• WTI Öl - Kürzel: WTI - ISIN: XC0007924514
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 69,855 $/Barrel
  • Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 75,375 $/Barrel

Aktuell stehen die Ölpreise ganz im Bann der Iran-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump. Am Dienstagabend um 20.00 Uhr deutscher Zeit wird Trump bekanntgeben, ob neue Sanktionen gegen den Iran verhängt werden und ob sich die USA aus dem Nuklearabkommen mit dem Land zurückziehen.

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Sollte es zu neuen Sanktionen kommen, könnte das zu einer deutlichen Einschränkung des weltweiten Ölangebots führen. Je nachdem, wie die Sanktionen genau aussehen und welche Länder sich neben den USA noch anschließen, könnten die Ölexporte des Irans um rund 500.000 Barrel pro Tag zurückgehen, vermuten Analysten. Die Angst vor einem sinkenden Angebot hat den Ölpreis in den vergangenen Tagen und Wochen bereits deutlich steigen lassen.

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Doch auch längerfristig könnte es mit den Ölpreisen weiter nach oben gehen, vermutet der auf den Öl- und Energiesektor spezialisierte Hedgefondsmanager Pierre Andurand. In einer Reihe von Tweets schrieb Andurand vor rund einer Woche, dass ausgerechnet die Angst vor einem Ende des Erdölzeitalters den Ölpreis auf neue Rekordniveaus treiben könnte. Denn da alle Welt damit rechnet, dass die fossilen Brennstoffe irgendwann keine große Rolle mehr spielen werden, wird nur noch sehr wenig in neue Fördergebiete und -anlagen investiert. Genau das könnte sich in einigen Jahren rächen, meint Andurand.

"Wir brauchen Ölpreise von mehr als 100 Dollar um genügend Investitionen außerhalb der USA zu fördern", twitterte Andurand.

Der Ölmarkt zeigt mit seinen starken Preisschwankungen seit Jahrzehnten einen ausgeprägten Schweinezyklus. Als Schweinezyklus wird eine periodische Schwankung von Angebotsmengen und Preisen bezeichnet, die erstmals vom Ökonom Arthur Hanau auf dem Markt für Schweinefleisch im Jahr 1927 beschrieben wurde. In einem Schweinezyklus führen hohe Preise auch zu hohen Investitionen der Produzenten, die dann mit zeitlicher Verzögerung zu einem Überangebot und fallenden Preisen führen. Sind die Preise am Boden, wird weniger in den Ausbau der Produktionskapazitäten investiert, was dann wiederum mit zeitlicher Verzögerung zu einem Angebotsdefizit und steigenden Preisen führt.

Auf dem Ölmarkt sorgten insbesondere die hohen Ölpreise im Zeitraum 2011 bis 2014 zu einer drastischen Ausweitung der Schieferölproduktion in den USA und damit zu einem deutlichen Anstieg der Angebotsmenge, die zwischen 2014 und 2016 einen drastischen Preisverfall auslöste. Dieser Preisverfall und die Erwartung, dass die Erdölnachfrage auf absehbare Zeit ihren absoluten Höhepunkt erreichen und anschließend nur noch sinken wird, könnte nun wieder zu deutlich zu geringen Investitionen in die Erdölproduktion führen.

US-Leichtölsorte WTI im Langfristchart

In einem weiteren Tweet schrieb Hedgefondsmanager Andurand in der vergangenen Woche: "Paradoxerweise könnten die Peak-Demand-Ängste zum größten Angebotsschock aller Zeiten führen. Wenn die Preise nicht schnell genug steigen, ist ein Ölpreis von 300 Dollar in ein paar Jahren nicht unmöglich." Als "Peak-Demand" wird die Hypothese bezeichnet, dass die Nachfrage nach Erdöl nach einem Allzeithoch sinken dürfte, weil Erdölprodukte im Energie- und Treibstoffmix der Zukunft erwartungsgemäß keine große Rolle mehr spielen.

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Pikanterweise löschte Andurand seine Tweets wieder, nachdem die Finanznachrichtenagentur Bloomberg darüber berichtet hatte.

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