• Sixt erwartet Umsatz- und Gewinnanstieg
    • Amazon-Gründer Jeff Bezos zurück von Weltraum-Flug
    • US-Baubeginne höher als erwartet
    • Opioid-Krise: Einigung im Volumen von 26 Mrd. Dollar in Sicht
    • Bitcoin rutscht unter 30.000 US-Dollar
    • Hochwasser könnte Versicherern Rekordschäden bescheren
    • Erzeugerpreise steigen so stark wie seit 1982 nicht mehr
    • Villeroy & Boch steigert Umsatz und operativen Gewinn
    • UBS verbucht kräftiges Gewinnplus
    • ProSiebenSat.1 erhöht Prognose erneut
    • IBM übertrifft die Erwartungen
    • Corona-Krise war kürzeste Rezession aller Zeiten

    Markt

    • Nach den kräftigen Kursverlusten vom Vortag hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag etwas erholt. Der DAX legte per Xetra-Schlusskurs um 0,55 Prozent auf 15.216,27 Punkte zu. Zu Wochenbeginn war der DAX um 2,62 Prozent eingebrochen, womit der größte Tagesverlust seit Dezember 2020 verzeichnet worden war. Vor allem Sorgen wegen einer rasanten Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus auch in vielen Ländern mit hoher Impfquote belasteten die Stimmung. Auch Inflationsängste, neue Streitigkeiten zwischen den USA und China sowie Gewinnmitnahmen nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Monate waren für die Kursverluste verantwortlich.
    • Nach einem verhaltenen Handelsauftakt an der Wall Street haben sich die wichtigsten Indizes am Dienstag im frühen Handel deutlich von den vorangegangenen Verlusten am Montag erholt, obwohl sich die Delta-Variante auch in den USA immer rasanter ausbreitet und inzwischen rund 80 Prozent der Neuinfektionen ausmacht. Am Montag hatten vor allem neue Sorgen wegen der rasanten Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus für Verunsicherung gesorgt.
    • Der Bitcoin ist zum ersten Mal seit vier Wochen unter die stark beachtete Marke von 30.000 US-Dollar gerutscht. In dem Bereich liegt eine wichtige technische Unterstützungszone, die mittelfristig über das weitere Schicksal von Bitcoin entscheiden könnte.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Der Rückversicherungskonzern Munich Re hat im zweiten Quartal auf vorläufiger Basis deutlich mehr verdient als erwartet. Das Nettoergebnis liege vorläufig bei 1,1 Milliarden Euro, teilte die Munich Re am Dienstag mit. Die Analysten rechneten im Mittel hingegen nur mit 808 Millionen Euro. Das Halbjahresergebnis betrage damit rund 1,7 Milliarden Euro und man sei auf einem guten Weg, das Jahresziel von 2,8 Milliarden Euro zu erreichen, so das Unternehmen. Beim isolierte Teilziel im Bereich der Leben/Gesundheit-Rückversicherung von 400 Millionen Euro technischem Ergebnis sei die Wahrscheinlichkeit allerdings gestiegen, das Ziel zu verfehlen, so das Unternehmen. Im zweiten Quartal habe man in der Schaden/Unfall-Rückversicherung unterdurchschnittliche Belastungen durch Großschäden, vor allem infolge vergleichsweise niedriger Schäden aus Naturkatastrophen erlitten, so die Munich Re. In der Leben/Gesundheit-Rückversicherung seien die Schäden aufgrund der hohen Sterblichkeit in Indien und Südafrika deutlich höher als erwartet ausgefallen. Die Aktien der Munich Re konnten im Xetra-Handel um 1,68 Prozent zulegen.
    • Der Kali- und Salzproduzent K+S hat im zweiten Quartal auf Basis vorläufiger Zahlen ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 110 Millionen Euro (Vorjahr: 52,7 Mio.) erzielt. Die Verbesserung ergebe sich im Wesentlichen aus höheren Durchschnittspreisen und Absatzmengen im Kundensegment Landwirtschaft sowie höheren Absatzmengen im Kundensegment Industrie, teilte K+S mit. Weitere Finanzkennzahlen wurden vom Unternehmen nicht genannt. Der Halbjahresfinanzbericht wird am 12. August 2021 veröffentlicht.
