Abu Dhabi (Godmode-Trader.de) - Am heutigen 12. September treffen sich die Vertreter der OPEC+-Allianz in Abu Dhabi, um über ihr weiteres Vorgehen und über Maßnahmen zur Stabilisierung der Ölpreise zu beraten. Marktteilnehmer erwarten, dass sich die 14 Mitgliedsstaaten und die 10 Nicht-OPEC-Länder darauf einigen werden, die Anfang 2019 beschlossenen geringeren Produktionsquoten beizubehalten.

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Das Treffen von OPEC/OPEC+ könnte nach Erachten der Hamburger Commercial Bank die Preise kurzfristig stützen. Saudi-Arabien bestehe offensichtlich auf eine Beibehaltung der bisherigen Quoten, hier dürfe man gespannt sein, inwieweit sich die Politik unter dem neuen Ölminister Prinz Abdulaziz ändere, nachdem Kronprinz Mohammed bin Salman den Rücktritt von Khalid al Falih verfügt habe, schreibt Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia im aktuellen Wochenbarometer. „Saudi-Arabien dürfte angesichts der Pläne, das Staatsunternehmen Saudi Aramco an die Börse zu bringen, an einem stabilen und möglichst höheren Ölpreis interessiert sein“.

Bei der OPEC stehen der Irak und Nigeria in der Kritik, die zuletzt mehr produziert haben, als es ihnen gemäß Quoten erlaubt ist. „Wir erwarten uns von dieser Sitzung keinen nachhaltigen Schub für die Preise, sondern setzen eher darauf, dass über die nächsten Monate die Lage der Weltkonjunktur der dominierende Faktor bleiben wird“, so de la Rubia.

Der Druck auf die OPEC wächst und wächst. Angesichts der schwächelnden Weltwirtschaft bleibt die Nachfrage hinter dem Angebot zurück, was die Wirksamkeit das Förderabkommens konterkariert. Das Kartell stehe unter Druck zu beweisen, dass den Abwärtstrend aufzuhalten vermag, sagt auch Helima Croft, Rohstoffexpertin bei RBC Capital Markets. Die Expertin geht davon aus, dass die OPEC ihr Ziel, den Markt neu zu managen und dem Ölpreis ein Fundament zu verschaffen, erneut formulieren wird.