• Palladium - Kürzel: XPD/USD - ISIN: XC0009665529
    Börse: FOREX / Kursstand: 2.087,90 $/oz.

London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Spannungen im Nahen Osten haben die Edelmetalle in diesem Jahr schon kräftig beflügelt, auch wenn die Notierungen sich inzwischen von ihren Jahreshöchstständen wieder nach unten entfernt haben. Vorne mit dabei ist ein alter Bekannter unter den Edelmetallen: Palladium. Am Montag erreichte die Notiz bereits die runde Schwelle von 2.000 Dollar je Feinunze. Doch das war noch nicht das Ende der Fahnenstange: Während Platin nachgab, setzte sich die Rally in den letzten Tagen weiter fort: Der Preis stieg zeitweise auf fast 2.150 US-Dollar je Feinunze, gab anschließend aber vorübergehend um 90 Dollar nach. Zuletzt knabberte die Notiz an der 2.100 Dollar-Schwelle.

Dabei kommt Palladium nicht aus dem Bodenlosen. Bereits das vergangene Jahr war ein überaus erfolgreiches: Dessen Schlusskurs im Jahr von 1.942 US-Dollar Ende Dezember entspricht einem Jahresplus von 53,5 Prozent. Kein anderes Edelmetall kann da mithalten: Silber gewann im vergangenen Jahr 15 Prozent und lag Ende Dezember bei 17,86 US-Dollar pro Feinunze. Gold beendete 2019 mit 1.517 US-Dollar, was einem Jahresplus von 18,1 Prozent entspricht. Platin legte um 21,3 Prozent zu und beendete das Jahr 2019 bei 965 US-Dollar pro Feinunze.

Der Höhenflug des Palladium-Preises hat allerdings andere Gründe als die jüngste Krise am Golf. „Grundsätzlich war die Marktenge im Sektor ausschlaggebend für die 2019er Palladium-Hausse,“ sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. „Verstärkend hinzu kamen die wachsende Katalysatorennachfrage, Produktionseinschränkungen in Südafrika und Spekulationen der Terminmärkte“. Es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis sich die Substitution von Palladium durch das billigere Platin in den Rohstoffpreisen bemerkbar machen wird“, sagt Siegel.

Der Experte spricht den Bedarf der Autoindustrie an. Mehr als drei Viertel des Metalls werden in Hybridfahrzeugen, Brennstoffzellen und Katalysatoren eingesetzt. Die verstärkten Bemühungen der Autobranche, die Emissionen von Kraftfahrzeugen zu reduzieren, treibt die Nachfrage an. Die Preisrally bei Palladium dürfte die Industrie auf Sicht allerdings zum Umdenken zwingen. Seit längerem ist im Gespräch Palladium durch Platin in großem Stil zu ersetzen. Das bringt technische Hürden mit sich, ist aber kein Ding der Unmöglichkeit. Kommt die Substitution, dürfte Platin profitieren. Es wäre der nächste Rally-Kandidat.

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