Washington/ London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Ölpreise können am Donnerstag nach deutlichen Vortagesverlusten wieder zulegen. Der Preis für ein Barrel Brent-Future stieg gegen Mittag um 0,65 Prozent auf Cent auf 61,62 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate zog um 0,4 Prozent auf 56,17 US-Dollar an.

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    Vergangene Woche hatte sich das Ölkartell OPEC in Wien dazu durchgerungen, die Förderkürzungen bis Ende 2018 um neun weitere Monate zu verlängern. So sollen die Preise stabilisiert, das aktuelle Niveau von über 60 US-Dollar je Barrel bei der Sorte Brent also gehalten werden. Damit folgten die Mitglieder und auch die Russen dem Vorschlag von Saudi-Arabien.

    Die Saudis benötigen einen hohen Ölpreis, den es nur mit regulierten Förderquoten geben kann. Doch viele Ölstaaten wollen ihre Fördermenge eigentlich steigern, um die Staatseinnahmen zu erhöhen. Die meisten konnte Riad noch besänftigen. Doch nun ist, wie bei den Verhandlungen deutlich wurde, ein neuer, großer Mitspieler erwachsen: Russland. Die Zusammenarbeit der beiden großen Player hat den Ölpreis wieder in die gewünschte Richtung bewegt.

    Nun ist Russland aber kein leichter Partner. Bei den Verhandlungen in Wien hat Moskau nur mit Zähneknirschen der Förderkürzung bis Ende 2018 zugestimmt und zugleich herausgestellt, dass beim nächsten Treffen im Juni des kommenden Jahres die Karten neu gemischt werden. Moskau wird nicht mehr ohne Weiteres an Produktionsbeschränkungen mitwirken, soviel steht fest. Die Russen wissen, dass Saudi-Arabien enorm unter Druck stehen und sinkende Preise so gar nicht gebrauchen können.

    Denn es steht der Börsengang des staatseigenen Ölkonzerns Saudi Aramco an. Bis zu einer Billion Dollar soll der IPO einbringen. Das Geld soll in einen Staatsfonds fließen, aus dem sich das Königreiches bedient, um die Abhängigkeit vom Öl zu verringern.

    Die Förderkürzung von OPEC und Russland birgt ein großes Risiko. Die US-Schieferölindustrie könnte in die Lücke vorstoßen und ihrerseits die Produktion ausweiten. Schon in diesem Jahr haben die USA ihre Erzeugung deutlich ausgeweitet. Noch hält der Kessel den Druck aus. Die Chefs der größten Schieferenergieunternehmen haben jüngst angekündigt, die Förderung nicht auszuweiten und die höheren Ölpreise zum Geldverdienen zu nutzen.

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