Peking (BoerseGo.de) – Der Immobilienmarkt in China kühlt sich im Vergleich zu der aufgeheizten Situation in den vergangenen Jahren weiter moderat ab. Die Preise für Neubauten gingen im September in 69 von 70 Städten zurück, während es im Vormonat 59 Metropolen waren, wie das Nationale Büro für Statistik berichtete. Im Jahresvergleich fielen die Preise in 58 Städten, in zehn stiegen sie und in zwei Städten blieben sie unverändert. Im August waren die Hauspreise in wesentlich weniger Städten gefallen.

Der chinesische Immobilienmarkt befindet sich seit Jahresbeginn im Abwärtstrend. Grund dafür ist vor allem der große Angebotsüberhang. Weitere Preiskorrekturen sind damit zumindest auf kurze Sicht nicht auszuschließen. Gebaut wird weiter in ungezügeltem Ausmaße. Allein für Wohnzwecke wird zurzeit insgesamt eine Fläche erschlossen, die fast fünf Mal so groß wie Berlin ist. In den nächsten Monaten könnte es eine weitere Lockerung der strengen Kontrolle von Hauskäufen geben. Langfristig seien die Aussichten auch gar nicht so schlecht, sagen Experten. Doch eine Rückkehr zu den hohen Wachstumsraten wie in den vergangenen zehn Jahren erwartet niemand ernsthaft.

Die chinesische Regierung versucht seit Jahren den Preisanstieg am Häusermarkt einzudämmen. Sie will verhindern, dass eine Immobilienblase entsteht. Ökonomen warnen aber davor, dass der Markt zu stark gedrosselt werde. Fallende Immobilienpreise lassen Investoren auf günstigeres Klima warten, das könnte die Konjunktur schnell abwürgen.