Kaum zu glauben, hat Gold durch den Kursabsturz im April von knapp 15 Prozent innerhalb nur weniger Handelstage bereits wieder viel von seinem Renommé verloren, waren es Anleger über mehr als zehn Jahre doch wie kaum an einem anderen Markt gewohnt, dass es hier wie in einer Einbahnstraße immer nur in die eine Richtung ging. Umso überraschender, dass sich viele Investoren jetzt schon wieder überlegen, ihr eigentlich als „Hedge“ gegen alle möglichen Krisenszenarien gedachtes Gold-Engagement selbst wiederum gegen Kursverluste zu versichern. Denn wer sein Depot ausgewogen diversifiziert hat, dürfte daran im Prinzip keinen weiteren Gedanken verschwenden. Aber natürlich ist das vielbeschworene physische Metall nicht nur mit erhöhten laufenden Kosten verbunden, sondern auch im Falle eines voreiligen Verkaufs, weil man vielleicht kurzzeitig kalte Füße bekommt in Verbindung mit einem späteren Rückerwerb nicht gerade billig in der Handhabung. Eine mögliche Lösung: Die Absicherung mittels zusätzlicher Derivate wie Put-Optionsscheinen.

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    Hierbei gibt es für den Euro-Anleger neben dem Kursrisiko zunächst ein weiteres Problem: Die Währung. Der Anleger muss entscheiden, ob er sich zusätzlich gegen einen schwächeren US-Dollar absichern möchte. Da sich in der Vergangenheit häufig die Tendenz zeigte, dass ein sinkender Goldpreis mit einem stärkeren US-Dollar einherging und umgekehrt, könnte man sich die Zusatzkosten von einigen Prozentpunkten für den Währungs-Hedge eigentlich ersparen. Allerdings lässt sich diese Entwicklung auch nicht automatisch in die Zukunft projizieren.

    Daneben sind weitere wichtige Entscheidungen zu treffen. Da sich ein sogenannter dynamischer Delta-Hedge, bei dem die Höhe der Absicherung aufgrund des sich verändernden Deltas ständig bzw. in Intervallen angepasst wird, für den Privatanleger kaum rechnen dürfte, bleibt für ihn im Prinzip nur ein statischer Hedge übrig, der einmal eingerichtet ein Gold-Portfolio zum Laufzeitende des Optionsscheins hin absichert. Dabei ist in Bezug auf die Ausstattungskriterien des Puts festzulegen, welche Goldmenge ab welcher Höhe wie lange abgesichert werden soll. Da die Kosten nicht unerheblich sind, sind kürzere Zeiträume zu präferieren. Auch ist eine „Vollkaskoversicherung“ ab dem aktuellen Kurs natürlich teurer als eine „Teilkasko mit Selbstbeteiligung“ auf niedrigerem Niveau.

    Möchte man eine Feinunze Gold, die genau einer Menge von 31,10 Gramm entspricht, bei einem Preis von 1.428 US-Dollar vollständig zum 18. Oktober 2013 hin absichern, könnte man beispielsweise einen Put-Optionsschein der UBS (UA2N40) mit einem Basispreis von 1.425 US-Dollar wählen. Das Bezugsverhältnis beträgt hier 0,10, so dass insgesamt zehn Puts für den Hedge benötigt werden. Bei einem aktuellen Preis von 5,53 Euro pro Schein würde die Absicherung pro Feinunze mit insgesamt 55,30 Euro bzw. 5,03 Prozent bei einem Wechselkurs von 1,30 US-Dollar pro Euro zu Buche schlagen, Transaktionskosten noch nicht eingerechnet.

    Wer auch noch das Währungsrisiko ausschalten möchte, müsste man zusätzlich zu einem EUR/USD-Call-Optionsschein greifen, der an Wert gewinnt, wenn der Euro steigt und der US-Dollar fällt. Das Papier gleicht dabei den entsprechenden Währungsverlust bei der Feinunze aus, deren Wert in Euro bei einem Wechselkurs von 1,30 US-Dollar zu Beginn der Absicherung 1.098,46 Euro beträgt. Wählt man hier einen EUR/USD-Call wiederum der UBS mit gleicher Laufzeit bis 18. Oktober 2013 und einem Basispreis bei 1,30 US-Dollar (UA2DB6), benötigt man bei einem Bezugsverhältnis von 100 ca. elf Papiere (1.098,46 Euro/100 = 11). Die Währungsabsicherung beläuft sich damit bei einem Briefkurs von 2,22 Euro für das vorliegende Beispiel auf insgesamt 24,42 Euro. Der innere Wert, der sich aus der Differenz zwischen dem Wechselkurs und dem Basispreis multipliziert mit dem Bezugsverhältnis ergibt muss hier nochmal durch den Wechselkurs dividiert werden, um den Wert in Euro zu erhalten. Zählt man beide Absicherungen zusammen, beträgt die währungsgesicherte Hedge-Position bis Oktober dieses Jahres 7,26 Prozent des Portfolios.

    Wer gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und den Goldpreis in Euro absichern möchte, könnte sich die aktuell nur von der Deutschen Bank angebotenen Optionsscheine ansehen, deren Laufzeit allerdings bei allen Papieren schon einen Monat früher am 18. September 2013 endet. Ein mit einem Basispreis von 1.100 Euro ziemlich genau am Geld notierender Put (DE9N9S) kostet aktuell 4,77 Euro. Zur vollständigen Absicherung einer Feinunze wären hier ebenfalls zehn Scheine nötig, was bei einem Briefkurs von 4,77 Euro einer Vollkasko-Prämie von 47,70 Euro entsprechen würde. Weitere Papiere, die mit Basispreisen von 1.050 Euro (DE9N9R) bzw. 1.000 Euro (DE9N9Q) ca. fünf bzw. zehn Prozent aus dem Geld notieren, werden aktuell zu Briefkursen von 2,94 bzw. 1,86 Euro gehandelt und könnten für eine Absicherung mit einer kleinen Selbstbeteiligung infrage kommen.

    WKN

    Emittent

    Basiswert

    Basispreis

    Briefkurs

    Stück pro Feinunze

    Finale Bewertung

    UA2N40

    UBS

    Gold in USD

    1.425 USD

    5,53 Euro

    10

    18.10.13

    UA2DB6

    UBS

    EUR/USD

    1,30 USD

    2,22 Euro

    11

    18.10.13

    DE9N9S

    DB

    Gold in Euro

    1.100 EUR

    4,77 Euro

    10

    18.09.13

    DE9N9R

    DB

    Gold in Euro

    1.050 EUR

    2,94 Euro

    10

    18.09.13

    DE9N9Q

    DB

    Gold in Euro

    1.000 EUR

    1,86 Euro

    11

    18.09.13

    Autor: Armin Geier, http://www.godmode-trader.de/zertifikate