Istanbul (Godmode-Trader.de) - Nach Einschätzung der OECD steh die Türkei vor einem schweren Wirtschaftseinbruch. Die Wirtschaftsleistung werde in diesem Jahr um 2,6 Prozent sinken, prognostizierte die OECD in ihrem am Dienstag vorgestellten Konjunkturausblick. Ein Grund sei die starke Verunsicherung der Investoren nach den Kommunalwahlen, die sogar die Aussichten für 2020 beeinträchtigen würden.

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    Die Bürgermeisterwahl in Istanbul am 31. März hatte der Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu knapp vor dem früheren Ministerpräsidenten Binali Yildirim gewonnen. Allerdings annullierte die Hohe Wahlkommission auf Antrag der Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan die Abstimmung und ordnete eine Wiederholung am 23. Juni an. Als Begründung gab die Behörde an, dass die Wahlräte teils rechtswidrig zusammengestellt worden seien. Die Entscheidung wurde international heftig kritisiert.

    Die politischen Unsicherheiten treffen die Türkei zu einer Zeit, in der die Wirtschaft ohnehin am Boden ist. Im vergangenen Sommer war die Lira in eine Währungskrise mit starken Kurseinbrüchen geraten. Auslöser waren unter anderem politische Auseinandersetzungen mit den USA. Die Wirtschaft des Landes war in der zweiten Jahreshälfte 2018 in die Rezession gerutscht.

    In den vergangenen Wochen war die türkische Währung wieder erheblich unter Druck geraten. Die Türkei will deshalb bestimmte Devisentransaktionen wieder besteuern. Die Steuer soll 0,1 Prozent des zugrundeliegenden Währungsgeschäfts betragen, wie aus einer Anweisung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hervorgeht. Es ist der Versuch, Geschäfte mit Fremdwährungen zu verteuern, um damit die Lira zu stützen.