• SMI - Kürzel: SMI - ISIN: CH0009980894
    Börse: Citi Indikation by TTMzero / Kursstand: 8.990,16 Punkte)

Genf (GodmodeTrader.de) - Die kürzlich extremen Marktreaktionen sind nicht erklärbar, wenn makroökonomische Fundamentaldaten rational betrachtet werden. Denn genau diese Daten weisen auf das reale weltweite Wachstum hin: Der PMI, beispielsweise, spiegelt wider, dass entwickelte Staaten ein ordentliches Wachstum vermerken – stärker als ihre Pendants aus den Schwellenländern, deren Kurve gerade abflacht, wie Christel Rendu de Lint, Leiterin Fixed Income UBP Asset Management, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

Diese Diskrepanz deute auf Wachstumsdynamiken hin, die sich verschieben. Das chinesische Wirtschaftswachstum kollabiere nicht: Es verlangsame sich bereits seit einigen Jahren; diese Situation sei nicht neu. Es gebe keinerlei Anhaltspunkte in den neuesten makroökonomischen Daten, die die wachsenden Ängste seitens Investoren in Bezug auf mögliche Auswirkungen dieser Verlangsamung rechtfertigten. Auch regelmäßig veröffentlichte Statistiken wiesen bereits auf einen Wiederaufschwung der chinesischen Aktivitäten ab Anfang 2016 hin, so Christel Rendu de Lint weiter.

In den USA erhole sich die Wirtschaft weiterhin gut; die Märkte seien signifikant gestiegen. Die Gehaltsinflation sei allerdings gering, was die Entscheidung der Federal Reserve (Fed) vom September erkläre, den Zinssatz unverändert zu belassen. Die Organisation habe es nicht riskieren wollen, die Märkte zu destabilisieren. Die geringe Inflation sei zuträglich für das amerikanische Wirtschaftswachstum; zusätzlich könne sich die Fed auf einen stärkeren US-Dollar stützen, der auf eine natürliche Weise zum Anziehen der Märkte beitrage. Die Währungsentwicklung unterstütze von daher die Fed bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik, heißt es weiter.

„Auf der anderen Seite des Atlantiks ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin flexibel auf die zukünftige Inflation ausgerichtet. Mit einer Inflation für die kommenden fünf Jahre nahe an 1,6 Prozent ist Mario Draghi bereit, falls nötig, sein Quantitatives Lockerungsprogramm schneller voranzutreiben. Die Auswirkungen der EZB-Politik lassen sich am Investorenverhalten ablesen – Draghi will allerdings den Eindruck vermeiden, dass er angesichts niedriger Inflationsaussichten aufgibt “, so Christel Rendu de Lint.