• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 54,21 $/bbl.

New York/ London (Godmode-Trader.de) - Die Ölpreise haben am Dienstag zu einer Erholung angesetzt. Am Vorabend war der Preis für Rohöl aus der Nordsee noch bis auf 53,11 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit Januar 2019. Gegen Mittag kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent aber wieder rund 54,00 US-Dollar.

Der Druck am Ölmarkt kommt weiterhin von der Ungewissheit auf der Nachfrageseite, während andererseits die Untätigkeit der OPEC+ nicht hilfreich ist. Der Gemeinsame Technische Ausschuss der OPEC+ beriet sich in der letzten Woche und gab den OPEC+-Ölministern seine Empfehlung ab. Die Gruppe wartet nach wie vor auf eine Antwort Russlands, ob das Land stärkere Einschränkungen unterstützen wird und das derzeitige Förder-Abkommen bis zum Ende des Jahres verlängern werden soll.

Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte Ende letzter Woche, man benötige mehr Zeit; unter anderem auch, um die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zu prüfen. Mit dieser Begründung verhinderte Russland von Beginn der Beratungen an eine Beschlussfassung. Konkurrent Saudi-Arabien hingegen drängt auf eine Förderkürzung von bis zu einer Mio. Barrel, wie es heißt. Riad braucht einen Ölpreis von 60 Dollar, um seinen Haushalt auszugleichen.

Inzwischen ist die nächste OPEC+-Tagung noch immer für den 5. und 6. März anberaumt. Dieser Termin wird von vielen Marktteilnehmer als zu weit in der Ferne betrachtet. Mancher wünscht sich frühere Schritte, um auf die neue Nachfrageschwäche in Folge der Corona-Krise einzugehen und entsprechend zu reagieren. „Die aktuellen Nachfragesorgen wegen des Coronavirus haben unserer Einschätzung nach die Überangebotssorgen verdeutlicht und zum Vorschein gebracht,“ kommentierte Commzerbank-Analyst Eugen Weinberg. „Diese sind im Gegenteil zur kurzfristigen Schwäche der chinesischen Nachfrage eher struktureller Natur und dürften daher die Stimmung langfristig belasten“.

In dieser Woche gibt es eine Reihe von Veröffentlichungen, die der Markt genau beobachten wird. Heute gibt das API zunächst seine US-Lagerdaten bekannt. Laut einer Bloomberg-Umfrage wird erwartet, dass die US-Rohölbestände im Laufe der Woche um 3 Mio. Barrel gestiegen sind. Darauf folgt der Short Term Energy Outlook der EIA, der Prognosen für die US-Produktion bis Ende 2021 enthalten wird. Im Bericht des letzten Monats prognostizierte die EIA, dass die US-Rohölproduktion im Jahr 2020 durchschnittlich 13,3 Mio. Barrel pro Tag (bpd) betragen dürfte, was einem Anstieg um 1,06 Mio. Barrel gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Jahr 2021 sollte sich das Produktionswachstum auf 410.000 bpd verlangsamen, so dass die Produktion im Jahresdurchschnitt auf 13,71 Mio. bpd steigen würde.

Am Mittwoch wird die OPEC ihren monatlichen Ölmarktbericht vorlegen, und die wichtigsten Zahlen, die der Markt betrachten wird, sind die Nachfragezahlen und die Revisionen, die die OPEC aufgrund des Coronavirus vorgenommen hat. Am Donnerstag wird die IEA ihren Monatsbericht veröffentlichen, und auch hier werden die Nachfrageschätzungen für 2020 und die Auswirkungen dieser Nachfrageschätzungen auf die globale Bilanz unter die Lupe genommen.

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