New York (Godmode-Trader.de) - Die Aktien von Tesla haben am Tag nach der Meldung, dass der Konzern im Zusammenhang mit der „Pooling“-Vereinbarung mit Fiat „mehrere hundert Millionen Dollar“ erhalten werde mit Aufschlägen den Handel begonnen.

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    Bei dem Deal geht es darum, dass Fiat seine Emissionen mit denen des Elektroautobauers zusammenlegt, um die verschärften CO2-Grenzwerte, die die EU verlangen wird, einhalten zu können. Ab 2020 schreibt die EU für Neufahrzeuge einen CO2-Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer vor. Es ist nicht genau bekannt, wie hoch die Summe sein wird. Einige Analysten haben errechnet, dass die Auszahlung bis zu 750 Millionen Dollar betragen könnte - eine beachtliche Zahl für ein Unternehmen wie Tesla, zumal es in der letzten Zeit im operativen Geschäft hakelt.

    So wurden im ersten Jahresviertel nur 63.000 Fahrzeuge ausgeliefert - 31 Prozent weniger als im Vorquartal. Auch die Verkäufe des Hoffnungsträgers Model 3 brachen um 20 Prozent ein. Es ist dabei nicht unbedingt ein Nachfrageproblem, das das Unternehmen im Moment plagt, sondern eher Lieferzverzögerungen, da Tesla Ende des Quartals damit begann, das Model 3 auf die internationale Märkte, vor allem nach China und Europa zu verschiffen. Allerdings sind die Verzögerungen für ein Unternehmen wie Tesla kostspielig und schmälern freilich den Cashflow.

    Erschwerend kam hinzu, dass das Unternehmen 920 Mio. Dollar ausgeben musste, um ein konvertierbares Schuldscheindarlehen in bar zurückzuzahlen, da es dafür keine Aktien verwenden konnte, da die Aktien im März unter dem Wandlungspreis von 359,88 Dollar eingingen.

    Derzeit steckt der Konzern auch mitten in den Vorbereitungen für eine weitere Gigafactory in Shanghai, das Model Y für die Produktion im nächsten Jahr zu entwickeln und an der Markteinführung des Roadsters und Tesla semi zu arbeiten. Tesla benötigt Kapital, soviel steht fest. Zu behaupten, dass die Emissionszahlungen von Fiat überwältigend sind, könnte für den E-Autohersteller angesichts seiner aktuellen Finanzlage aber eine Untertreibung sein.

    Nach der Aktualisierung der Auslieferungen im ersten Quartal letzte Woche bekräftigten die Analysten von Goldman Sachs ihr Verkaufsrating für die Tesla-Aktie. JPMorgan-Analysten bestätigten das „Underweight“-Votum und senkten das Kursziel von 215 auf 200 Dollar, während Canaccord das Kaufrating beibehielt, das Kursziel aber von 450 auf 391 Dollar reduzierte. Morgan Stanley-Analyst Adam Jonas argumentierte, dass Tesla 2,5 Mrd. Dollar im dritten Quartal aufbringen müsste. Jefferies-Analysten haben ihr Target am Montag ebenfalls von 450 auf 400 Dollar gesenkt.

    UBS-Analysten nahmen ihr Preisziel von 220 auf 200 Dollar zurück und behielten gleichzeitig das Verkaufsrating bei. Analyst Colin Langan erklärte, dass man auf ein positives Signal warte, das die Aktie wieder treiben könnte - wie beispielsweise eine steigende Nachfrage, oder die Ankündigung von neuen Produkten oder Services, allerdings sei ein solches Signal in naher Zukunft nicht zu erwarten. Langan hat seine Schätzung für den Gewinn je Aktie sowie den Free Cashflow gekürzt.

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    Tesla Inc.