• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 49,13000 $/bbl.

New York/ London/ Wien (Godmode-Trader.de) - Der Ölpreis setzt nach der Einigung der OPEC-Staaten und ihrer Verbündeten (OPEC+) seinen Kursanstieg fort. Brent-Öl kostete zuletzt 48,86 Dollar/Barrel und schickt sich damit an, die 50 Dollar-Marke wieder zu erreichen. Das gelang zuletzt im Februar dieses Jahres. Allerdings liegt der Preis immer noch 20 Dollar unter dem Vorjahresniveau.

Die aus 28 Ölstaaten bestehende Allianz OPEC+ hat es nach fast einwöchigem Ringen am Ende doch noch geschafft, sich auf eine gemeinsame künftige Förderpolitik zu verständigen. Die Mitgliedsstaaten beschlossen demnach, dass sie ab Januar 500.000 Barrel pro Tag mehr fördern dürfen. Eigentlich müsste das folglich höhere Angebot den Ölpreis sinken lassen, doch der zieht am Freitag wie oben erwähnt an. „Die Fördermengen werden nur sehr langsam hochgefahren. Damit passt die OPEC+ ihre Fördermenge an die aktuellen Abnahme-Möglichkeiten der noch immer fragilen Wirtschaft an“, erklärte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. „Das ist ein positives Signal für den Ölpreis.“

Die Ölländer wollen zudem künftig mit monatlichen Ministertreffen flexibler auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Sollte sich die Weltwirtschaft weiter erholen, dürfte die Nachfrage nach Öl automatisch auch wieder steigen.

Laut einer Reuters-Umfrage ist die OPEC-Produktion im November (wegen Libyen) um 750.000 Barrel täglich gestiegen. Vor der OPEC+-Vereinbarung zeigte sich der Ölmarkt angesichts des sprunghaften Anstiegs der libyschen Produktion und der anhaltenden Ungewissheit über die Nachfrageaussichten in den ersten Monaten des nächsten Jahres zunehmend anfällig und stand vor der sehr realen Gefahr einer Rückkehr zu einem Angebotsüberschuss. „Auch wenn der OPEC+-Deal etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt, so scheint es doch wichtiger zu sein, dass der Ölmarkt im ersten Quartal des kommenden Jahres ein Defizit aufweisen wird, so dass der Markt weiterhin Lagerbestände abbauen sollte“, kommentierten Analysten der ING.

Die Commerzbank warnte hingegen, man soll nicht zuviel in den OPEC+-Entscheid hineininterpretieren: Der Preis steige, weil er steige und nicht weil der Markt die gefundene Entscheidung der Produzentengruppe feiere, so Experte Eugen Weinberg. Die fundamentale Lage bleibe alles anders als rosig.

Bei der Umsetzung der vereinbarten Drosselungsquoten gab es zuletzt große Differenzen, was in den vergangenen Tagen auch zu Unstimmigkeiten innerhalb der OPEC+-Gruppe führte. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die verlangten Kürzungen in den letzten Monaten konsquent umgesetzt, ebenso Angola. Andere Länder wie Nigeria und der Irak haben hingegen keine Disziplin gezeigt. „Weitere Spannungen innerhalb der Gruppe im Hinblick auf einen höheren Ölpreis sind vorprogrammiert“, urteilte deshalb Analyst Weinberg.

Die ING macht noch auf eine weitere Unbekannte aufmerksam. Denn nach dem Ausgang der US-Wahlen sei es wahrscheinlich, dass das iranische Öl auf den Weltmarkt zurückkehrt. „Wenn das iranische Angebot in der ersten Hälfte 2021 wieder auf den Markt käme, wäre es wahrscheinlich eine Herausforderung, diese zusätzlichen Barrel zu absorbieren, was die die Preise so wieder unter Druck setzen sollte“, schrieb Analyst Warren Patterson. „Sollte dieses Angebot andererseits erst gegen Ende des Jahres wieder auf den Markt kommen, wäre dieser angesichts der Erwartung einer stärkeren Nachfrage im Laufe des Jahres besser in der Lage, das zusätzliche Angebot zu aufzunehmen.

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