Seit dem Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump haben sich die Finanzmärkte vor allem auf die erwarteten wirtschaftsfreundlichen Aspekte seiner Politik konzentriert: Massive Steuersenkungen, höhere Ausgaben für die Infrastruktur und eine Deregulierung im Finanzsektor sowie in der Öl- und Gas-Branche. Das alles kam an der Börse naturgemäß gut an und hat die Trump-Rally der vergangenen Wochen und Monate angetrieben.

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    Doch wie das G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs am Wochenende in Baden-Baden deutlich gezeigt hat, haben die wirtschaftspolitischen Vorstellungen von Trump noch einen anderen wichtigen Aspekt. Trump ist der Ansicht, dass der freie Welthandel vor allem den US-Arbeitnehmern stark geschadet hat und will die Globalisierung am Liebsten zurückdrehen. Deshalb lehnten US-Finanzminister Mnuchin und seine Mitarbeiter ein Bekenntnis zum Freihandel, das bisher immer in den Erklärungen zu G20-Treffen enthalten war, beim Treffen in Baden-Baden vehement ab.

    Wie könnten Trader vom protektionistischen Kurs unter Trump profitieren? Sechs Tradingideen im Schnelldurchlauf:

    Short deutsche Autobauer

    Die deutschen Autobauer hat Trump ganz besonders im Visier. "Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen", sagte Trump mit Blick auf den Bau eines BMW-Werks in Mexiko im Januar. Kein Wunder, dass BMW-Chef Harald Krüger nun am Rande des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel Trump mit weiteren Millioneninvestitionen in das US-Werk von BMW in Spartanburg zu besänftigen versuchte. Neben BMW gehört auch Daimler zu den ausgesprochenen Feindbildern Trumps und könnte unter dem neuen US-Präsidenten leiden. Mutige Anleger shorten die deutschen Autobauer.

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    BMW

    Short Fresenius Medical Care

    Der Dialysedienstleister Fresenius Medical Care verbucht den allergrößten Teil von Umsatz und Gewinn auf dem US-Markt. Sollte Trump die US-Wettbewerber gegenüber Fresenius Medical Care bevorzugen und/oder die Leistungen für Dialysepatienten stark kürzen, wovon nach der Vorstellung des US-Budgets sogar auszugehen ist, könnte das zu großen Problemen für den DAX-Konzern führen. Trader könnten schon jetzt die Aktien von Fresenius Medical Care shorten.

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    Fresenius Medical Care KGaA

    Short Wal-Mart, Amazon & andere Retailer

    Das Geschäftsmodell der Supermarktkette Wal-Mart und vieler anderer US-Retailer lässt sich in wenigen Worten so zusammenfassen: Massenwaren billig und in großen Mengen in Ländern wie Mexiko und China kaufen und dann im Hochlohnland USA verkaufen. Sollte die Trump-Regierung mit einer "Grenzausgleichssteuer" oder Strafzöllen tatsächlich ernst machen, werden sich die zusätzlichen Zölle und Steuern direkt in die Gewinnmargen von Wal-Mart & Co. fressen. Das Geschäftsmodell vieler Retailer könnte sogar völlig vor dem Aus stehen, wenn Importe dadurch massiv verteuert werden sollten. Mutige Trader shorten Wal-Mart oder den Onlinehändler Amazon, dessen Geschäftsmodell ohne Billigimporte wohl ebenfalls auf der Kippe stehen könnte.

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    Wal-Mart Stores Inc.

    Short Apple

    Apple gehört zu den wenigen Hardwarefirmen der Welt, die hochprofitabel sind. Das hat vor allem einen Grund: Apple produziert seine Produkte nicht selbst, sondern lässt das von Auftragsfertigern vor allem in Asien erledigen. Die Apple-Produkte werden in Asien günstig produziert und in den USA und vielen anderen Ländern teuer verkauft. Dabei zahlte Apple bisher außerdem kaum Steuern. Trump könnte das Geschäftsmodell von Apple auf den Kopf stellen. Trader könnten versucht sein, Apple zu shorten.

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    Apple

    Long US-Industrie

    Wenn nicht mehr so viel im Ausland, sondern wieder vermehrt in den USA produziert wird, profitieren davon vor allem die US-Industrieunternehmen. Der iShares U.S. Industrials ETF (USD) bildet diesen Sektor ab und konnte seit Trumps Wahlsieg bereits kräftig zulegen.

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    iShares US Industrials ETF (USD)

    Short Mexican Peso (Long USD/MXN)

    Der mexikanische Peso wurde nach der Wahl von US-Präsident Trump bereits stark abverkauft. Der US-Dollar legte gegenüber dem Peso zeitweise um mehr als 20 Prozent zu. In den vergangen Wochen kam es allerdings wieder zu einer deutlichen Korrektur. Mutige Trader könnten nun auf eine erneute Abschwächung des Pesos setzen, über eine Long-Position im Währungspaar USD/MXN.

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    USD/MXN

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    MF0UXZ 127,52 128,10 1.000,00
    MF0UYR 26,46 26,61 1.000,00