Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Der globale Rapsmarkt ist angespannt – die letzte Saison schloss mit einem Defizit, die laufende wohl ebenfalls. Und auch für die kommende Saison 2021/22 prognostiziert das USDA nur eine gerade ausgeglichene Bilanz, wie Commerzbank-Analystin Helbing-Kuhl in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Zu den Defiziten beigetragen hätten nicht zuletzt die beiden sehr schwachen EU-Ernten. Ein deutlicher Flächenrückgang und das Verbot einer wichtigen Gruppe von Pflanzenschutzmitteln sowie die Witterung seien die Gründe gewesen. Nun solle nach der mit Beschränkungen versehenen Wiederzulassung dieser Pflanzenschutzmittel in einigen Ländern ein Produktionsanstieg folgen, heißt es weiter.

„Die EU-Kommission ist allerdings vorsichtig und prognostiziert nur eine marginale Flächenausdehnung sowie ein Ernteplus von zwei Prozent auf 16,7 Millionen Tonnen. Damit bliebe die Fläche noch zehn Prozent unter dem Fünfjahresmittel, die Erntemenge fünf Prozent darunter“, so Helbing-Kuhl.

Und selbst diese vorsichtige Haltung könnte sich noch als zu optimistisch erweisen. Denn in Frankreich, das früher das größte EU-Rapsanbauland gewesen sei, dürfte nach ersten Prognosen des Agrarministeriums die Produktion erstmals seit 20 Jahren (knapp) unter drei Millionen Tonnen fallen. Dies wäre gegenüber 2020/21 ein weiteres Minus von neun Prozent und gegenüber dem Fünfjahresmittel sogar ein Rückstand von 32 Prozent, nachdem im trockenen Spätsommer 2020 eine nochmals deutlich kleinere Fläche eingesät worden sei. Dies berichteten Medien, die Agrareinheit FranceAgrimer habe für heute eine Pressekonferenz angesetzt, heißt es weiter.

„Noch mehr Beachtung finden werden dann aber am Donnerstag die neuen Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums USDA. In Umfragen wird damit gerechnet, dass es die brasilianische Maisernte 2020/21 um weitere fünf Millionen auf 97 Millionen Tonnen reduziert. Die US-Endbestände an Mais sollen sowohl für die aktuelle als auch für die kommende Saison gekürzt werden, was mit einer starken Nachfrage zu erklären sein dürfte. Die Befragten erwarten im Durchschnitt, dass das USDA die weltweiten Endbestände 2021/22 nun vier Millionen Tonnen niedriger ansetzt als im Mai. An den Prognosen für die globalen Endbestände an Weizen, Sojabohnen und Baumwolle soll sich dagegen wenig ändern“, so Helbing-Kuhl.