• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 27,32000 $/bbl.

New York/ London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Ölmarkt stand zuletzt vor massiv unter Druck. Grund hierfür war unter anderem das Scheitern der Verhandlungen mit Russland und in Folge Saudi-Arabiens Ankündigung, die Ölproduktion ab April auf mehr als 12 Mio. Barrel pro Tag zu erhöhen, um damit die offiziellen Verkaufspreise deutlich zu senken. Das Land will die Rohölverarbeitung im eigenen Land reduzieren, um mehr Öl exportieren zu können. Dem Markt droht im zweiten Quartal ein beispielloses Überangebot. Zusätzlich belastete der Nachfragerückgang durch die Corona-Pandemie die Öl-Notierungen.

Ein Barrel der Rohölsorte Brent notierte zu Jahresbeginn noch bei 66 US-Dollar. Mitte März waren es nur noch rund 30 Dollar - ein Minus von 55 Prozent. Nun deutet sich allerdings ein Ausweg aus dieser Abwärtsspirale - zumindest in Teilen. Die Preise reagierten prompt. Die Ölpreise legten heute um bis zu 13 Prozent zu. Brent erreicht in der Spitze knapp 28 US-Dollar je Barrel, zuletzt lag der Preis bei 27,32 US-Dollar.

Die Preise erhielten von mehreren Meldungen Auftrieb. So hat China angekündigt, mit staatlichen Vorratskäufen zu starten. Das Land wolle die aktuell niedrigen Ölpreise nutzen, um die staatlichen Ölreserven aufzustocken, berichtete Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise.

Am Vortag hatte US-Präsident Trump Gespräche zwischen Saudi-Arabien und Russland in Aussicht gestellt. Er äußerte sich optimistisch, dass sich die Ölfördernationen schon bald auf ein neues Kürzungsabkommen verständigen würden.

Russland hat am Mittwoch verkündet, seine Produktion nicht erhöhen zu wollen und Bereitschaft zu einem Treffen mit Saudi-Arabien signalisiert. Russlands Präsident Wladimir Putin sieht angesichts des Ölpreisverfalls dringenden Handlungsbedarf. „Wir müssen gemeinsam mit den wichtigsten Förderländern und Nutzern solche Entscheidungen treffen, die die Lage auf dem Markt insgesamt entspannen", sagte Putin am Mittwoch bei einer Regierungssitzung per Videoschalte. Russland trete für eine Begrenzung der Ölfördermengen ein.

Saudi-Arabien hat dagegen wie angekündigt seine Produktion auf gut 12 Mio. Barrel pro Tag erhöht. Nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank bleibt die künftige Förderpolitik Saudi-Arabiens für die weitere Entwicklung der Ölpreise entscheidend. Solange das OPEC-Land nicht die Ölproduktion drosselt, bleibe der Ölmarkt „massiv überversorgt“, hieß es in einer Analyse der Commerzbank.

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