Oslo (Godmode-Trader.de) - Im Kampf gegen Klimawandel führen viele Wege nach Rom. Die norwegische Regierung hat sich nun unter anderem für das CCS-Verfahren entschieden, um weniger klimaschädliches CO2 in die Luft zu blasen. Die Ölnation wird dazu insgesamt 1,6 Milliarden Euro in die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) investieren, um die Entwicklung der Technologie voranzutreiben, die Emissionen zu senken und neue Arbeitsplätze zu schaffen, wie es am Montag in Oslo hieß.

In einem Weißbuch, das dem Parlament am Montag vorgelegt wurde, hob die Regierung ihr so genanntes Longship-Programm und ein CCS-Projekt in einer Zementfabrik als Auftakt hervor, forderte aber auch andere Länder auf, in diese Technologie zu investieren und sie zu nutzen. „Das Projekt wird zu Emissionssenkungen führen und die Entwicklung neuer Technologien und damit neuer Arbeitsplätze erleichtern", erklärte Premierministerin Erna Solberg. „Damit Longship ein erfolgreiches Klimaprojekt für die Zukunft wird, müssen auch andere Länder mit der Nutzung dieser Technologie beginnen. „Die Finanzierung hängt auch davon ab, dass andere sich dem Verfahren anschließen“, so Solberg.

Mit den Plänen befasst sich nun das Parlament. Umweltminister Sveinung Rotevatn erklärte, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müsse CO2 in großem Umfang aus der Luft geholt und eingelagert werden. Norwegen hat sich verpflichtet, seine Emissionen bis 2030 um 50 bis 55 Prozent zu verringern.

Erste CCS-Investitionen fließen in das Zementwerk Norcem von HeidelbergCement in Brevik, südlich von Oslo. Heidelberg Cement plant, in Brevik die weltweit erste Anlage zur CO2-Abscheidung und -Speicherung im industriellen Maßstab zu errichten. Jährlich sollen dabei 400.000 Tonnen CO2 abgeschieden und zur dauerhaften Lagerung transportiert werden. Bei der Zementherstellung fallen große Mengen CO2 an: Zum einen aus dem eingesetzten Brennstoff, und dann ist da noch die Produktion. Bei einer Temperatur von knapp 1.000 Grad Celsius kommt es zu einer Kalzinierung, bei der Kalk in Kalziumoxid und CO2 gespalten wird. Diese prozessbedingten CO2-Emissionen machen den Großteil der Gesamtemissionen bei der Zementproduktion aus.