Energie: Die Ölpreise gaben gestern leicht nach, was wir auf Gewinnmitnahmen nach den kräftigen Zuwächsen der vorherigen Tage zurückführen. Brent handelt bei gut 67 USD je Barrel und damit 4,5 % höher als zu Wochenbeginn. Bei WTI beläuft sich der entsprechende Zuwachs sogar auf 5,5 %. Die...

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Energie: Die Ölpreise gaben gestern leicht nach, was wir auf Gewinnmitnahmen nach den kräftigen Zuwächsen der vorherigen Tage zurückführen. Brent handelt bei gut 67 USD je Barrel und damit 4,5 % höher als zu Wochenbeginn. Bei WTI beläuft sich der entsprechende Zuwachs sogar auf 5,5 %. Die Nachfragesorgen sind zuletzt etwas in den Hintergrund getreten. Dagegen gab es zahlreiche Meldungen, die auf ein knapperes Angebot hindeuten. Zu nennen sind hier der deutliche Rückgang der Ölproduktion Russlands, der überraschend kräftige Abbau der US-Ölvorräte und der heraufziehende Tropensturm im Golf von Mexiko. Hinzu kamen die Spannungen zwischen dem Iran und Großbritannien um einen beschlagnahmten Öltanker sowie der Ausstieg des Iran aus dem internationalen Atomabkommen. Die OPEC geht in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht davon aus, dass der Ölmarkt im zweiten Halbjahr wegen der niedrigen OPEC-Produktion und einer robusten Nachfrage deutlich unterversorgt ist. Für 2020 stellt die OPEC allerdings ein Überangebot in Aussicht. Denn aufgrund des stark steigenden Ölangebots außerhalb der OPEC soll der Bedarf an OPEC-Öl im nächsten Jahr deutlich auf 29,3 Mio. Barrel pro Tag sinken. Das wären 560 Tsd. Barrel pro Tag weniger als die aktuelle OPEC-Produktion. Die gerade erst um neun Monate verlängerten Produktionskürzungen müssen daher voraussichtlich über März 2020 hinaus beibehalten werden. Die OPEC wird ihr Ölangebot möglicherweise sogar noch weiter kürzen müssen, will sie ein Überangebot und einen Preisrückgang im nächsten Jahr verhindern. Heute veröffentlicht die IEA ihre neuen Prognosen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Palladium notierte gestern Vormittag über der Marke von 1.600 USD je Feinunze. Später hat es aber sämtliche Gewinne wieder abgegeben und ist auf 1.555 USD zurückgefallen. Ein ähnliches Handelsmuster war bei Platin zu beobachten: Gewinne am Vormittag, Verluste am Nachmittag, nachdem Platin an der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie abgeprallt war. Anhaltend schwache chinesische Autoabsätze wurden auch diesmal weitgehend ignoriert. Wie der Verband der chinesischen Automobilproduzenten (CAAM) vorgestern berichtete, sind die Autoverkäufe in China im Juni gegenüber Vorjahr um 7,8 % auf 1,73 Mio. Einheiten gefallen. Dies war bereits der zwölfte Monat in Folge mit im Jahresvergleich negativen Veränderungsraten. Im ersten Halbjahr waren die Autoabsätze gemäß Angaben der CAAM um 14 % rückläufig. Hinter den schwachen Autoverkäufen stecken laut Aussagen der CAAM Konjunktursorgen und strengere Emissionsvorschriften. Hohe Rabatte der Händler haben den Absatzrückgang demnach leicht abgemildert. Für die zweite Jahreshälfte erwartet die CAAM zwar eine leichte Erholung der Autoabsätze, geht aber mittlerweile von einem Rückgang im Gesamtjahr 2019 aus. Zuvor hatte sie unveränderte bis leicht niedrigere Autoverkäufe unterstellt. Damit steuert der chinesische Automarkt auf seinen zweiten Jahresrückgang in Folge zu. Dass Palladium trotz dieser Zahlen und Aussichten zuletzt weiter zugelegt hat, dürfte unter anderem daran liegen, dass wegen der strengeren Emissionsvorschriften mehr Palladium in den Autokatalysatoren zum Einsatz kommt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RMR Long Palladium-Future Faktor: 4
CJ7RMJ Short Palladium-Future Faktor: -4
CU0E6X Long Platinum-Future Faktor: 5
CJ7RL7 Short Platinum-Future Faktor: -5

Industriemetalle: Der „Waffenstillstand“ im Handelsstreit zwischen den USA und China scheint brüchig. US-Präsident Trump hat sich letzte Nacht via Twitter beschwert, dass China bislang nicht mehr Agrarprodukte aus den USA gekauft habe. Dieses Versprechen habe ihm aber der chinesische Präsident Xi bei ihrem Treffen im Rahmen des G20-Gipfels vor zwei Wochen gegeben. Der Tweet hat bei den Marktteilnehmern die Sorgen größer werden lassen, dass die Handelsspannungen wieder zunehmen. Dies setzt die Metallpreise zum Wochenausklang etwas unter Druck. Nach dem Telefonat auf hochrangiger Ebene am Dienstag arbeiten beide Seiten auf ein Treffen hin. Wann dieses stattfinden soll, ist noch nicht bekannt.

Laut Angaben des staatlichen Research-Instituts Antaike sind die Produktionskosten von Aluminium in China im Juni wegen höherer Alumina-Preise gestiegen. Dies hat dazu geführt, dass 75 von Antaike befragte Schmelzen einen durchschnittlichen Verlust von 500 CNY je Tonne (umgerechnet gut 72 USD je Tonne) erwirtschaftet haben. Aluminiumschmelzen mit eigener Alumina-Versorgung seien aber noch profitabel gewesen. Ob die Verluste zu Produktionskürzungen geführt haben, ist fraglich. Das Nationale Statistikbüro veröffentlicht hierzu Daten am Montag. Antaike rechnet mit sinkenden Produktionskosten im Juli, da die lokalen Alumina-Preise seit Monatsbeginn wieder gefallen sind. Dies dürfte die Aluminiumproduktion hoch halten. Antaike erwartet darüber hinaus, dass in China in diesem Jahr 1 Mio. Tonnen p.a. an neuen Produktionskapazitäten an den Markt kommen. Die aktuellen Kapazitäten beziffert Antaike auf 40,8 Mio. Tonnen p.a.

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise

Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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