    • Die Autovermietung Sixt hat auf Basis vorläufiger Zahlen im zweiten Quartal einen Umsatz von 498 Millionen Euro (Vorjahr 225,8 Mio, Konsens 468 Mio) und ein Ergebnis vor Steuern von 78 Millionen (Vorjahr -117,7 Mio, Konsens 61 Mio) erzielt. Das Ergebnis ist auf die positive Geschäftsentwicklung und das erhöhte Preisniveau in den USA und Europa, die Reduzierung der pandemiebedingten Einschränkungen in Europa, sowie auf das anhaltende Kostenmanagement zurückzuführen, wie das Unternehmen erläuterte. Sixt gab nun erstmals eine Prognose für das Gesamtjahr ab und erwartet für das laufende Geschäftsjahr nun einen operativen Konzernumsatz von 1,95-2,10 Milliarden Euro (Vorjahr 1,52 Mrd, Konsens 2,09 Mrd) und ein Ergebnis vor Steuern von 190-220 Millionen (Vorjahr -81,5 Mio, Konsens 187 Mio).
    • Amazon-Gründer Jeff Bezos ist mit dem ersten bemannten Flug seiner Weltraumfirma Blue Origin ins All geflogen und rund zehn Minuten später wieder wohlbehalten gelandet. Ebenfalls mit an Bord waren Bezos-Bruder Mark Bezos, die 82-jährige Pilotin Wally Funk und der 18-jährige Weltraumtourist Oliver Daemen aus den Niederlanden, dessen Vater 28 Millionen Dollar für den Flug gezahlt hatte. Anders als der Flug von Virgin-Gründer Richard Branson vor etwas mehr als einer Woche führte der suborbitale Flug auch über die sogenannte Kármán-Linie in 100 km Höhe, die die international anerkannte Grenze zum Weltraum darstellt. Blue Origin will in Kürze regelmäßige Weltraumflüge für zahlende Kunden anbieten.
    • Bei der sogenannten Opioid-Krise in den USA ist eine milliardenschwere Einigung in Sicht. US-Bundesstaaten und vier Pharmaunternehmen hätten sich auf einen Vergleich in Höhe von 26 Milliarden Dollar geeinigt und wollten diesen noch in dieser Woche bekannt geben, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.
    • Der Immobilienkonzern Vonovia hat sich im Rahmen seines Übernahmeangebots für den Konkurrenten Deutsche Wohnen inzwischen 31,03 Prozent der Aktien gesichert. Ende Juni hatte Vonovia erst Zugriff auf 18,43 Prozent der Aktien. Allerdings liegt Vonovia weiterhin deutlich unter der Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent. Die erste Frist endet am 21. Juli um 24 Uhr.
    • Der britische Billigflieger easyJet hat im zweiten Quartal mit dem Abbau der Corona-Reisebeschränkungen eine Belebung des Geschäfts verzeichnet. So stieg die Kapazitätsauslastung im Zeitraum April bis Juli auf 60 Prozent des Vorkrisenniveaus, nachdem die Kapazitätsauslastung im ersten Quartal nur bei 17 Prozent des Vor-Corona-Niveaus gelegen hatte. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 7,2 Millionen Pfund auf 213 Millionen Pfund zu.
    • Der Motorenhersteller Deutz und die türkische ASKO-Gruppe haben eine strategische Partnerschaft vereinbart. Im Rahmen der Partnerschaft wird Deutz zunächst Motoren an ASKO liefern, wobei nach der Hochlaufphase jährlich mindestens eine fünfstellige Zahl an Motoren an ASKO geliefert werden soll. In einer zweiten Phase ist dann die Gründung eines gemeinsamen Joint-Venture-Unternehmens zur Belieferung in der Region geplant. Das neue Gemeinschaftsunternehmen würde unter Nutzung der von ASKO bereits vorhandenen Infrastruktur die betreffenden Motoren montieren und produzieren, wie Deutz erläuterte.
    • Der Keramikwarenhersteller Villeroy & Boch hat im ersten Halbjahr einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg verbucht. Der Konzernumsatz legte im ersten Halbjahr um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 449,6 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich von minus 10 Millionen Euro auf plus 39,0 Millionen Euro. Das Unternehmen bestätigte die Ende Juni angehobene Prognose für das Gesamtjahr, in dem der Umsatz um rund 10,5 Prozent auf 885 Millionen Euro und der operative Gewinn um rund 50 Millionen Euro auf 75 Millionen Euro zulegen soll.
