• WTI Öl - Kürzel: WTI - ISIN: XC0007924514
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 27,50100 $/bbl.

New York/ London (Godmode-Trader.de) - Die Ölpreise gerieten zur Wochenmitte wieder stark unter Druck. Grund war laut Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank, eine Meldung aus dem Irak, wonach der zweitgrößte OPEC-Produzent die von der Allianz OPEC+ beschlossenen Förderkürzungen nicht zeitnah umsetzen können wird.

Die Notierungen erholten sich dann aber, nachdem die US-Energiebehörde EIA besser als erwartete Zahlen zur Ölnachfrage und zu den Lagerbeständen in den USA gemeldet hatte. Den offiziellen Daten zufolge sind die US-Rohölbestände in der vergangenen Woche um 4,59 Mio. Barrel gestiegen. Das ist die schwächste wöchentliche Zunahme seit Mitte März. Grund dafür ist, dass die inländische Produktion weiter rückläufig ist. In der vergangenen Woche sank die tägliche Förderung um 0,2 auf 11,9 Mio. Barrel.

Der Lagerbestandsaufbau fiel auch nicht so stark aus, wie Experten erwartet hatten und wie die tags zuvor gemeldeten Daten des American Petroleum Institute API hätten vermuten lassen. Der Rohölbestand in Cushing, Oklahoma, erhöhte sich um 2,07 Mio. Barrel, wiederum der geringste Anstieg seit Ende März. Auf der Produktiosseite belegen die Daten den Entspannungstrend bei den Raffinerien. Deren Auslastung hat sich in der vergangenen Woche um weitere 0,9 Prozent erhöht.

Die Terminkurve von Brent hat sich verengt, wobei sich der Spread des Frontmonatkontrakts auf 0,9 US-Dollar (Contango) im Vergleich zum Höchststand von etwa 4 US-Dollar Mitte April verringert hat (Stand Donnerstagvormittag). Das bedeutet wiederum, dass die Ölschwemme auf dem physischen Markt in den letzten Wochen etwas abgebaut wurde. Die OPEC+-Förderkürzungen in Verbindung mit einer geringen Förderung in den USA und einer gewissen Erholung der Nachfrage haben dazu beigetragen, das hohe Ungleichgewicht, das noch im April vorherrschte, abzubauen.

Einige Analysten zweifeln jedoch weiterhin an einer nachhaltigen Erholung am Ölmarkt. Verwiesen wurde unter anderem auf das Risiko von weiteren Corona-Infektionswellen. Zudem stellt der wieder aufbrechende Konflikt zwischen den USA und China eine Gefahr für den Welthandel und damit auch die Ölnachfrage dar.

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