Paris (GodmodeTrader.de) - In dieser Woche könnten positive Daten zur Binnennachfrage in den USA, China und UK die Sorgen vor einer raschen Abkühlung der Weltwirtschaft dämpfen. Eine Rezession in Deutschland ist indes nicht nur wahrscheinlich, sondern für die Eurozone sogar eine gute Nachricht, weil sie eine neue Ausgabendynamik der öffentlichen Haushalte in Deutschland entfachen würde, wie Philippe Waechter, Chefvolkswirt des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management, in einem aktuellen Wochenausblick schreibt.

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Angesichts der momentanen Situation der Weltwirtschaft sollte man die Daten zur Binnennachfrage im Auge behalten. Deswegen würden die Märkte in dieser Woche gespannt auf die Daten zum privaten Konsum in den USA, in China und im Vereinigten Königreich schauen. Die Konsumausgaben seien ein wesentlicher Treiber für die Binnennachfrage. Eine positive Entwicklung im Juli könnte die Sorgen vor einer raschen Abkühlung der Wirtschaft dämpfen, heißt es weiter.

„Ein wichtiger Aspekt dabei ist der Ölpreis. Er lag weitgehend auf dem Niveau des Junis und sank dann gegen Ende Juli und Anfang August. Daraus dürfte ein deutlicher Anstieg der Konsumausgaben resultieren, allerdings wohl erst im August. Bei positiven Zahlen zu den Konsumausgaben dürften an den Märkten jedenfalls auch risikobehaftete Vermögenswerte wieder gefragter sein, während jüngst eher in risikoarme Assets umgeschichtet wurde“, so Waechter.

Mit Blick auf Deutschland würden die BIP-Zahlen für das zweite Quartal und die ZEW-Umfrage für August wichtige Erkenntnisse liefern. Die Industrieproduktion befinde sich im Abschwung, und zwar auch im historischen Vergleich. Das deute auf eine Rezession hin. Wie lange sie andauere, könnte schon die ZEW-Umfrage aufzeigen, heißt es weiter.

„Eine Rezession in Deutschland wäre für die Eurozone insgesamt eine gute Nachricht, weil es bei den öffentlichen Haushalten in Deutschland für eine neue Ausgabendynamik sorgen würde. Daraus folgen würde eine wachsende Binnennachfrage, ein Ansteigen der Importe und eine Reduktion des Handelsbilanzüberschusses. Davon würde die Eurozone profitieren, weil es für stärkere Wachstumsimpulse von innen sorgen würde“, so Waechter.