• Platin - Kürzel: XPT/USD - ISIN: XC0009665545
    Kursstand: 1.009,63 $ (TTMzero Indikation) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung

Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Platinpreise waren bis Anfang März um rund 25 Prozent in diesem Jahr gestiegen, gaben dann aber sämtliche Zugewinne wieder ab. Analysten der Deutschen Bank zählen die möglichen Gründe für die Kehrtwende auf: „Zunächst preisten Marktteilnehmer einen potenziellen Ausfall von Platin aus Russland ein, das rund 30 Prozent des globalen Angebots produziert. Dann jedoch brachten der Russland-Ukraine-Krieg sowie Chinas Null-Covid-Politik die Lieferketten der Automobilindustrie abermals durcheinander. Schließlich sind Hersteller von Katalysatoren die größten Platinnachfrager“. 2022 sei somit ein Angebotsüberschuss abzusehen. Bekanntlich drückt ein solcher fundamentaler Fakt in der Regel auf die Notierungen.

Die Deutsche Bank sieht aber mittelfristig eine Umkehr: Großbritannien habe kürzlich einen Importzoll von 35 Prozent auf Platin aus Russland eingeführt. Mittelfristig könnten auch zusätzliche Sanktionen der Europäischen Union und der USA das Angebot verknappen: Zum Beispiel könnte ein Ausfuhrstopp für Maschinen und einige Verbrauchsmaterialien die russische Platinproduktion einschränken. „Die globale Automobilproduktion sollte derweil wieder deutlich ansteigen, sodass bereits für 2023 ein signifikantes Angebotsdefizit bei Platin erwartet wird“, erwartet die Deutsche Bank.

Das Metall profitiert schon jetzt von der Erwartung einer höheren Nachfrage aus der Automobilindustrie. Platin ist in den letzten fünf Handelstagen im Wert gestiegen und notiert nun wieder über der Marke von 1.000 Dollar/ Unze. Der Preisabschlag zu Gold hat sich im Zuge des jüngsten Preisanstiegs auf exakt 850 Dollar je Feinunze verringert.