    • Die Schweizer Großbank UBS hat im zweiten Quartal unter anderem wegen eines gut gehenden Geschäfts in der Vermögensverwaltung deutlich mehr verdient als erwartet. Unter dem Strich stieg der Gewinn um 63 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf gut zwei Milliarden Dollar, womit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen wurden. Die Erträge legten um 21 Prozent auf knapp neun Milliarden Dollar zu.
    • Als erstes Land der Welt hat Japan die Zulassung für die Behandlung von Covid-19-Patienten mit dem Medikamentencocktail "Ronapreve" erteilt. Ronapreve besteht aus den beiden künstlich erzeugten Antikörpern Casirivimab und Imdevimab von Roche und Regeneron Pharmaceuticals. Die Zulassung gilt für Patienten mit leichter bis mittelschwerer Covid-19.
    • Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat am Montagabend vorläufige Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht und in diesem Zuge die Prognose für das Gesamtjahr erneut erhöht. Das Unternehmen stellt nun einen Umsatz von neun bis elf Prozent auf 4,4 bis 4,5 Milliarden Euro (zuvor: 4,25 bis 4,45 Milliarden Euro) und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 820 Millionen Euro plus/minus 20 Millionen Euro (zuvor: 750 bis 800 Millionen Euro) in Aussicht. ProSiebenSat.1 hat seinen Umsatz im zweiten Quartal um 47 Prozent auf rund 1,045 Millionen Euro verbessert. Das bereinigte EBITDA versiebenfachte sich im gleichen Zeitraum auf 165 Millionen. Wesentlicher Treiber waren Werbeeinnahmen, die um 56 Prozent anstiegen.
    • IBM hat im zweiten Quartal von einer steigenden Nachfrage nach seiner Cloud-Software sowie Dienstleistungen profitiert und ein Umsatzplus von 3,4 Prozent auf 18,7 Milliarden Dollar verbucht. Der Quartalsgewinn ging allerdings leicht um 2,6 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zurück. Sowohl Umsatz als auch Gewinn lagen über den Analystenschätzungen. Der Gewinn je Aktie belief sich auf operativer Basis auf 2,33 US-Dollar, während die Analysten mit 2,28 Dollar gerechnet hatten.

    Konjunktur & Politik

    • Die Delta-Variante des neuartigen Coronavirus ist bereits für rund 80 Prozent der Neuansteckungen in den USA verantwortlich, wie der Corona-Experte Dr. Fauci am Dienstag sagte.
    • Die Baubeginne in den USA sind im Juni um 6,3 Prozent auf annualisiert 1,643 Millionen gestiegen. Erwartet wurden 1,590 Millionen Baubeginne, nach revidiert 1,546 Millionen Baubeginnen im Vormonat. Die Baugenehmigungen sanken hingegen um 5,1 Prozent auf 1,598 Millionen, womit die Erwartungen von 1,70 Millionen verfehlt wurden.
    • China hat die Hackervorwürfe der USA und anderer westlicher Staaten zurückgewiesen. "Die Anschuldigungen sind unbegründet und aus rein politischen Motiven erhoben worden. China ist strikt gegen jede Form von Cyberangriffen, unterstützt und duldet diese auch nicht", sagte der chinesische Außenamtssprecher Zhao Lijian..
    • Nach der Hochwasserkatastrophe halten die deutschen Versicherer eine Schadenssumme auf Rekordniveau für möglich. "Kurzfristig zeichnet sich ab, dass sich 2021 zu einem der schadenträchtigsten Jahre seit 2013 entwickeln könnte. Damals lag der versicherte Schaden bei 9,3 Milliarden Euro", sagte Jörg Asmussen, Chef des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der "Rheinischen Post". Wenn es nicht gelinge, den Klimawandel zu stoppen, seien Naturgefahren in Zukunft nicht mehr wie in der Vergangenheit versicherbar.
