Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Holzmarkt steht derzeit in der Diskussion. Grund ist die Preisrally um den Rohstoff aus dem Wald. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, dass sich der Kubikmeter seit März im Wochentakt um etwa 100 Euro verteuert, während sich Liefertermine für die Holzbaubetriebe in Deutschland teils um mehrere Wochen verschoben haben. Sofern die Händler überhaupt liefern können.

Denn der deutsche Markt für Industrieholz ist derzeit praktisch leergefegt. Der Grund: Beim Export in die USA und nach China schnellt die Nachfrage in die Höhe. Im vergangenen Jahr haben etwa die Exporte von Nadelschnittholz aus Deutschland in die USA mit 1,63 Mio. Kubikmetern um 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Damit ist Deutschland in den USA hinter Kanada zum zweitwichtigsten Lieferanten für Nadelschnittholz aufgestiegen.

Eigentlich gibt es hierzulande genug Holz, um den Eigenbedarf zu decken, der Baustoff wächst in den Wäldern schließlich nach. Doch aktuell kommt einfach einiges zusammen, was den Markt eng werden lässt: Neben der hohen Nachfrage aus dem In- und Ausland sind zur Zeit auch die Lieferketten für Zusatzmaterialien für Holzwerkstoffe (wie Holzleim aus China) unterbrochen.

Mit weiter steigenden Preisen im Jahresverlauf ist zu rechnen. Die anhaltende starke Nachfrage der Bauwirtschaft, eine pandemiebedingt gut laufende Nachfrage aus dem Baumarktbereich und boomende Exportmärkte, sorgen für eine sehr starke Nachfrage bei Nadelschnittholz und bei Bauprodukten aus Holz, berichtet das bayerische Landwirtschaftsministerium (StMELF) in seinem aktuellen Holzmarktbericht.

Auch aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes bestätigten den Trend hin zu höheren Entgelten. Die Preisermittlung der Statistikbehörde für Industrieholz zeigt für Januar 2021 einen kräftigen Anstieg der Preise, nachdem die Kurse bis Ende 2020 eher stagniert hatten.