Das hätte sich vor einigen Jahren noch kaum jemand vorstellen können: Ein Politiker, der sich selbst als "Sozialist" bezeichnet, hat beste Chancen, von einer der beiden großen Parteien in den USA zum Präsidentschaftskandidaten gekürt zu werden. Die Rede ist von Bernie Sanders, der gestern die Vorwahlen der Demokraten im Bundesstaat New Hampshire für sich entschied und auch landesweit beste Chancen hat, das Rennen um die Präisdentschaftskandidatur der Demokraten für sich zu entscheiden.

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Eigentlich spricht vieles gegen Bernie Sanders, denn Sanders war politisch schon immer sehr weit links zu verorten und bezeichnet sich selbst als "Sozialist" (was in den USA schon fast ein Schimpfwort ist). Sanders größtes Handicap dürfte aber sein Alter sein. Sanders wäre bei einem möglichen Amtsantritt als US-Präsident im kommenden Jahr bereits 79 Jahre alt und damit noch mal ein Stück älter als Trump, der mit 70 Jahren zum Zeitpunkt seines Amtsantritts bisher der älteste Präsident der US-Geschichte war.

Doch das alles scheint keine Rolle zu spielen, denn Sanders kommt gerade bei jungen Unterstützern der Demokraten sehr gut an. Was Sanders schon seit Jahrzehnten anprangert, nämlich den großen Unterschied bei Vermögen und Einkommen in den USA, ist plötzlich im Mainstream angekommen. Sanders fordert u.a. hohe Steuern für die Superreichen, eine deutliche Anhebung des Mindestlohns, eine komplette Streichung von Studienkrediten (auch nachträglich!) und Studiengebühren sowie die Einführung einer staatlichen Krankenversicherung für alle. Daneben will Sanders einen "Green New Deal" und fordert landesweit billiges Breitband-Internet für alle.

Inzwischen hat Sanders beste Chancen, zum Präsidentschaftskandidat der Demokraten nominiert zu werden. Auf der Prognoseplattform PredictIt wird aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 47 Prozent eingepreist, dass Sanders das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten für sich entscheidet. Der ehemalige Vizepräsident Joe Biden scheint hingegen fast chancenlos zu sein.

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Die wirtschaftliche Elite in den USA fühlt sich von Sanders bereits angegriffen. Lloyd Blankfein, ehemaliger Chef der Investmentbank Goldman Sachs, warnte am Mittwoch sogar davor, dass Sanders nicht nur die US-Wirtschaft "ruinieren" werde, sondern auch der ideale Kandidat für Russland sei, um für Chaos in den USA zu sorgen. Bisher war wiederholt Trump vorgeworfen worden, er sei von Russland unterstützt worden. In einem Tweet schrieb Blankfein aber nun:

"Wenn die Demokraten Sanders nominieren, müssen die Russen überdenken, für wen sie arbeiten müssen, um den USA am meisten zu schaden. Sanders ist genauso polarisierend wie Trump UND er ruiniert unsere Wirtschaft und kümmert sich nicht um unser Militär. Wenn ich Russe wäre, würde ich dieses Mal Sanders unterstützen."

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Ganz offensichtlich hat die Elite in den USA zunehmend Angst davor, dass Sanders nicht nur die Vorwahlen bei den Demokraten für sich entscheidet, sondern auch bei der Präsidentschaftswahl im November Trump besiegen könnte. Ein Wahlsieg Sanders könnte in der Tat für erhebliche Verwerfungen in den USA sorgen und dürfte wohl auch die Börsen schwer belasten.

Das ist aber alles noch Zukunftsmusik. Am Prognosemarkt von Predictit wird derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 54 Prozent eingepreist, dass Donald Trump die Präsidentschaftswahl im November für sich entscheiden kann. Es könnte also am Ende ganz egal sein, wen die Demokraten gegen Trump aufstellen.

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