Ebay-Aktien haben in den vergangenen Tagen einen gewaltigen Satz nach vorne gemacht. Auslöser waren Spekulationen, wonach der Onlinehändler nun doch eine Abspaltung des Bezahldienstes Paypal in Erwägung zieht. Einem Medienbericht zufolge könne es schon im nächsten Jahr zu dem Schritt kommen. Demnach seien die Kandidaten für den Paypal-Chefposten bereits über eine mögliche Ausgliederung der Sparte informiert worden. Noch sei aber unklar, ob es bereits eine Entscheidung gebe und wie genau der Plan umgesetzt werden könnte.

    Bereits im Januar hatte Carl Icahn auf eine Ausgliederung des Bezahldienstes gedrängt. Damals hatte Ebay-Chef John Donahoe den Forderungen des Investors eine klare Absage erteilt. Icahn und auch andere Investoren hingegen glauben, „dass es Investoren und Analysten schwerfällt, die zugrunde liegenden Geschäftsbereiche richtig zu bewerten und voll zu verstehen, weil Ebay und Paypal derzeit kombiniert sind“. Als getrennte Unternehmen könnten sie besser von ihrem Wert überzeugen – und Paypal zudem möglicherweise noch stärker wachen. Schließlich könnten dann auch die Ebay-Konkurrenten auf den Bezahldienst zurückgreifen.

    Leicht würde Ebay die Trennung von der Tochter sicherlich nicht fallen. Denn Paypal ist das Zugpferd des Konzerns. Im zweiten Quartal wuchsen die Erlöse der Tochter um 20 %. Nur deswegen konnte Ebay den durch einen Cyberangriff bedingten Umsatzrückgang zu Beginn des Jahres und die Einbußen aufgrund eines veränderten Google-Suchalgorithmus wegstecken und unter dem Strich noch ein Umsatzplus von 13 % erzielen.

    Klar, eine Abspaltung via Börsengang – wie ihn Icahn fordert – würde Ebay voraussichtlich ordentlich Geld in die Kasse spülen. Geld, mit dem man mehr Nutzer auf den Online-Marktplatz locken und neue Projekte anschieben könnte. Andererseits hängen Paypal und Ebay eng zusammen. Fast die Hälfte des jüngsten Ebay-Quartalsumsatzes wurde über die Tochter abgewickelt. Paypal wiederum profitiert von der Integration in die Ebay-Plattform.

    Natürlich könnte Ebay bei einem Börsengang einen Großteil der Aktien zurückhalten und so dem Unternehmen auf der einen Seite mehr unternehmerische Eigenständigkeit verschaffen, auf der anderen Seite aber den Einfluss auf den Bezahldienst wahren. Allerdings stehen Branchenkenner einem Börsengang von Paypal eher skeptisch gegenüber. Sie zweifeln an dem Wachstumspotenzial im Bereich der Paymentdienste. Im Vergleich zu Kreditkarten spielen die mobilen Zahlungsmöglichkeiten kaum eine Rolle. Techniken wie berührungslose Kreditkarten oder die Nahfeld-Technik in Smartphones haben sich nie durchgesetzt. Gleichzeitig sind die Margen nicht allzu üppig. Denn die Infrastruktur für die Zahlungsabwicklung wird meist von den Kreditkartenfirmen gestellt – und das kostet.

    Und so kommt noch eine weitere Option für Paypal in Betracht: ein Verkauf. Insidern zufolge könnte Ebay gerade versuchen, den potenziellen Preis für die Tochter in die Höhe zu treiben. Als heißer Kandidat für eine mögliche Übernahme kommt natürlich Google in Frage. Die Datenkrake verfügt nicht nur über das nötige Kleingeld. Mit dem Kauf von Paypal würde die Suchmaschine in diesem Segment endlich seine Pflöcke einschlagen. Denn in der Vergangenheit sind sämtliche Versuche des Tech-Giganten, hier Fuß zu fassen, kläglich gescheitert.

    Die Spekulationen um Paypal sollten der Ebay-Aktie noch eine Weile Auftrieb geben, sie zumindest aber – wie in den knapp zwei Jahren zuvor – weiterhin über 48 Dollar halten. Mit einem StayHigh-Optionsschein der Société Générale (ISIN DE000SG43GU9) kann man genau darauf setzen: Das aktuell zu Briefkursen um 8,27 EUR gehandelte Papier wird im Januar zum Maximalbetrag von 10 EUR getilgt, sofern die Ebay-Aktie bis zum finalen Bewertungstag am 19. Dezember über 48 USD notiert (Abstand: 13,5 %). Daraus errechnet sich eine schnelle Renditechance von 20,9 % oder 72,1 % p.a.

    StayHigh-Schein auf Ebay

    ISIN

    Emittent

    Laufzeit

    KO-Level

    Briefkurs aktuell

    Maximale Rendite

    DE000SG43GU9

    Société Générale

    19.12.2014

    48,00 USD

    8,27 EUR

    20,9 % (72,1 % p.a.)

    "Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert."

    Bitte beachten Sie: Der Handel mit Derivaten ist mit einem erheblichen Risiko verbunden und kann unter Umständen zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals oder sogar zu einer Nachschusspflicht führen.