In den kommenden zehn bis 15 Jahren wird in Mitteleuropa die Generation der „Babyboomer“ in Rente gehen. Von Medien und Politik wird diese Tatsache so gut es eben geht verschwiegen oder zumindest verharmlost.

Dabei tickt da eine Zeitbombe, die es in sich hat:

Nie zuvor, und nie wieder danach, wurden in Deutschland und anderen europäischen Ländern so viele Kinder geboren wie zwischen 1955 und 1965. Die folgende Grafik zeigt den „Bevölkerungsberg, der sich in dieser Zeit gebildet hat.

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Das heißt, bis spätestens 2030, also in nur noch elf Jahren, werden alle geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegszeit im Rentenalter sein.

Wer meint, das sei noch lange hin, der erinnere sich an März 2009: Vor ziemlich genau zehn Jahren erlebten wir den bisherigen Höhepunkt der Finanzmarktkrise. Der S&P 500 notierte bei 666 Punkten und das Finanzsystem schien reif für den Abbruch. Gerade einmal zehn Jahre ist das her - und rückblickend erscheint es wie "gestern".

Das heißt, die demographische Rentenbombe klopft quasi schon an unsere Tür.

Die sozialen Folgen dieser Entwicklung hätten schon bei weitblickender staatlicher Vorsorge dramatische Konsequenzen. Da das Problem aber lediglich von einer Politikergeneration zur nächsten „vererbt“ und niemals ernsthaft angegangen wurde, von Vorsorge kann überhaupt keine Rede sein, schwebt da heute ein Damoklesschwert über dem deutschen Sozialstaat, der arbeitenden Bevölkerung und der kommenden Rentnergeneration, das seinesgleichen sucht.

»Eine Geschichte von Lug und Betrug«

Welcher Schindluder von der Politik mit den Rentengeldern getrieben wird, das erläutert der Rentenexperten Otto Teufel im folgenden Interview. Das zentrale Problem sei der Griff des Gesetzgebers in die Rentenkasse. Die Politik entnehme Geld der Beitragszahler, um damit versicherungsfremde Leistungen zu bestreiten. Was die ohnehin schwierige Lage der Rentenkassen zweifellos noch verschärft.

An dieser Stelle kann man festhalten, dass es ein vergleichbares Problem, wie die jetzt unaufhaltsam näherrückende Verrentung der "Babyboomer", seit Einführung der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahr 1889 durch Reichskanzler Otto von Bismarck in Deutschland noch nie gegeben hat.

Und anders als von den Politikern hier zu Lande beschworen, ist auch nicht zu erwarten, dass die vielen Migranten das Problem lösen werden. Aktuelle Zahlen zeigen das genaue Gegenteil: Derzeit sind zwei Drittel der Flüchtlinge selbst von staatlichen Transferleistungen abhängig, beziehen also Arbeitslosengeld II oder Hartz IV.

Nach allem, was wir man heute wissen kann, werden die Migranten auch längerfristig das riesige demographische Rentenproblem in Deutschland nicht lindern, sondern verschärfen.

Und nun stelle man sich vor, die riesige demographische Rentenlawine, ausgelöst durch die Babyboomer und angereichert durch ein selbstgemachtes Flüchtlingsproblem, trifft auf ein konjunkturelles Umfeld, das aufgrund jahrelanger Misswirtschaft unfähiger Zentralbankbürokraten heillos überschuldet und deshalb reif für eine gründliche Bereinigungskrise ist.

Das in etwa sind die Zutaten, die uns bei realistischer Betrachtung in den kommenden zehn Jahren erwarten. Wer da nicht selbst vorsorgt, der wird im Alter arm sein wie eine Kirchenmaus. Das zumindest ist eine Prognose, die tatsächlich so sicher ist, wie das sprichwörtliche Amen in der Kirche.

Was also kann man tun?

Die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, ist vor dem Hintergrund dieser Fakten für die meisten Menschen die einzige Möglichkeit, dramatischer Altersarmut zu entgehen.

Ein probates Mittel dagegen sind ein bescheidener und, wenn man so will, "konsumfeindlicher" Lebensstil schon in jungen Jahren – in Verbindung mit langfristigen Aktienanlagen: Im langjährigen Durchschnitt sind mit soliden Dividendenpapieren Renditen von rund 7,5 Prozent jährlich zu erzielen.

Das ist zwar deutlich mehr als Staatsanleihen derzeit abwerfen, dürfte in vielen Fällen aber dennoch kaum ausreichen, das gewaltige Rentenloch zu stopfen, das sich für die Masse der Bevölkerung in Zukunft auftut.

Doch wenn der breite Aktienmarkt als probater „Rentenersatz“ nur bedingt weiterhilft, was bleibt dann noch?

An dieser Stelle lohnt sich ein Blick in die Geschichtsbücher. Die letzte wirklich schwere Krise erlebte die Weltwirtschaft im Rahmen der Großen Depression der 1930er Jahre.

Gold- und Silberminenaktien hatten sich schon im Vorfeld dieser Krise als nahezu unverwundbar erwiesen: Während der Dow Jones zwischen dem Crashjahr 1929 und seinem Allzeittief im Jahr 1932 fast 90 Prozent einbüßte, konnten Minenaktien kräftig zulegen.