    • Die Vergabe von Unternehmenskrediten in der Eurozone ist im zweiten Quartal insgesamt etwas gelockert worden, wie aus dem EZB-Quartalsbericht zur Kreditvergabe hervorgeht. Die Differenz aus Banken mit lockereren Unternehmenskreditstandards und strafferen Standards betrug einen Prozentpunkt, nachdem im ersten Quartal noch Banken mit strafferen Standards um sieben Prozentpunkte überwogen hatten.
    • Der saisonbereinigte Leistungsbilanzüberschuss der Eurozone ist im Mai überraschend auf 11,7 Milliarden Euro gesunken, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitgeteilt hat. Erwartet wurde ein Überschuss von 24,3 Milliarden Euro, nach einem Überschuss von 22,8 Milliarden Euro im Vormonat.
    • Das Mediangehalt aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Deutschland lag im vergangenen Jahr bei 3.427 Euro, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitgeteilt hat. Gegenüber dem Jahr 2019 sind die Löhne und Gehälter damit um 26 Euro gestiegen, dem geringsten Anstieg seit dem Jahr 2009. Damals stiegen die Entgelte durch die Wirtschafts- und Finanzkrise lediglich um 20 Euro. Vor allem die starke Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld hat im vergangenen Jahr den Anstieg bei den Entgelten stark gebremst. Auch ausbleibende Sonderzahlungen oder ausgesetzte Erhöhungen bewirken den schwächeren Anstieg. Den „Corona-Effekt“ beziffert die BA auf 69 Euro. Ohne Einfluss der Pandemie wären die Entgelte erfahrungsgemäß zusätzlich um diese Summe gestiegen. Der Effekt wird errechnet, indem die Medianentgelte der vergangenen Jahre fortgeschrieben werden.
    • Die Flutkatastrophe dürfte allein bei der Deutschen Bahn am Schienennetz und an Bahnhöfen Schäden von rund 1,3 Milliarden Euro verursacht haben. Dies schätzt das Bundesverkehrsministerium, wie die Bild-Zeitung am Dienstag berichtet. Strecken seien auf bis zu 25 Kilometern Länge unterspült worden, heißt es. Am Straßennetz dürften sich die Schäden auf mehrere hundert Millionen Euro belaufen, heißt es.
    • Nach einem starken coronabedingten Einbruch im Vorjahr sind die Exporte der deutschen Elektroindustrie im Mai 2021 laut Branchenverband ZVEI um 26,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 17,1 Milliarden Euro gestiegen. Im Vorjahresmonat war ein Einbruch um mehr als ein Fünftel verzeichnet worden.
    • Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Teilen Deutschlands haben sich die Bundestagsfraktionen von SPD und Die Linke für die Einführung einer Elementarschadenversicherung für alle Hausbesitzer ausgesprochen. "Für alle Menschen in unserem Land, die eine solche Versicherung brauchen, muss es eine bezahlbare Versicherung für Elementarschäden geben", sagte der zuständige SPD-Politiker Sebastian Hartmann. Der Linken-Fraktionsvorsitzende André Hahn sprach sich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" für eine Elementarschaden-Pflichtversicherung aus, um zu verhindern, dass Versicherungen und der Staat die Betroffenen im Regen stehen lassen.
    • Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland sind im Juni um 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Damit wurde höchste Anstieg seit Januar 1982 verzeichnet, wie das Statistische Bundesamt am Morgen mitteilte. Vor allem bei Vorleistungsgütern und der Energie legten die Preise stark zu. Erwartet wurde ein Anstieg um 8,4 Prozent, nach einem Plus auf Jahressicht von 7,2 Prozent im Mai. Gegenüber dem Vormonat legten die Erzeugerpreise im Juni um 1,3 Prozent zu. Erwartet wurden 1,1 Prozent, nach plus 1,5 Prozent im Vormonat.
    • Japan: Verbraucherpreise (Kernrate) im Juni +0,2 %. Erwartet wurden +0,2 %, nach +0,1 % im Vormonat (y/y).
    • Der Wirtschaftseinbruch im vergangenen Jahr in den USA im Zuge der Corona-Krise war die kürzeste Rezession aller Zeiten. Dies hat nun das National Bureau of Economic Research (NBER) offiziell festgestellt. Demnach dauerte die Rezession nur von Februar bis April 2020, bevor die Wirtschaft bereits wieder begann, sich zu erholen, wie das NBER am Montag mitteilte.

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