Frankfurt/ London (Godmode-Trader.de) - Palladium startete ausgehend bei 840 Dollar/Unze seit Mitte August 2018 bis in den späten März dieses Jahres eine beeindruckende Rally und kletterte in diesem Zeitraum in der Spitze bis auf 1.615 Dollar/Unze. Dies stellte nahezu eine Wertverdoppelung dar. Längst hatte Palladium das Brudermetall Platin abgehängt. Doch das hohe Niveau lud zu Gewinnmitnahmen ein. Es folgte ab dem 21. März 2019 eine steile Abwärtsbewegung bis 1.344 US-Dollar binnen weniger Handelstag.

    WERBUNG

    Bis Anfang Juni stellte sich ein schwankungsreicher Kursverlauf zwischen 1.300 bis 1.430 Dollar ein. Ausgehend von 1.330 Dollar/Unze arbeitet Palladium seit der zweiten Juni-Woche aber an einer Renaissance, die den Wert bisher bis auf 1.530 Dollar/Unze trieb. Wiederholt sich nun die Rally, nur in einer steileren und heftigeren Version hin zu einem neuen Allzeithoch?

    Fundamental herrscht auf dem Markt nach wie vor ein Angebotsdefizit. Dies spricht zwar für steigende Notierungen, doch gleichzeitig besteht die Gefahr, dass der Hauptabnehmer des Metalls - die Autoindustrie - Palladium durch Platin substituieren könnte. Allein der Preisunterschied ist gewaltig - aktuell rund 700 Dollar je Unze. Zwar kann eine Umstellung nicht von jetzt auf gleich erfolgen, doch sollte die Preisdifferenz weiter andauern, wird ein Umdenken der Industrie immer wahrscheinlicher.

    Laut Einschätzung von Johnson Matthey steht die Automobilindustrie in diesem Jahr für rund 85 Prozent der gesamten Palladiumnachfrage. Das heißt aber auch, dass das Metall in hohem Ausmaß von der Autoindustrie-Nachfrage abhängig ist. Sollte es nun etwa tatsächlich im Herbst zu US-Importzöllen auf Autos und Autoteile aus der EU kommen, wäre Palladium davon unmittelbar betroffen. Die Platinnachfrage ist immerhin breiter aufgestellt: Die Autoindustrie macht hier Johnson Matthey zufolge nur 37 Prozent der gesamten Nachfrage aus.

    Palladium-Fortsetzung-der-Rally-oder-Preiskorrektur-Bernd-Lammert-GodmodeTrader.de-1
    Palladium