London/ Stuttgart (Godmode-Trader.de) - Die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) hat diese Woche Angebots- und Nachfragedaten zum globalen Zinkmarkt für das gesamte letzte Jahr veröffentlicht. Laut ILZSG ergab sich demnach im jähr 2016 ein weltweites Angebotsdefizit von 286.000 Tonnen, nach einem Überschuss von 189.000 Tonnen im Vorjahr. Noch im Oktober ging die ILZSG für 2016 von einem deutlich höheren Fehlbetrag auf der Angebotsseite aus (350.000 Tonnen).

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    Das letztjährige Defizit kam durch eine um knapp vier Prozent gestiegene Nachfrage zustande, während das Angebot kaum ausgeweitet wurde. Einige Minenschließungen sowie die Produktionskürzungen des wichtigen Minenbetreibers Glencore hätten zwar eine deutliche Lücke in der Konzentratversorgung hinterlassen, zitiert LBBW-Analyst Achim Wittmann aus der ILZSG-Studie. Insbesondere in Kanada und China hätten die Minen jedoch deutlich mehr Zinkerze gefördert. Mittlerweile sind viele vormals stillgelegte Schmelzen aber wieder in Betrieb, so dass die globale Zinkproduktion im Dezember ein Rekordhoch erreicht hatte. China bleibt den weiteren Angaben zufolge mit einem Anteil von 42 Prozent der weltweit größte Produzent, gefolgt von Peru.

    Die höhere Nachfrage war ebenfalls auf China und Indien zurückzuführen, während die Nachfrage in den USA deutlich sank. Weltweit wurden nach Angaben der ILZSG im vergangenen Jahr 13,9 Mio. Tonnen Zink nachgefragt. Dies entspricht dem bereits genannten Zuwachs von knapp vier Prozent gegenüber 2015.

    Für das laufende Jahr prognostiziert die ILZSG laut Prognose von Oktober ein Angebotsdefizit von 248.000 Tonnen. „Die defizitäre Marktbilanz hat die Preise stark nach oben getrieben“, berichtet Analyst Wittmann. „Während die Notierungen bereits im vergangenen Jahr um 61 Prozent zugelegt haben, ist der Zinkpreis in den ersten Wochen des neuen Jahres um weitere 11 Prozent gestiegen". Risiken einer abnehmenden Dynamik der chinesischen Baukonjunktur sowie mögliche Reaktionen auf der Angebotsseite auf die stark gestiegenen Preise werden dabei gegenwärtig weitestgehend ausgeblendet, so der Rohstoffexperte. „Insofern dürfte das Preispotenzial nach oben kurzfristig ausgereizt sein“.

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