New York (Godmode-Trader.de) - Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und ihre Partner - bekannt als OPEC+ - haben in diesem Jahr die Förderung gedrosselt, um das Überangebot einzudämmen, das eine schwankende Ölnachfrage und ein steigendes US-Schieferöl-Angebot zeitweise ausgelöst hatte. Angesichts aktueller Prognosen, dass es im kommenden Jahr erneut zu einer Überversorgung kommen dürfte, die die Preise drückt, plädieren viele Rohstoffanalysten dafür, dass die OPEC+ ihr Programm nochmals ausweitet.

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In den letzten Monaten war der globale Ölmarkt einigermaßen ausgeglichen, so dass nun kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht. Sollten zusätzliche Kürzungen angekündigt werden, würde dies einem Strategieschwenk der OPEC gleichkommen. Denn bisher war das Kartell stets erst dann eingeschritten, wenn es schon zu einem Überangebot gekommen war.

Aber der anhaltende Druck auf die Ölpreise könnte die Gruppe dazu zwingen, ihre Gewohnheiten zu ändern. Ein erneuter Preisrutsch im Jahr 2020 würde die Staatshaushalte vieler OPEC-Mitgliedsstaaten zum Kollabieren bringen.

Die OPEC+ - ein Kollektiv von 24 Produzenten, das die Hälfte des weltweiten Öls fördert - sieht sich laut der Internationalen Energieagentur IEA in den ersten sechs Monaten im kommenden Jahr mit einem „gewaltigen" Überschuss von rund 1,2 Mio. Barrel pro Tag konfrontiert. Die Nachfrage werde durch das schwächste globale Wachstum seit einem Jahrzehnt und den Handelskrieg zwischen den USA und China untergraben, während die Lagervorräte in den USA und anderswo zunehmen, so die Agentur. Infolgedessen stehe die Gruppe vor einer „ernsthaften Herausforderung", die Preise zu verteidigen.

Marktbeobachter empfehlen der OPEC, sich auf dem Treffen am 5. und 6. Dezember zu weiteren Maßnahmen aufzuraffen. „Wenn es bis Dezember deutliche Anzeichen einer Konjunkturschwäche gibt, dann wäre eine weitere Drosselung um mindestens 500.000 Barrel pro Tag sehr wahrscheinlich", sagteCitigroup-Analyst Ed Morse zu Bloomberg.

Die OPEC hatte zuletzt signalisiert, dass sie auch bereit ist, zu handeln. OPEC-Generalsekretär Mohammad Barkindo erklärte jüngst, die Gruppe werde „alles tun, was nötig ist", um einen Markteinbruch zu verhindern. Die Mitglieder würden bereit sein, „alle Optionen auf den Tisch zu legen".