Energie: Die Ölpreise wurden gestern von zwei gegensätzlichen Einflussfaktoren hin und her gerissen. Zunächst sorgten Meldungen von angeblichen Sabotageakten auf saudi-arabische Öltanker nahe der Straße von Hormus für kräftig steigende Preise. Details über die Hintergründe gibt es bislang noch...

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Energie: Die Ölpreise wurden gestern von zwei gegensätzlichen Einflussfaktoren hin und her gerissen. Zunächst sorgten Meldungen von angeblichen Sabotageakten auf saudi-arabische Öltanker nahe der Straße von Hormus für kräftig steigende Preise. Details über die Hintergründe gibt es bislang noch nicht. Der Iran, der zuletzt wiederholt mit einer Blockade der Meerenge für Öllieferungen gedroht hatte, hat eine Verantwortung dafür zurückgewiesen und eine Untersuchung gefordert. Der Zwischenfall hat dennoch das Bewusstsein der Marktteilnehmer für dieses erhebliche Angebotsrisiko geschärft. Schließlich werden durch die Straße von Hormus täglich 18,5 Mio. Barrel bzw. 30 % der weltweiten seewärtigen Öllieferungen transportiert. Nur ein geringer Teil könnte durch Pipelines umgeleitet werden. Brent legte deshalb in der Spitze um fast 3 % auf 72,5 USD je Barrel zu. Die neuerliche Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China sorgte dafür, dass die Ölpreise am Nachmittag die Gewinne wieder abgaben und letztlich sogar im Minus aus dem Handel gingen. Denn die Nachricht über chinesische Vergeltungszölle auf US-Importgüter im Wert von 60 Mrd. USD ließ die US-Aktienmärkte einbrechen, wovon sich auch die Ölpreise nicht entziehen konnten. Betroffen von den chinesischen Gegenzöllen ist auch US-Flüssiggas (LNG), nicht jedoch US-Rohöl. Das weiter sprudelnde US-Ölangebot bleibt damit für chinesische Käufer eine mögliche Alternative für die unter Sanktionen stehenden Öllieferungen aus dem Iran. Laut US-Energiebehörde soll die US-Schieferölproduktion im Juni um 83 Tsd. auf 8,49 Mio. Barrel pro Tag steigen. Mehr als die Hälfte des erwarteten Anstiegs entfällt dabei auf das größte und ertragreichste Schieferölvorkommen Permian Basin.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold wurde gestern seiner Eigenschaft als sicherer Hafen gerecht. Es ist wegen der deutlich höheren Risikoaversion im Zuge des Handelsstreits zwischen den USA und China auf 1.300 USD je Feinunze gestiegen, wo es auch heute Morgen noch handelt. Die höhere Risikoaversion der Marktteilnehmer hat sich diesmal auch in ETF-Zuflüssen widergespiegelt (5,6 Tonnen). Die anderen Edelmetalle wurden hingegen von den schwachen Industriemetallen mit nach unten gezogen. Das Gold/Silber-Verhältnis ist daraufhin auf 88 gestiegen, der höchste Wert seit fast 26 Jahren.
Johnson Matthey (JM), der weltweit größte Verarbeiter von Platin und Palladium, erwartet in diesem Jahr am globalen Platinmarkt überraschend ein Angebotsdefizit von 127 Tsd. Unzen. Dieses kommt fast ausschließlich durch eine extrem hohe Investmentnachfrage zustande, die JM mit fast 860 Tsd. Unzen ansetzt. Die Nachfrage aus der Autoindustrie soll wegen strengerer Emissionsvorschriften in China und Indien insgesamt leicht zulegen. Die Autoindustrie ist es auch, die am globalen Palladiummarkt zu einem hohen Defizit von 809 Tsd. Unzen führen soll. In China wird die Abgasnorm 6 eingeführt, wodurch sich der Palladiumeinsatz in den Katalysatoren deutlich erhöht. Die starke Nachfrage aus der Autoindustrie überkompensiert die Schwäche bei allen anderen Nachfragekomponenten. Wegen ETF-Abflüssen erwartet JM abermals eine deutlich negative Investmentnachfrage.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E6Y Long Palladium-Future Faktor: 5
CJ7RMH Short Palladium-Future Faktor: -5
CJ7RMG Long Platinum-Future Faktor: 5
CJ7RL7 Short Platinum-Future Faktor: -5
CJ7RLS Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10

Industriemetalle: China hat angekündigt, als Vergeltung auf die neuen US-Zölle ab 1. Juni selbst weitere Importzölle in Höhe von 10 %-25 % auf US-Waren im Umfang von 60 Mrd. USD einzuführen. Dies hat zu einer deutlich höheren Risikoaversion an den Aktien- und Metallmärkten geführt, so dass die Metallpreise gestern Nachmittag stark unter Druck kamen. Kupfer hat nur knapp über der Marke von 6.000 USD je Tonne Halt gemacht. Heute Morgen erholen sich die Preise leicht, nachdem US-Präsident Trump bekannt gab, sich im Rahmen des G20-Gipfels Ende Juni mit dem chinesischen Präsidenten Xi zu treffen. Zudem hätte er das Gefühl, dass die Gespräche mit China „sehr erfolgreich“ verlaufen werden.
Die International Copper Study Group (ICSG) hat auf ihrer Frühjahrstagung erneut gewirbelt und ihre Schätzungen für 2019 revidiert sowie neue für 2020 veröffentlicht. Demnach bleibt der globale Kupfermarkt auf absehbare Zeit im Angebotsdefizit. 2019 soll das Defizit (189 Tsd. Tonnen) zwar unter dem Vorjahresniveau liegen, aber höher als bislang erwartet ausfallen. Die Raffinadeproduktion soll sich von den ungewöhnlich vielen Ausfällen im Vorjahr erholen, während ausgehend von China die Nachfrage solide zulegen soll. Das Nachfragewachstum fällt allerdings wegen der Abschwächung der Weltwirtschaft geringer aus als im Vorjahr. 2020 soll sich das Defizit laut ICSG wieder auf 250 Tsd. Tonnen ausweiten, das das Angebot an Kupferkonzentrat beschränkt ist und entsprechend wenig zu Kupferraffinade verarbeitet werden kann.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7J Long Copper-Future Faktor: 5
CJ3D7R Short Copper-Future Faktor: -5

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