Frankfurt/ Wien (Godmode-Trader.de) - Anfang Oktober hat die Ölallianz OPEC+ beschlossen, die Ölproduktion im November um weitere 400.000 bpd (Barrel pro Tag) anzuheben. Die Spekulationen am Markt, wonach die hohen Ölpreise eine größere Anhebung der Förderquoten nach sich ziehen könnten, hat sich nicht bewahrheitet. Die Folge: Die Ölnotierungen erreichten das höchste Niveau seit 2014.

Doch es gibt Risiken, die die Nachfrage nach Öl mindern könnten. Die weltweite Wirtschaftserholung nach der Corona-Pandemie nimmt an Dynamik ab. Das liegt zum einen an Materialmängeln (Halbleiter) und Lieferengpässen, aber auch an der anziehenden Inflation, besonders in den Industrieländern, die den Konsum belastet. Insofern hat die Ölstaatenallianz auch selbst an dem Ast gesägt, auf dem sie sitzt, da sie mit ihrer Politik eines verknappten Angebots zu einem guten Teil die Preisspirale mit anheizt. Die OPEC hat nun laut ihres am Mittwoch vorgelegten Monatsberichts ihre Wachstumsprognose für die weltweite Ölnachfrage gesenkt. Im laufenden Jahr werde eine Zunahme der globalen Nachfrage nach Rohöl um durchschnittlich 5,8 Mio. bpd erwartet. Zuvor hatte das Kartell noch mit einem Wachstum um 5,96 Mio. Barrel gerechnet.

Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass der Effekt der hohen Preise eine stabile Rohölnachfrage mit sich bringt. Grund ist die Substitution. „Rekordpreise für Kohle und Gas sowie wiederkehrende Ausfälle veranlassen den Stromsektor und energieintensive Industrien, sich dem Öl zuzuwenden, um Lichter brennen zu lassen und den Betrieb am Laufen zu halten", teilte die Agentur in ihrem monatlichen Ölbericht mit. Infolge dessen werde sich die weltweite Ölnachfrage im nächsten Jahr voraussichtlich auf das Niveau vor der Pandemie erholen. Die IEA geht davon aus, dass die globale Energiekrise die Ölnachfrage um eine halbe Million Barrel pro Tag antreiben werde.