• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 30,45500 $/bbl.

New York/ London (Godmode-Trader.de) - Nach Einschätzung von Marktbeobachtern werden die Ölpreise von der Hoffnung auf einen baldigen Anstieg der Nachfrage getragen. Die große Überraschung aber war die gestrige Ankündigung von Saudi-Arabien, die tägliche Produktion im Juni um weitere 1 Mio. Barrel zu drosseln. Damit dürfte die Förderung des Königreiches im Monatsschnitt bei 7,5 Mio. Barrel pro Tag liegen. Das wäre der niedrigste Stand seit fast 20 Jahren. Die zusätzliche Kürzung solle dazu beitragen, dass der Ölmarkt sich weiter normalisiert, hieß es.

Interessanterweise folgte die Ankündigung auf ein Telefongespräch zwischen Präsident Trump und dem König von Saudi-Arabien. Der Markt reagierte umgehend mit einer Preisrally, der allerdings keine Dauer beschieden war. Dass Saudi-Arabien seine Förderung weiter kürzt, könnte nämlich auch darauf hindeuten, dass nennenswerte Abnehmer nicht zu finden sind. Andernfalls wäre es schließlich höchst unwahrscheinlich, dass die Saudis eine solche freiwillige Maßnahme ergreifen. Nach der Ankündigung Riads haben auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait mitgeteilt, im Juni ihre jeweilige Förderung zu reduzieren (um 100.000 bzw. 80.000 Barrel pro Tag).

In dieser Woche stehen noch einige Datenveröffentlichungen an. Am Abend wird der Interessenverband American Petroleum Institute (API) zu den Lagerbeständen in der vergangenen Woche berichten. „Es genügt ein geringfügiger Rückgang der Nachfrage um die Rohöl-Lager gefährlich nahe an die Kapazitätsgrenze zu treiben", warnte Michael McCarthy, Chefstratege beim Broker CMC Markets Asia Pacific. Die Produktionskürzungen dürften mittelfristig zwar wirken, aber die kurzfristige Situation bereite Sorge, sagte er.

Abgesehen von den üblichen Wochenberichten wird die US-Energiebehörde EIA ihren kurzfristigen Energieausblick veröffentlichen. Dabei wird es interessant sein zu sehen, welche Revisionen die EIA an ihren Prognosen für die US-Ölproduktion vornehmen wird, da die Bohrtätigkeit in den USA zuletzt eingebrochen ist und in den letzten Wochen zahlreiche Produktionsschließungen eintraten. Am Mittwoch wird die OPEC dann ihren Monatsbericht vorlegen, am Donnerstag folgt die Internationale Energieagentur IEA. Der Hauptschwerpunkt der Reports dürfte auf den jeweiligen Nachfrageerwartungen für den Rest des Jahres liegen.

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