• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 81,61800 $/bbl.

Wien (Godmode-Trader.de) - Die OPEC+ dreht den Ölhahn nur halb auf, und was folgte war eine wahre Preisexplosion am Markt. Brent-Öl verteuerte sich um 2,8 Prozent auf rund 82 Dollar/Barrel. Das ist der höchste Stand seit fast sieben Jahren.

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Brent Crude Öl

Bis Ende des Jahres will die aus 23 Staaten bestehende Ölallianz dem Markt wie geplant jeden Monat 400.000 Barrel pro Tag zusätzlich zur Verfügung stellen, um so der Wiederöffnung der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie Rechnung zu tragen, aber nicht stärker. Man werde die weitere Entwicklung jedoch genau beobachten, hieß es am Montag nach dem virtuell ausgetragenen Treffen.

An den Märkten war spekuliert worden, dass die Ölstaaten den Ölhahn stärker aufdrehen, um globale Engpässe zu vermeiden. Aber vor allem Saudi-Arabien scheint daran interessiert zu sein, die derzeitige OPEC+-Vereinbarung über die jeweiligen monatliche Erhöhungen so wenig wie möglich zu verändern", wie Amrita Sen, Chefanalystin für Öl beim Beratungsunternehmen Energy Aspects der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte. Riad sei bemüht, die Aufwärts- und Abwärtsbewegungen auf dem Ölmarkt zu begrenzen, falls dies erforderlich sei, so Sen.

Anleger sorgen sich nun über die Inflation aufgrund des Anstiegs der Energiepreise. Nach Ansicht des Ölhändlers Vitol Group wird die Förderpolitik des Kartells in den kommenden Monaten der wichtigste Einflussfaktor für die Preise sein. Die Börsen weltweit erlitten nach dem Entscheid teils herbe Verluste. Jake Sullivan, der sicherheitspolitische Berater des amerikanischen Präsidenten Joe Biden, hatte die Ölstaaten aufgefordert, die Ölförderung stärker zu erhöhen, um die Inflation zu begrenzen.

Angesichts der weiterhin angespannten Versorgungslage am Ölmarkt haben viele Analysten ihre Preisprognosen kurzfristig angehoben. So warnte die Bank of America laut „Handelsblatt“: „Ein kalter Winter könnte die Preise für Brent-Öl über 100 Dollar pro Barrel und Diesel über 120 Dollar pro Barrel treiben.“ Goldman Sachs geht davon aus, dass der Preis für Brent-Rohöl von derzeit etwa 81 Dollar pro Barrel auf 90 Dollar steigen wird.

Die Organisation erdölexportierender Länder und ihre Verbündeten haben nach mehr als einem Jahr der Turbulenzen wieder eine bemerkenswert stabile und nach außen hin einvernehmliche Haltung eingenommen. Die internen Konflikte, die durch die Pandemie ausgelöst wurden - man denke nur an den erbittert ausgetragenen Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien oder den Auseinandersetzungen zwischen den Verbündeten am Golf über die jeweiligen Förderquoten - scheinen nur noch eine ferne Erinnerung zu sein.

Die jüngste Einigung „wird es uns ermöglichen, die Marktsituation weiter zu normalisieren", sagte der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Novak in einer Rede nach dem Treffen. Die OPEC+-Minister werden sich laut einer Erklärung der Gruppe am 4. November erneut treffen.