„Wir befinden uns in einem sehr unberechenbaren Umfeld, aber ich bezweifle, dass wir eine strukturell höhere Inflation sehen werden. Jedoch werden wir in diesem Jahr zweifellos einen Inflationsanstieg erleben. Die große Frage ist, ob dieser sich selbst verstärken wird, und das hängt von den Inflationserwartungen der Beteiligten der Preis- und Lohnfindung ab. Die Inflationserwartungen sind seit mehr als zehn Jahren sehr gut im unteren Bereich verankert. Deshalb ist es meines Erachtens schwer einzuschätzen, ob sie plötzlich nach oben klettern könnten. Solange Präsident Biden die Wirtschaft nicht dauerhaft in dem Maße fiskalisch ankurbelt, wie er es jetzt tut, sehe ich keinen anhaltenden Anstieg der Inflation in den nächsten zwei Jahren. In Deutschland könnten frühzeitige Lohnverhandlungen für ein langsames Lohnwachstum sprechen. Dieses würde für eine weiterhin niedrige zugrundeliegende Trendinflation sprechen.“