Auch in der letzten Woche setzten die Aktienmärkte nach anfänglicher Zurückhaltung ihre Jahresendrallye weiter fort. Lediglich die USA traten auf der Stelle und konnten somit nicht vom inspirierenden nationalen Einkaufsmanagerindex sowie vom guten Arbeitsmarktbericht zum Wochenschluss profitieren. Euroland zeigte sich unbeeindruckt von der ersten Leitzinserhöhung der EZB nach 5 Jahren um 25 Basispunkte auf 2,25%. Die Märkte legten im Wochenverlauf gemessen am EuroStoxx um 1,4% zu, da aus dem Statement zur Zinserhöhung kein Automatismus für weitere Zinssteigerungen herausgehört werden konnte. Insoweit zeigte sich auch der US-Dollar über die erwartete Ausweitung der Zinsdifferenz zugunsten von US-Staatsanleihen stärker. Von einem schwächeren Euro können zudem die exportorientierten Sektoren in Euroland profitieren. Über den sich fortsetzenden schwächeren Yen setzte der japanische Aktienmarkt seinen Aufwärtstrend ebenfalls in beeindruckender Weise mit einem Wochenplus von 3,5% fort.

Insgesamt ist das Umfeld für Aktien weiterhin positiv: Die Konjunkturerwartungen sind stabil aufwärts gerichtet und die Inflationsgefahren scheinen sich zuletzt wieder leicht abgekühlt zu haben. Wie in den vergangenen Jahren erwartet COMINVEST bis zum Jahresende sog. „Window-Dressing“- Maßnahmen. Dabei neigen institutionelle Investoren i.d.R. dazu, diejenigen Titel in ihre Portefeuilles aufzunehmen, die sich im Jahresverlauf besonders gut entwickelt haben. Umgekehrt werden Verliererwerte eher verkauft, damit sie in den Jahresreports nicht ausgewiesen werden müssen. „Daher verwundert es nicht, dass in der letzten Woche Sektoren wie z.B. Energie und Rohstoffe (+3,3%) - die sich in einem langfristigen Investitionszyklus befinden - Versicherungen (+4,7%) sowie Chemie (+2,4%) zu den Outperformern gehörten. Denn sie zählen auch seit Jahresbeginn zu den stärksten Gewinnern“, erklärt COMINVEST-Fondsmanager Klaus Breil. Andererseits gehörten Telekomwerte mit -0,6% zu den einzigen Wochenverlieren, nachdem sie auch seit Jahresbeginn eine negative Performance von -2,2% aufweisen. „Insgesamt kann es somit zu Depotumschichtungen kommen, ohne dass sich der Gesamtmarkt deutlicher nach oben bewegen muss“, sagt Aktienexperte Klaus Breil.

Zugleich wurden mit einem Dax-Stand von 5.300 Punkten die Jahresendziele der COMINVEST sowie anderer Anlagehäuser bereits jetzt erreicht. Mit 5.900 Dax-Punkten bis Ende 2006 sieht die COMINVEST auch weiterhin Anstiegspotenzial für den deutschen Aktienmarkt.

In der laufenden Woche wird in den USA das Hauptaugenmerk auf der Veröffentlichung der endgültigen Zahl zum Konsumentenvertrauen der University of Michigan liegen. Darin geht es insbesondere um die Einschätzung der Inflationsgefahren seitens der US-Bürger. In Euroland erwartet COMINVEST eine Seitwärtsentwicklung bei den Einkaufsmanager-Indizes aus dem Dienstleistungsbereich und freundliche Daten aus der deutschen Industrie. Diese Daten dürften aber kaum den Rentenmarkt bewegen können. Wie in der letzten Woche dürfte die Tonlage der EZB erneut der Haupteinflussfaktor sein. Nach den eher moderaten Tönen vor allem auf der Pressekonferenz gehen wir in dieser Woche davon aus, dass die Befürworter einer Zinserhöhung wieder verstärkt in den Mittelpunkt treten werden. So z.B. am Donnerstag, an dem EZB-Chefvolkwirt Ottmar Issing eine Rede zur Geldpolitik halten wird. Vor diesem Hintergrund erwarten wir leichte Kursrückgänge auf ca. 120,25 im Bund-Future.

Quelle: ADIG

Die ADIG Allgemeine Deutsche Investment-Gesellschaft mbH, Fondstochter der Commerzbank, wurde 1949 gegründet. Das verwaltete Fondsvermögen beträgt mehr als 22,6 Mrd. Euro in 90 Publikumsfonds. Die Aktivitäten der ADIG werden unter dem Dach der COMINVEST Asset Management GmbH geführt.