Energie: Der Brent-Ölpreis hält sich weiter über 77 USD je Barrel und hat gestern ein neues 3½-Jahreshoch bei 78 USD je Barrel markiert. Damit ist ein großer Teil des Preisrückgangs von über 100 USD auf unter 30 USD je Barrel im Zuge des im Herbst 2014 begonnenen Preiskriegs zwischen der OPEC und der US-Schieferölindustrie wieder wettgemacht worden. Die OPEC scheint ihre verloren gegangene Preismacht wieder zurückzugewinnen. Denn der mittelfristige Preisausblick hängt aktuell maßgeblich von der Entscheidung der OPEC-Länder ab, allen voran Saudi-Arabiens, die sich abzeichnende Angebotslücke zu füllen. Geht es der OPEC um die langfristige Preisstabilität, sollte man spätestens auf dem Treffen in Wien in sechs Wochen die Bereitschaft signalisieren, mögliche Exportausfälle des Irans auszugleichen und das Kürzungsabkommen sogar vorzeitig auslaufen zu lassen. Verfolgt man jedoch kurzfristige (Preis-)Ziele, wird die OPEC auf der Beibehaltung des Abkommens beharren oder seine mögliche Verlängerung über das Jahr 2018 hinaus diskutieren.

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Wir sind der Meinung, dass sich langfristig die OPEC durch ihre Strategie ins eigene Fleisch schneidet und die Nicht-OPEC-Produktion massiv fördert. So hat die US-Energiebehörde die Prognose für die US-Ölproduktion am Dienstag erneut stark angehoben. Sie sollte in den kommenden zwölf Monaten um über 1,2 Mio. auf fast 12 Mio. Barrel täglich steigen. Allein der Anstieg der 2019er Schätzung gegenüber April beträgt 400 Tsd. Barrel täglich (Grafik des Tages), was einen Großteil der möglichen Iran-Ausfälle kompensieren würde. Doch angesichts der aktuell aufgeheizten Stimmung wird diese Schätzung eher zur Randnotiz.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8 
CE9J22  Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8 
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8 
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8 

Edelmetalle: Der schwächere US-Dollar im Zuge enttäuschender US-Inflationsdaten – sowohl die Gesamtrate als auch die Kernrate der Konsumentenpreise lagen im April unter den Markterwartungen – hat dem Goldpreis gestern Auftrieb gegeben. Dieser ist auf rund 1.320 USD je Feinunze gestiegen. Gold in Euro gerechnet legte wegen der EUR-USD-Wechselkursentwicklung zwar nicht so stark zu, verteuerte sich aber auf 1.110 EUR je Feinunze. Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten scheinen Gold dagegen für uns unverständlicherweise noch kalt zu lassen. Offenbar muss es erst zu einer ernsthaften Eskalation der Lage kommen, damit Gold als sicherer Hafen wieder stärker gefragt ist.

Platin hat in den letzten Tagen gegenüber Gold etwas Boden gut gemacht: Die Preisdifferenz zwischen Gold und Platin hat sich erstmals seit gut zwei Wochen wieder auf unter 400 USD je Feinunze verringert. Mitte April lag sie noch bei rekordhohen 421 USD. Da die ETF-Bestände seit Monatsbeginn bei Gold und bei Platin ungefähr gleich stark abgebaut wurden, dürfte sich das Investoreninteresse etwas zu Gunsten von Platin verschoben haben. Der Preisanstieg von Platin um 30 USD bzw. gut 3 % seit dem letzten Datenstichtag der CFTC-Statistik am 1. Mai lässt vermuten, dass die spekulativen Finanzinvestoren seitdem Short-Positionen geschlossen haben. Der Preisabschlag von Platin zu Palladium hat sich dagegen wieder auf über 70 USD ausgeweitet, da Palladium wieder rund 1.000 USD je Feinunze kostet.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6 
CD5B34  Faktor Short Gold-Future Faktor: -6 

Industriemetalle: Auch die Metallpreise profitierten vom schwächeren US-Dollar, wobei vor allem Kupfer zulegte. Zum Wochenausklang kostet es rund 6.900 USD je Tonne. Der Zinkpreis zog dagegen kaum an; er notiert heute Morgen weiter unter 3.100 USD je Tonne. Einem Reuters-Bericht zufolge, der sich auf Daten des staatlichen Research-Instituts Antaike beruft, ist die Zinkproduktion in China im April im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 % auf 377 Tsd. Tonnen gestiegen. Grund für die höhere Zinkproduktion ist demnach das Ende von Wartungsarbeiten in einigen Schmelzen. Zudem hat sich die Produktion in großen Zinkminen des Landes wieder normalisiert, nachdem diese im ersten Quartal aufgrund von Umweltauflagen eingeschränkt war. Wie die Londoner Metallbörse kürzlich mitteilte, wurden an der LME im April mehr als 8,7 Mio. Kontrakte Aluminium gehandelt. Im Falle von Nickel wurden über 2,5 Mio. Kontrakte gehandelt. Umgerechnet in Tonnen entspricht dies dem 3½-fachen der letztjährigen weltweiten Aluminiumproduktion sowie dem gut 7-fachen der letztjährigen globalen Nickelproduktion. Die Handelsvolumina waren jeweils Rekordwerte. Auslöser für das deutlich größere Handelsinteresse waren die US-Sanktionen gegen den russischen Aluminiumproduzenten Rusal, die am 6. April verkündet wurden. Die Sorgen über daraus resultierende Angebotsengpässe schwappten auch auf Nickel über, so dass die Aluminium- und Nickelpreise letzten Monat erst nach oben gesprungen und später wieder stark zurückgekommen waren.

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