Peking (Godmode-Trader.de) - Die chinesische Regierung will die im Ausland an der Börse kotierten heimischen Unternehmen umfassender kontrollieren. Die neuen Regeln zielen zunächst auf „Datensicherheit, grenzüberschreitenden Datenfluss und die Verwaltung vertraulicher Informationen", wie am Mittwoch aus einem Dokument des Staatsrates in Peking hervorging. Peking befürchtet, dass im Ausland gehandelte chinesische Unternehmen von den dortigen Behörden gezwungen werden könnten, ihre wachsenden Datenmengen zur Verfügung zu stellen.

Ziel der Regelungen sei es, die Vertraulichkeit und die Verantwortung für die Sicherheit von Informationen zu regeln, heißt es in der Ankündigung des Staatsrates. Die Aufsicht werde verschärft, „um mit Risiken und Notfällen umzugehen". Auch müsse das System, wie Chinas Kapitalmarktgesetze im Ausland angewendet und verfolgt werden, verbessert werden. Ferner sollen die Vorschriften für die Zulassung von Börsengängen im Ausland überarbeitet werden.

Die Sorge, was mit den wachsenden Datenmengen chinesischer Technologie-Unternehmen im Ausland passiert, äußerte auch der Sprecher des Pekinger Außenministeriums, Wang Wenbin: Er kritisierte die Überwachung der USA „daheim und im Ausland" und warf ihnen Datendiebstahl und Verletzung der Privatsphäre vor. „Es sind die USA, die Unternehmen gezwungen haben, Hintertüren zu installieren, und sich Nutzerdaten beschafft haben."

Die neuen Vorschriften haben auch Auswirkungen auf die Kapitalbeschaffung der Firmen aus China an ausländischen Aktienmärkten wie in New York oder Hongkong.