• WTI Öl - Kürzel: WTI - ISIN: XC0007924514
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 26,37800 $/bbl.

New York/ Cushing (Godmode-Trader.de) - Der Ölpreis geriet gestern erneut unter Druck. Die US-Sorte WTI war besonders betroffen und gab in der Spitze fast 8 Prozent ab, bevor sie sich wieder erholen konnte. Der Verkaufsdruck kam auf, nachdem der Datendienstleister Genscape über einen Anstieg der Rohölbestände in Cushing, dem wichtigsten Öllager der Vereinigten Staaten, von 5,8 Mio. Barrel berichtete. Die hohen Rohölbestände sind eine Folge der schwachen Nachfrage der Raffinerien, die weit unter Normalniveau produzieren. Im Laufe des heutigen Tages wird das American Petroleum Institute (API) über die wöchentliche Veränderung der US-Rohöllagerbestände, US-Benzinbestände und Destillatbestände berichten. Laut einer Bloomberg-Umfrage wird erwartet, dass die US-Rohölbestände in der letzten Woche um rund 9 Mio. Barrel gestiegen sind.

Nach dem Scheitern der Verhandlungen zu einem Förderabkommen Anfang März haben Saudi-Arabien und Russland einen veritablen Preiskrieg vom Zaun gebrochen. Dieser und der Corona bedingte Nachfrageeinbruch haben den Ölpreis abstürzen lassen. Die Öl-Welt schaut deshalb mit hoher Erwartung auf das am kommenden Donnerstag stattfindende "OPEC+"-Treffen (per Videoschalte). Im Vorfeld ist das meiste noch unklar, z.B. die zu erbringenden Drosselungen pro Land, das Ausgangsniveau der Kürzungen, Zeitpunkt und Dauer eines Abkommens, Kontrollinstanzen, etc. Die Ergebnisse sollen am Freitag im Rahmen einer Telefonkonferenz der G20-Energieminister diskutiert werden.

Insidern zufolge dürfte die erweiterte Gruppe der Ölproduzenten um die OPEC und Russland einer Förderbegrenzung nur zustimmen, wenn auch die USA mitziehen. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von drei zur OPEC+ gehörenden Personen. Die USA gehören nicht zur OPEC+. Aufgrund des schwachen Preisumfelds und der weiteren Verlangsamung der Bohrtätigkeit tragen die Vereinigten Staaten aber bereits unfreiwillig zu den Produktionskürzungen bei. Im vergangenen Monat prognostizierte die US-Energiebehörde EIA, dass die US-Produktion im Jahr 2020 nur noch um 770.000 bpd wachsen und dann im Jahr 2021 um 340.000 bpd schrumpfen wird. Die Zahl aktiver Ölbohrungen ist derweil in der Vorwoche um 62 gefallen. Das ist der stärkste Wochenrückgang seit Anfang 2015.

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