Energie: Die Ölpreise widersetzen sich der weiteren Zuspitzung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Die Sorge vor einem sich weiter verknappenden Ölangebot lässt den Brentölpreis am Morgen auf 71 USD je Barrel steigen. Zwei saudi-arabische Öltanker sind am Wochenende Ziel von...

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Energie: Die Ölpreise widersetzen sich der weiteren Zuspitzung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Die Sorge vor einem sich weiter verknappenden Ölangebot lässt den Brentölpreis am Morgen auf 71 USD je Barrel steigen. Zwei saudi-arabische Öltanker sind am Wochenende Ziel von Sabotage-Angriffen geworden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Quellen berichtet, haben die beiden größten staatlichen chinesischen Raffinerien ihre Käufe von iranischem Öl im Mai eingestellt. Bislang war davon ausgegangen worden, dass zumindest China den US-Sanktionen trotzen und weiterhin iranisches Öl kaufen wird. Dies scheint nun, wenn überhaupt, im deutlich kleineren Rahmen zu geschehen. Die Konkurrenz um alternative Anbieter auf dem Ölmarkt wird somit noch größer, da auch die anderen Abnehmer von iranischem Öl auf der Suche nach Ersatz sind. Der Druck auf Saudi-Arabien, den Ölhahn aufzudrehen, dürfte daher steigen. Zuletzt hatte das Königreich betont, an der bisherigen deutlich unter dem Zielwert liegenden Fördermenge bis einschließlich Juni festhalten zu wollen. Aus diesem Grund dürften die OPEC und die IEA in ihren morgen und übermorgen zur Veröffentlichung anstehenden Monatsberichten für das laufende Quartal einen deutlich unterversorgten Markt prognostizieren. Heute Abend veröffentlicht die US-Energiebehörde im Rahmen ihres Drilling Productivity Report neue Schätzungen zur Schieferölproduktion. Diese sollte trotz einer seit Jahresbeginn spürbar gesunkenen Bohraktivität weiter zulegen. Der Anstieg dürfte aber nicht ausreichen, die von der OPEC verursachte Angebotslücke zu schließen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Heute startet in London die sog. Platinum Week, das Branchentreffen der Platinmetalle-Industrie. Quasi noch vor Beginn hat heute Morgen der World Platinum Investment Council (WPIC) neue Angebots- und Nachfrageschätzungen zum globalen Platinmarkt veröffentlicht. Demnach soll der Angebotsüberschuss in diesem Jahr 375 Tsd. Unzen betragen. Dieser ist deutlich geringer als im letzten Jahr (670 Tsd. Unzen) und auch deutlich geringer als bislang unterstellt (680 Tsd. Unzen). Der WPIC führt den niedrigeren Überschuss auf eine starke ETF-Nachfrage zurück. Die von Bloomberg erfassten Platin-ETFs verzeichneten in diesem Jahr bislang Zuflüsse von rund 600 Tsd. Unzen. Das heißt aber auch, dass der Überschuss ohne diese sehr volatile Nachfragekomponente deutlich höher ausfallen würde. Denn die starke Investmentnachfrage überkompensiert die schwächere Nachfrage aus der Automobil- und Schmuckindustrie (-3 % bzw. -2 % für 2019 erwartet). Zudem soll das Angebot spürbar ausgeweitet werden. Der WPIC sieht hier allerdings vor allem für Südafrika Risiken. Platin startet mit einem Minus von 1,5 % in die neue Woche und gibt damit sämtliche Gewinne von letztem Freitag wieder ab. Auch Palladium gibt zu Wochenbeginn nach. Der Verband der chinesischen Automobilproduzenten hat die schwachen Autoabsatzzahlen der Passenger Car Association bestätigt. Demnach wurden in China im April fast 18 % weniger Autos verkauft als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn liegen die Autoabsätze fast 15 % unter dem Vorjahresniveau.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E6Y Long Palladium-Future Faktor: 5
CJ7RMH Short Palladium-Future Faktor: -5
CJ7RMG Long Platinum-Future Faktor: 5
CJ7RL7 Short Platinum-Future Faktor: -5

Industriemetalle: Die letzte Runde der Handelsgespräche zwischen den USA und China hat nicht zu einem Abkommen geführt. Dies war nach der jüngsten Eskalation aber auch nicht mehr zu erwarten. China hat die USA zu weiteren Gesprächen nach Peking eingeladen, wobei hierfür noch kein Datum feststeht. Marktbeobachtern zufolge könnten die USA China einen Monat Zeit geben, um ein Handelsabkommen zu erreichen. Gelingt dies nicht, würden weitere US-Importzölle auf die verbliebenen chinesischen Güter im Umfang von gut 300 Mrd. USD eingeführt werden. Nachdem an den Metallmärkten am Freitag zumindest noch etwas Hoffnung herrschte, überwiegt zum Wochenauftakt wieder der Pessimismus. Kupfer, das in den letzten Wochen am stärksten auf die Entwicklungen im Handelsstreit reagiert hatte, fällt unter 6.100 USD je Tonne. Aluminium handelt rund um die Marke von 1.800 USD je Tonne, Nickel kostet 11.800 USD. MEPS, ein auf die Analyse der Stahlmärkte spezialisiertes Research-Institut, hat unlängst seine Prognose für die weltweite Edelstahlproduktion nach unten revidiert. Diese soll 2019 zwar nach wie vor ein neues Rekordhoch erreichen, MEPS setzt sie mit 52,7 Mio. Tonnen aber 1,5 Mio. Tonnen niedriger an als zuvor. Den erwarteten Produktionsanstieg von fast 4 % führt MEPS hauptsächlich auf China zurück. Daneben soll die Produktion in Südkorea und den USA ausgeweitet werden. Die Nickelnachfrage dürfte dennoch spürbar anziehen, da mehr Nickel für die Produktion von Batterien verwendet wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7J Long Copper-Future Faktor: 5
CJ3D7R Short Copper-Future Faktor: -5

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