Im August, der mit durchwachsenen konjunkturellen Daten aufwartete, fanden sowohl die Aktien- als auch die Rentenmärkte zu beachtlicher Stärke zurück. Regional deckten sich die Kursanstiege mit den Erfahrungen der letzten zwölf Monate: Auf Industrieländerebene lagen japanische und europäische Aktien vorn, während die US-Börsen nur unterdurchschnittliche Kursanstiege verbuchen konnten. Ist an der Nachhaltigkeit dieser Entwicklung zu zweifeln?

Fakt ist, dass der Konjunkturmotor in den USA noch verhältnismäßig rund läuft und seine Drehzahl nur allmählich reduziert: Einer nachlassenden Kreditnachfrage und einem sich deutlich abschwächenden Immobilienmarkt stehen anhaltend hohe Einzelhandelsumsätze bei robuster Lohnentwicklung, guter Auftragslage und rückläufigen Kerninflationsraten gegenüber. Dass die japanische Wirtschaft im zweiten Quartal fast stagnierte, ist kein Grund zur Besorgnis: Vor allem der Staat reduziert zur Zeit seine Ausgaben, was zwar kurzfristig auf das Wachstum drückt, strukturell jedoch wünschenswert ist und die mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten verbessert. Gleichzeitig bleibt der Nachbar China ein Wachstumswunderland: Die Industrieproduktion wächst mit Vorjahresraten von rund 20 %, was selbst für asiatische Verhältnisse außerordentlich ist. Und Europa? Ein merklicher Abfall des ZEW-Indikators deutet auf eine nahende konjunkturelle Wende hin, so weit so gut. Nach den zurückliegenden Höhenflügen sowohl der Stimmungsindikatoren als auch einiger „harter“ Daten (wie z. B. Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion) kommt dies jedoch nicht wirklich überraschend. Und immerhin wuchs die europäische Wirtschaft im zweiten Quartal erstmals seit 2001 schneller als die der USA.

Womit ist bei diesen Vorgaben am Kapitalmarkt zu rechnen? Dass eine konjunkturelle Beruhigung seit Längerem erwartet wird, dürfte ein Grund dafür sein, dass die Aktienkurse in den letzten Jahren im Verhältnis zur guten Gewinnentwicklung nur moderat angestiegen sind. Positiv gesagt bleibt bei nur verhaltenen Erwartungen an die weitere Wirtschaftsentwicklung für große Enttäuschungen kaum Platz. Dies gilt umso mehr, da die konjunkturelle Schwäche voraussichtlich schnell vorübergehen wird. Zum Jahresende dürften die Börsenkurse der wirtschaftlichen Entwicklung vorauseilen.

Die Risiken im Blick, gilt es nun vor allem Ruhe zu bewahren und aus auf den ersten Blick schwachen Wirtschaftsdaten keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Im wahrscheinlichsten Falle eines moderaten Zwischentiefs im globalen Konjunkturzyklus sollten Aktien weiterhin die im Vergleich zu anderen Anlageformen überlegene Rendite bieten.

Quelle: dit

Der dit (Deutscher Investment Trust) verfügt über fast 50 Jahre Fondsmanagement-Erfahrung in Deutschland und ist Teil einer der größten Vermögensverwalter der Welt – der Allianz Dresdner Asset Management. In über 100 Fonds verwaltet der dit mehr als 58 Mrd. Euro (Stand: Mitte Februar 2005).