Wien (Godmode-Trader.de) - Nach der Einigung der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) auf eine höhere Ölproduktion sind zehn weitere, Nicht-OPEC-Förderländer nachgezogen (OPEC+). Dazu gehören Russland und Mexiko, die am Samstag mit den OPEC-Staaten in Wien zusammengekommen sind. Zuletzt hatten die kooperierenden Staaten rund 1 Mio. Barrel Öl am Tag weniger produziert, als mit dem Förderlimit vereinbart. Diesen Spielraum wollen die Erdöl-Exporteure nun wieder vollständig nutzen. Mit Russland hatte sich die OPEC Anfang 2017 darauf geeinigt, die Produktion um 1,8 Millionen Barrel täglich zu drosseln. Grund war der gefallene Ölpreis.

    Saudi-Arabien kündigte eine „messbare Erhöhung“ der Ölproduktion vom kommenden Monat Juli an. Damit wolle man den Markt stabilisieren. Zu einem konkreten gemeinsamen Produktionsziel konnten sich die OPEC+-Staaten aber nicht durchringen. „Die Situation hat einen Richtungswechsel nötig gemacht", sagte Saudi-Arabiens Energieminister Khalid Al-Falih am Samstag. So hätte etwa Indien die OPEC darauf hingewiesen, dass der hohe Ölpreis ihre Wirtschaft belaste. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass eine zusätzliche Produktion von einer Million Barrel am Tag im zweiten Halbjahr nötig ist". Welche Staaten mehr fördern dürfen, wurde ebenfalls noch nicht festgelegt.

    Zuletzt hatten unerwartete Produktionsausfälle in Venezuela, Libyen und Angola die Sorge vor Lieferengpässen geschürt. Der Ölpreis legte trotzdem zunächst zu. „Ganz offensichtlich sind einige Länder nicht in der Lage, mehr zu produzieren", sagte Al-Falih. Experten gehen davon aus, dass nur Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait sowie Russland ihre Ölproduktion schnell hochfahren können. Al-Falih zufolge sollen Länder mit mehr Kapazitäten für andere einspringen.

    Der Entscheid zur Förderausweitung belastet am Montag den Brent-Preis. Ein Barrel der Nordseesorte kostete zuletzt 74,49 US-Dollar. Das waren 1,07 Dollar weniger als am Freitag.