„So konnte sich das schwache Wachstum nicht in der Dynamik der Spreads für Staatsanleihen niederschlagen. Der Renditeaufschlag von aktuell nur 45bp (gegenüber 90bp in der Spitze im März) für 30-jährige Schuldtitel des französischen Staates (OATs) zeigt, wie verzweifelt die Anleger auf der Suche nach Rendite sind. Italienische BTPs werden nahe des Renditetiefs vom

e langfristige Februar 2020 gehandelt, und Spaniens Bonos werden durch die Reduzierung des geplanten Anleiheangebots gegen Jahresende gut unterstützt.

Zwischen den USA und der Eurozone beobachten wir in den letzten zwei Jahren eine starke Divergenz der Laufzeitenspreads von 10- und 30jährigen Bundesanliehen, einerseits, und US-Treasuries, andererseits. Während in Europa disinflationäre Tendenzen die Zinskurve immer weiter abgeflacht haben, hatte in den USA die Steuerreform von 2017 einen lang anhaltenden Einfluss auf die Perspektive für die Verschuldung. In der Tat spiegelt die steiler werdenden Zinsstrukturkurve dort sowohl die gegenüber der Eurozone höhere Inflation als auch die Zurückhaltung der Fed wider, ihre Operation Twist noch einmal zu aktivieren (siehe Grafik unten).

Parallel dazu setzt sich die Rallye der Unternehmensanleihen fort. Die Spreads für Investmentgrade-Anleihen bewegen sich um 112 Basispunkte über Bundesanleihen. Nachrangige Titel von Finanzinstituten und Anleihen von Telekommunikations­unternehmen oder Zyklikern schnitten in der vergangenen Woche besser ab als der Marktdurchschnitt. Die Hochzinsanleihen zogen sogar noch abrupter an. Der durchschnittliche Spread bei spekulativen Anleihen verringerte sich in den USA um 41 Basispunkte und im Euroraum um 20 Basispunkte und mehr. Die steigende Zahl der Konkurse in den USA hat wenig Einfluss auf die Stimmung der Hochzinsanleger.“