• Platin - Kürzel: XPT/USD - ISIN: XC0009665545
    Börse: FOREX / Kursstand: 1.033,25 $/oz.

London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Platinpreis hat am Mittwoch erstmals seit Februar 2018 wieder die Marke von 1.000 Dollar je Feinunze übersprungen. Die Notiz stieg bis auf knapp unter 1.032 Dollar/Unze. Die Preisdifferenz zu Palladium hat sich trotz des Preisanstiegs von Platin auf 1.330 Dollar ausgeweitet, da Palladium selbst unaufhörlich weiter ansteigt (zuletzt bis auf 2.365 Dollar/Unze).

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Analysten waren unsicher, aus welchen Gründen Platin am Mittwoch intraday mit plus 3,7 Prozent so stark anstieg, ohne dass es die Nachrichtenlage erklärt hätte. Viele nannten jedoch die Marke von 1.000 Dollar/Unze als eine wichtige technische Marke, die Anschlusskäufe ausgelöst habe. „Die 1.000 Dollar für Platin sind ein Schlüsselpreis-Niveau, das seit langem nicht mehr erreicht wurde, sagte der Chefstratege von Blue Line Futures, Phillip Streible dem Portal Kitco. „Es löste eine ganze Reihe von Kaufstopps aus. Das 1.000 Dollar-Level war wie ein blinkendes Licht, als ob ein Alarm ausgelöst wurde.“

Mittlerweile genießt auch Platin den Ruf einer ‚Safe Haven‘-Anlage. Angesichts der Nachrichten aus den USA und China und der enttäuschenden US-Makrodaten erhielt das Edelmetall zuletzt indirekt Aufmerksamkeit. Denn die Unterzeichnung des "Phase-1-Abkommens" im Handelsstreit zwischen den USA und China am Mittwochabend in Washington löste an den Aktienmärkten keine Euphorie mehr aus. Zuvor waren viele positive Nachrichten eingepreist und Vorschusslorbeeren verteilt. Zudem sind hier und da Zweifel aufgekommen, ob China die im Abkommen zugesicherten zusätzlichen Käufe von US-Gütern und Dienstleistungen im Umfang von 200 Mrd. USD in den nächsten beiden Jahren überhaupt leisten kann und der Handelskonflikt nicht wieder von neuem aufbricht.

Platin wurde zuvor von den Anlegern lange Zeit nur wenig beachtet. Der Star am Edelmetallmarkt heißt Gold, gleich danach folgt Palladium. Doch Platin könnte „im Kommen sein“, da die Fundamentaldaten umschlagen. Ein überragender Teil der Nachfrage kommt aus der Industrie, genauer gesagt der Autoindustrie. Zur Abgasreinigung wird Platin vor allem in Katalysatoren bei Dieselmotoren verbaut. Der Marktanteil von Diesel-Autos ist zuletzt zwar etwas zurückgegangen, dennoch bleibt die Nachfrage hoch und neue, strengere Umweltauflagen sorgen dafür, dass mehr von dem Metall verbaut werden muss.

Nicht zuletzt könnte auch die rasante Preisrally bei Palladium die Industrie auf Sicht zum Umdenken zwingen. Seit längerem ist im Gespräch, Palladium, das in Katalysatoren von Benzinern Einsatz findet, durch Platin in großem Stil zu ersetzen. Das bringt zwar technische Hürden mit sich, ist aber gleichwohl umsetzbar. Kommt die sog. Substitution, dürfte die Platin-Nachfrage in die Höhe schnellen und der Preis explodieren. Platin ist der nächste Rally-Kandidat!

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