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Eigentlich ist es fast schon lächerlich: Da vereinbart ein riesengroßer IT-Konzern mit einem ebenfalls ziemlich großen Softwareunternehmen, das Softwareunternehmen für 190 USD je Aktie vollständig zu übernehmen. Die Managements beider Unternehmen sind sich einig, dass die Transaktion sinnvoll ist und durchgeführt werden soll. Da die Aktien des Softwareunternehmens vor Ankündigung der Übernahme bei unter 120 USD notierten, dürften auch die allermeisten Aktionäre der Übernahme zustimmen, schließlich winkt ein Gewinn von mehr als 50 Prozent innerhalb weniger Monate. Ernste Zweifel, dass die Übernahme an der Zustimmung der Kartellbehörden oder aus einem anderen Grund scheitern könnte, gibt es nicht. Und obwohl es relativ sicher scheint, dass die Transaktion wie angekündigt stattfinden wird, springt der Aktienkurs des Unternehmens, das gekauft werden soll, in einer ersten Reaktion nicht etwa in die Nähe des gebotenen Übernahmepreises von 190 USD hoch, sondern nur auf 175 USD. Wer also nach Ankündigung der Übernahme die Aktien für rund 175 USD kauft, kann das Papier wenige Monate später (fast) sicher zu 190 USD an den IT-Konzern weiterreichen. Der unbedarfte Anleger wird denken: Hier ist ein risikoloser Gewinn von 15 USD je Aktie möglich. Ganz so einfach ist es zwar in der Realität nicht, aber dennoch lässt sich mit der Spekulation auf das Gelingen eines Übernahmeangebots richtig Geld verdienen. Wie es funktioniert, und warum das Angebot so attraktiv ist, dass auch US-Starinvestor Warren Buffett nicht widerstehen konnte, erklärt dieser Artikel.

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