Richtig losgelegt haben diese Titel allerdings erst, als die sozialen Probleme, ausgelöst durch die Massenarbeitslosigkeit, um das Jahr 1932 ihren Höhepunkt erreichten. Also erst gut drei Jahre NACH dem berüchtigten Crash von 1929.

Selbst mit schwergewichtigen Goldtiteln, wie der damals branchenführenden Homestake Mining, waren ab 1932 mehrere hundert Prozent Wertsteigerung innerhalb weniger Monate zu erzielen - während der breite Aktienmarkt deutlich hinterherhinkte und phasenweise kaum vom Fleck kam. Die folgende Grafik zeigt den direkten Vergleich zwischen dem Dow Jones (rote Linie) und der Aktie von Homestake Mining (grün) zwischen 1924 und 1935.

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Heute sind die Zutaten erneut angerichtet für eine Krise epischen Ausmaßes. Und wieder scheint sich der Goldaktienmarkt vom Rest des Aktienuniversums abzukoppeln.

Dass sich bei den Aktien der Gold- und Silberproduzenten gerade eine Fortsetzung der im Jahr 2016 begonnenen Hausse andeutet, zeigt die folgende Grafik: Auf Monatsbasis ist der Goldminenindex HUI kürzlich aus einer zwei Jahre währenden Konsolidierungsformation nach oben ausgebrochen.

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Allein seit September 2018 hat das Marktbarometer rund 30 Prozent zugelegt. Das Ereignis ist auf der Grafik kaum zu erkennen, doch wer den Sektor etwas eingehender studiert, der ahnt schon heute, dass da noch deutlich mehr kommen dürfte.

Viel spricht deshalb dafür, dass weitblickende Goldaktienanleger die kommenden Jahre auch diesmal finanziell weitaus besser überstehen werden als die breite Masse der unkritischen und sorglosen Bevölkerungsmehrheit.

Denn wer Papierwerte wie Lebensversicherungen, die berüchtigte "Riester-Rente" oder gar Sparbücher und ähnlichen Unfug zehn Jahre nach dem Lehman-Desaster immer noch für sinnvolle Investments hält, dem wird die Geschichte eine gesalzene Rechnung präsentieren.

Das Goldfieber – und die Folgen…

An dieser Stelle ist jedoch auch ein Aspekt zu erwähnen, den gerade „Goldbugs“ nicht gerne hören werden: Aus ökologischer, ethischer und moralischer Sicht zählen Goldanlagen zu den schlechtesten Investments, die es auf diesem Planeten gibt.

Das liegt daran, dass der Goldabbau massive Umweltschäden hervorruft. Dagegen mutet der Betrieb selbst altgedienter und ungefilterter Dieselverbrenner wie ein Kindergeburtstag an. Hinzu kommen gravierende soziale Probleme, die mit dem Goldbergbau verbunden sind.

Die folgende zweiteilige arte-Dokumentation, die man sich wirklich ansehen sollte, beleuchtet die Hintergründe.

Der erste Teil untersucht die politischen und ökonomischen Faktoren, die zur Explosion des Goldpreises beigetragen, und den jüngsten Goldrausch ausgelöst haben.

Im zweiten Teil geht es um die Menschen, die für das Gold arbeiten: Weltweit sind das rund 24 Millionen Männer, Frauen und Kinder…

Doch trotz der in der Dokumentation eindringlich erläuterten Probleme wurde in den vergangenen 15 Jahren mehr Gold gefördert als in sämtlichen Jahrtausenden zuvor. Eine Erklärung hierfür liefert unser todkrankes Schuldgeldsystem:

Denn wer nach der Ansicht der beiden arte-Beiträge der Meinung ist, dass man aus ökologischer, ethischer und moralischer Sicht nicht in Gold investieren sollte, der hat natürlich vollkommen recht.

Mit dem Verkauf all seiner Goldanlagen sollte der besorgte Anleger dann aber auch gleich seinem Arbeitgeber Bescheid geben, dass er künftig in Naturalien ausgezahlt werden möchte, anstatt in Geld.

Denn leider ist der Run auf das Gold eine direkte Folge unseres vollkommen maroden und zerstörerischen Schuldgeldsystems. Weil die Sollbruchstellen in diesem System jetzt immer offensichtlicher werden, steigt auch die Nachfrage nach Gold. In den kommenden Jahren dürfte sich dieser Trend systembedingt massiv beschleunigen.

Fazit:

Ein globales Verbot des Goldbergbaus wäre aus ökologischer Sicht weitaus sinnvoller und effektiver als die insbesondere von deutschen Politikern forcierte Verteufelung hocheffizienter Dieselmotoren.

Solange sich die Menschheit jedoch ein Finanzsystem leistet, das die vollständige Zerstörung des Geldes systematisch wiederkehrend nicht nur zulässt, sondern geradezu erzwingt, sind Goldanlagen trotz der erheblichen ökologischen und sozialen Folgeschäden, die damit verbunden sind, im besten Wortsinne tatsächlich alternativlos.

Ganz besonders gilt dies für deutsche Anleger mit Blick auf die hier zu Lande unaufhaltsam näher rückende demographische Rentenkatastrophe…

Die einzige wirkliche Alternative wären ein Ende der Geldschöpfung aus dem Nichts, die Abschaffung der Zentralbanken, verbunden mit einer echten Geldsystemreform, die von allen politischen Parteien getragen wird…

Wie realistisch diese Option ist, möge jeder selbst entscheiden…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.